Das Versuchskaninchen heißt aus redaktionellen Gründen jetzt Max

Ich fasse noch einmal kurz zusammen.

Zu Demonstrationszwecken hatte ich mich im Dezember 16 über den Zeitraum von genau 33 Tagen freiwillig einer typischen narzisstischen Gehirnwäsche durch einen männlichen facebook-Kontakt unterzogen. Die feinen Attacken, mit denen diese ‚emotional nicht verfügbaren‘ Personen versuchen, bei ihrem jeweiligen Zielobjekt einen mentalen Software-Virus zu installieren, können von Außenstehenden nur nachvollzogen werden, wenn ihnen Originalzitate plus dazugehöriger Kontexte vorliegen. Um möglichst viele seiner Texte zu bekommen, habe ich mich über den gesamten Zeitraum gezielt unwissend gestellt und damit den Kontaktabbruch so lange wie möglich herausgezögert. In dem Moment, als der Ärger über seine nicht funktionierenden Kontrollmechanismen an meine bzw. die Würde meines Kindes ging, habe ich ihn sofort umfassend geblockt.

Das Experiment war beendet.

Achtung

Bevor ich chronologisch weiter ausführe, möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass sich selbstverständlich auch in Familien- und Freundeskreisen Personen befinden können, denen es im Kontakt mit uns nicht um uns als menschliche Bereicherung, sondern vielmehr um eine Funktion geht, die wir für sie erfüllen sollen.
Auch in diesen Fällen sorgen wir mit unserer Aufmerksamkeit, unserer Bewunderung, mit unseren Ideen, unserem Wissen, unserer Lebensfreude etc. primär dafür, dass wir diese Personen mit Energie aufladen. Es ist nicht das Interesse an uns. Es handelt sich, und so ist es leider oft, ebenfalls ausschließlich um narzisstische Spiegelungen. Aber wie erkennt man den Unterschied zu denjenigen Interessenten, denen es wirklich um uns als Persönlichkeiten geht?

Relativ leicht. Wir müssen lediglich dafür sorgen, dass unsere Intuition uns nicht verlässt und wir sensibilisiert bleiben. Bei der geringsten Mikro-Respektlosigkeit sollten wir aufmerksam sein und auf mögliche weitere achten. Oft dienen diese uns unbewusst gesetzten Grenzen dazu, dass wir dem Narzissten nicht entwachsen, – dass wir nicht größer werden, als er es zulässt. Ein weiteres Zeichen: sie kommunizieren nicht offen, sondern steuern die Gespräche. Der Narzisst braucht unbedingt die Kontrolle über den Verlauf der Dinge.

Wir können auch Testballons starten und z.B. nicht auf seine Vorschläge eingehen, ihn nicht an Stellen loben, an denen er es erwartet, nicht funktionieren und somit seine Erwartungen nicht erfüllen. Seine Reaktionen darauf sind mit Sicherheit verräterisch.

Ich selbst stelle mir im Vergleich Familie oder Freunde vor, bei denen ich sicher bin, dass es ihnen um mich als Person geht. Sie würden mich lassen. Ihnen würde nicht einfallen, mich steuern, erziehen, sanktionieren, unverhältnismäßig kritisieren, belehren, unverhältnismäßig mit Komplimenten korrumpieren oder überhaupt manipulieren zu wollen. Sie zeigen kein Hierarchieverhalten. Sie möchten mich wertschätzen und behalten. Und: sie unterschätzen mich wohltuend nicht.

Zurück zu Max.

Seine Strategie

Besagter Max hätte nach eigenen Angaben reflexartig gehandelt, als ihm von fb der Vorschlag gemacht wurde, mich zu adden. Er bemühte verräterischerweise die Analogie mit der Zitrone (Vorstellung, reinbeissen, Speichelfluss …).  Mein Foto hätte ihm sofort gefallen und  meine Artikel seien ansprechend. Hin und wieder habe er sie schließlich auch kommentiert, meinte er noch, was ich ja leider nicht mit einer Reaktion honoriert hätte. Wie konnte ich nur? Daraufhin sei er dann in die Offensive gegangen. Er machte sich auch gleich daran, meine eigenen Textpassagen zu nutzen, um sich den Schafspelz umzulegen. So schimpfte er beispielsweise allgemein über fehlende Empathie, übertrieben vorpreschendes Vorgehen bei der Kontaktaufnahme, um dann am Ende der Notiz druckvoll ein Treffen vorzuschlagen:’Wann und wo werden wir uns …‘ (29.11.16  15:39h).

Hätte man an dieser Stelle schon etwas merken können? Eindeutig ja. Er schrieb langatmig, schwafelte, war sprachlich unklar, zeigte Widersprüchliches, war zu offensiv und nutzte meine eigenen Inhalte für sich. Von der Priorität im Bezug auf schöne Fotos etc. ganz zu schweigen.

Ich war alarmiert und plante, mir die Sache einmal genauer anzusehen. Aus seiner Sicht antwortete ich programmgemäß und lobte ihn auch noch für seine Prosa. Von Äußerlichkeiten hielte ich nichts, schrieb ich gelangweilt, aber er habe sicher auch jenseits dieser Oberflächlichkeiten noch etwas beizutragen.

Die Sache kam ins Rollen. Es begann seinerseits die verbale Verführungsphase, in der ich punktgenau regelmäßig schwülstige Lobes- und Komplimentmessages erhielt. Morgens schaltete ich den Flugmodus aus, pling. Abends gab es Lyrisches mit Herzchen, Sternchen, gute Nächte und viele Vollmonde, nein, Zufälle gäbe es definitiv nicht. Das war sein aufregendes Mantra dieser für ihn wichtigen ersten Wochen, plus gemeinsamer Zukunftsfantasmen, – als hätte ich nicht eigene Pläne. Das Ziel: Dopamin und Max gehören zusammen, – daran sollte sie sich gewöhnen.

Ich ließ diese nur mittelmäßig einfallsreiche Dauerberieselung über mich ergehen und fütterte ihn bewusst ab und zu mit ein paar kleineren privaten Informationen. Man hätte ihn normalerweise als ‚guten Zuhörer‘ bezeichnet. Ich wusste allerdings, er wird (nach guter, alter Narzissten-Manier) wertvolle Informationen über mich verinnerlichen und diese dann später, innerhalb seiner oft realitätsverdrehenden Pseudo-Argumentationen, subtil und dezent wieder gegen mich verwenden. Methode: kopieren, einsetzen.

Meistens fing er damit an, wenn er sich in einer absurden Konkurrenzsituation zu mir begriff. Narzissten müssen unbedingt die Oberhand behalten. Jedem kaum spürbaren Hauch eines nahenden Vergleiches, der zu ihren Ungunsten ausfallen könnte, wird durch kleine Despektierlich- und/oder Respektlosigkeiten sofort das Wasser abgegraben.

Sprach ich ihn darauf an, dass er von mir Gesagtes gegen mich verwendet, hieß es:

‚… ich höre eben genau zu, wenn Du erzählst …‘

Sagte ich ihm, er sei ziemlich dominant in seinem Vorgehen, entgegenete er süffisant:

‚… Du willst doch niemanden, der keine Ziele hat …‘

Hielt ich ihm vor, es ginge ihm nur um Äußerlichkeiten, fantasierte er:

‚… Du hast es doch darauf angelegt, als Du das Foto von Dir veröffentlicht hast …‘

Antwortete ich nicht regelmäßig auf seine What’s app Nachrichten, kommentierte er:

‚… Du benimmst Dich oft merkwürdig und hast offensichtlich keine Ahnung von Konventionen …‘

Fragte ich ihn danach, ob er sich gleichzeitig noch mit anderen Frauen träfe, bekam ich vorwurfsvoll zu hören:

‚… es wird ja wohl keiner von uns am Ende monogam in die Kiste (Anmkg. die letzte) steigen, Du ja wohl auch nicht …‘ (Vieles war so verdreht und nebulös, dass ich den Sinn hinter dem Gesagten nicht herausfinden konnte.)

und und und

Die Offensive: das erste und letzte Treffen

Nachdem er unangenehm druckvoll darauf insistierte, ein gemeinsames Treffen endlich stattfinden zu lassen, setzten wir es tatsächlich am 15.12. um 19:30h in die Tat um. Er nagelte mich auf diesen von mir nur beiläufig in Erwägung gezogenen Termin fest und ich ließ ihn anreisen. Auch ich brauchte zumindest ein einziges Mal einen persönlichen Eindruck, um meine Theorie zu verifizieren, es mit einem waschechten narzisstischen Exemplar erster Güte zu tun zu haben. Es heißt, man fühle sich in ihrer Gegenwart so schrecklich unwohl, dass man sich am liebsten auf dem Absatz wieder umdrehen und das Weite suchen möchte. Das genau wollte ich ausprobieren.

Da natürlich von Anfang an klar war, was er wirklich vorhatte, ging ich weder vorher zum Frisör, noch rannte ich zum Laufband oder besorgte mir den neusten roten Anzug von Boss. Ich dachte ja gar nicht daran. Diese Erwartungen wollte ich nicht bedienen. Sicher erfüllt bei ihm zu Hause ein ganzer Chor junger langmähniger Back-ups im Hintergrund diese Kriterien.

Über den Abend an sich ist nicht viel zu berichten. Ich ging auf ihn zu, fand ihn nicht sonderlich schön (was wohl auf Gegenseitigkeit beruhte), sah in seine ausdruckslosen Augen, fühlte eine große innerliche Unruhe und wäre am liebsten sofort wieder nach Hause gefahren. Aber was macht man nicht alles aus Recherchegründen?

Seine Überheblichkeit mir und jeglichem Service-Personal gegenüber war nur mit ausreichend Gin überhaupt zu ertragen. Da er mir gegenüber schon vor und nach dem Rotwein beim Italiener diesbezüglich einen großen Vorsprung hatte, war ich mir auch sicher, dass er nicht die Klarheit besaß, mich zu durchschauen. Sein Alkoholkonsum war wirklich exzessiv. So wie alles, was er sagte, machte und sich ausdachte etwas Exzessives hatte. Ich riss mich zusammmen, spielte weiter die Unschuldige und überstand irgendwie diesen gruseligen Abend, einer Karikatur seiner selbst gegenüber sitzend. Der Pianist spielte Stücke aus unserer Zeit, es wurde geraucht, zwischendurch mal Martini. Die überfüllte Bar war geschwängert von lauten Gesprächen und schrillem Lachen und ich sah glücklicherweise nur noch halb ihn und zur anderen Hälfte direkt in die Beleuchtung des Flügels, was die ganze Sache einigermaßen erträglich machte. Nichts an ihm war echt außer vielleicht seinem schwarzen Kaschmirpullover, an den ich mich zum Schein ein bisschen kuschelte, damit der Abend nicht ganz umsonst war. Dieser Mann war eine einzige Fake-Nummer. Genauso, wie ich es erwartet hatte. Am frühen Morgen, der Pianist beendete mit Sinatra sein Répertoire, fuhr ich einfach nach Hause. Sicher grob entgegen seiner Agenda.

Mein Widerstand war nicht Bestandteil seines Plans

Meinen Widerstand demonstrierte ich in den Tagen danach entweder in längeren Pausen des nicht Reagierens auf seine Messages, oder aber ich betonte, dass für mich ganz klar ausschließlich eine Freundschaft mit ihm in Frage käme. Ich hätte andere Pläne, sei dabei ein Buch zu schreiben, brauchte freie Gedanken, hätte eigentlich keinen Platz für einen Mann etc. Das passte nach seinem ganzen Engagement natürlich überhaupt nicht in seinen Plan. Die gefährliche Phase begann.

Er fuhr fort, mich mit überlangen, einlullenden Messages hypnotisieren zu wollen. Es gab nur einen kleinen, feinen Unterschied zu seinem vorherigen Programm: widersprach ich ihm oder kritisierte ich ihn auch nur leicht oder zeigte ich winzige Anzeichen, ihn evt. durchschaut zu haben, honorierte er das sofort mit Herabsetzungen. Ganz neu: diese Herabsetzungen bezogen sich nicht nur auf mich, sondern auch auf das Leben meines Sohnes. Warum er z.B. nicht längst irgendwo kellnern würde oder ähnliche alberne Vorschläge. Mein Sohn ist in der Oberstufe und gleichzeitig Schülerstudent, spielt Klavier, engagiert sich politisch und und und. Was soll also der Unsinn?  Der Gefühls-Entleerte benutzte außerdem verstärkt, wie bereits mehrfach erwähnt, auswendig gelernte Inhalte aus meinem Textreservoir oder unseren Telefonaten, um mir gezielt kleine Nano-Verletzungen zufügen oder widersprüchliches Verhalten bei mir aufdecken zu wollen. Ich war in allerhöchster Alarmbereitschaft. Die Geschichte nahte sich dem Ende.

Seine gescheiterte Machtübernahme

Ich wurde nun sehr deutlich mit meiner Absage. Ob er denn ernsthaft geglaubt habe, ich ließe mich auf jemanden wie ihn ein. Jemanden, der so offensichtlich eine Programmatik abspulte, die nur ein einziges Ziel habe. Ich dagegen ließe mir grundsätzlich sehr viel Zeit mit einem Kennenlern-Prozess und beobachtete genau.

Für ihn muss  mein Referat eine einzige große Provokation und Demütigung bedeutet haben. Was er zu keinem Zeitpunkt wusste: ich hatte seine Machenschaften von Anfang an dekodiert.

Gleichzeitig gefährlich gemein und künstlich stoisch, überheblich und dauerlächelnd, sezierte er gefühlt stündlich zunehmend, was er von mir meinte zu wissen, bewertete und bemitleidete mich und überschritt nun verschärft meine  Grenzen. Das Ganze ohne auch nur den geringsten Hauch einer angebrachten Selbstreflexion. Eines der ganz sicheren Zeichen, es mit einem Vertreter der Persönlichkeitsstörungen aus dem Cluster B zu tun zu haben. Er teilte nun immer häufiger subtil aus, glaubte, mich perfekt analysiert zu haben und arbeitete so, verbarrikadiert hinter der Kritik an mir, auf das nahe Ende dieser für ihn so aussichtslosen Akquise-Kampagne hin.

Am 31.12. telefonierten wir ein letztes Mal. Ich brach den Kontakt ab.

Fazit und zusammengefasst das, was auch Psychologen raten

Quintessenz dieser 33 Tage und eine wichtige Anleitung, um einem möglichen Narzissten so früh wie möglich aus dem Weg zu gehen, ist die Methode der  Entschleunigung. Innerhalb des frühen Kennenlern-Prozesses kann man nur auf diese Art seine sensiblen Intuitionen arbeiten lassen und spüren, ob dieser plötzlich aufgetauchte Mensch seriöse Motive hat. Man sollte lange Pausen zwischen Mails und Messages einlegen, nur wenig Informationsmaterial herausgeben, seine Kontaktmöglichkeiten stark begrenzen und sehr, sehr genau zuhören.

Im direkten Kontakt ist es von enormer Bedeutung, wie man sich im Beisein dieses fremden Menschen fühlt. Ich kann nur jedem raten, sämtliche Ratio auszuschalten und genau zu spüren, ob es sich um ein wärmendes oder nervös, aufregendes Gefühl handelt, was man erlebt. Das Gehirn im Zusammenspiel mit dem Körper verarbeitet in rasender Geschwindigkeit mögliche Widersprüche im Ausdruck der anderen Person. Während wir noch zuhören und überlegen, hat unsere Intuition längst entschieden. Und es hat einen Grund, warum wir statt wohlwollende Wärme zu fühlen, in Alarmbereitschaft geraten. Wenn man mich fragt, was meiner Meinung nach die mit Abstand eindeutigsten Zeichen einer narzisstischen Persönlichkeit sind, gibt es für mich zwei Merkmale.

Sie fühlen sich unangenehm überlegen, ‚entitled‘, berechtigt, sich mit der größten Selbstverständlichkeit über andere zu stellen. Sie drücken einen in ein Hierarchiegefüge, selbst wenn alle Fakten gegen sie sprechen, eine vorrangige Stellung beanspruchen zu können. Man sollte sich, so schnell wie möglich, final aus ihrem Dunstkreis entfernen.

Und: sie haben alle ausdruckslose, kalte Augen, die einen fast erfrieren lassen.

http://www.narcsite.com von H.G. Tudor, von mir ‚highly recommended‘
Why Won’t He Leave Me Alone?
https://narcsite.com/2017/01/04/why-is-he-always-in-my-head-2/v

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7 Gedanken zu “… es ist bei weitem nicht drin, was draufsteht – verdeckte Narzissten auf Social Media Teil II

  1. … mit erst 15 Jahren diesen Weitblick zu haben und sich so zu positionieren, beweist, wie weit Du schon bist. In vielen Dingen gebe ich Dir Recht. Aber eines ist auch sicher, liebe Charlotte, diese lächerlichen 38 Jahre, die ich Dir an Erfahrung voraus habe, bergen jede Menge qualitativ hochwertiger Erfahrungen. Auf diese greife ich gern zurück und aus denen ergeben sich auch meine Methoden. Und wenn ich damit auch nur einen einzigen Menschen davor bewahren kann, dauerhaft in der Psychiatrie oder auf dem Friedhof zu landen, dann ist es mir ziemlich egal, ob innerhalb von 33! Tagen ein weiterer Narzisst mit seinen Methoden auffliegt, nicht zum Zuge kommt und sich anderweitig orientieren muss. Hier geht es eindeutig um Verhältnismäßigkeiten. Das ist meine Einstellung. Alles Gute für Dich und weiterhin viel Erfolg!

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  2. Toll, dass Sie internationaler werden. Ich wünsche Ihnen dabei ganz viel Erfolg! Mit Ihnen über ausnutzen oder nicht ausnutzen zu diskutieren würde nichts bringen, da ich weiß, dass Sie genau so stur sind wie ich. Sie haben sicherlich viel zu berichten. Vergessen Sie bloß nicht die wesentlichen Dinge wenn Sie auf die Überholspur wechseln. Ich habe Sie als einen ganz tollen Menschen kennengelernt und bin sicher Sie schaffen das. Lassen Sie die Finger von Kraken oder ähnlichem. Lg…

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  3. Liebe Charlotte, Danke für Deinen Kommentar. Um es gleich vorweg zunehmen, ‚entgegen seiner Agenda‘ heißt natürlich, nicht mit ihm die Nacht verbracht zu haben. Es gehört mit zur Stragegie somatischer Narzissten (allerdings auch cerebraler) einen durch Sexualität an sich binden zu wollen. Es werden durch sexuelle Nähe Hormone freigesetzt, die sozusagen nach Wiederholung verlangen. Wenn dann ständig wiederholt wird, das Objekt aber nach einer Zeit nicht mehr umgarnt, sondern zunehmend herabgesetzt wird, nennt man diesen Vorgang Trauma-Bonding. Das Zielobjekt ist dann durch diese bindungsfördernden Hormone an seinen narzisstischen Ausbeuter gebunden. Das ist das Prinzip.
    Dann fragst Du danach, ob es nicht selbst narzisstisch sei, ihn derartig ‚auszunutzen‘? Was meinst Du genau mit ‚ausnutzen‘ in diesem Fall? Inwiefern soll das stattgefunden haben?
    Ich habe natürlich gemerkt, dass einige meiner Leser befremdlich auf meine Methode reagiert haben. Dazu müsste man natürlich Biographien von geschädigten Personen kennen, die es nach einer Beziehung mit einem Narzissten nicht mehr schaffen, ein normales Leben zu führen. Deren zentrales Nervensystem irreversibel geschädigt ist, die ihr Leben lang unter Panikattacken leiden und und und. Ganz zu schweigen von den lebenslangen Problemen, die Kinder narzisstisch gestörter Eltern haben.
    Charlotte, es ist allerhöchste Zeit, und es entwickelt sich gerade, dass das Thema verstärkt an die Öffentlichkeit kommt.
    Dieser Narzisst aus meiner Geschichte wird sich seine Energie längst in anderer Form verschafft haben. Hier Mitleid zu entwickeln, ist am Thema vorbei und steht nicht im Verhältnis zu dem, was er angerichtet hätte, hätte ich ihn gelassen. Ich werde meine Texte übrigens noch ins Englische übersetzen und in entsprechenden Foren veröffentlichen.
    Viele Grüße,
    Britta Heusinger von Waldegg

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  4. Es gibt inzwischen eine ganze ‚Industrie‘, die sich mit den Menschen beschäftigt, die sowohl in ihren Ursprungs-Familien, als auch in Partnerschaften emotional missbraucht wurden. Betroffene mit tiefgreifenden seelischen Schäden (Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen), die ihre narzisstischen Eltern verursacht haben, können natürlich nur von ausgesuchten, spezialisierten Therapeuten behandelt werden. Für diejenigen, die aufgrund dieser Prägungen immer wieder auf Narzissten treffen und so die früh erfahrenen Muster wiederholen, habe ich diese Geschichte geschrieben. Viele von ihnen erkennen die Gefahr nicht
    rechtzeitig, in die sie sich begeben, wenn ihre Intuitionen sie nicht richtig leiten. Ich will mit meiner bewusst sehr deutlichen Rhetorik auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen.

    http://narcissisticbehavior.net/narcissistic-victim-syndrome-what-the-heck-is-that/

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    1. Wie immer ist der Beitrag gut geschrieben. Sie berichten von einem Projekt das Sie sehr viel Kraft gekostet hat, wie ich merke. Sie wussten von Beginn an, dass er narzisstische Züge aufweist und die Zeit die Sie mit ihm verbracht haben sich wohl als Zumutung enttarnte. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten aber gehörte es auch zu Ihrem Projekt (wie ich aus dem letzten Satz entnehmen kann: „Am nächsten Morgen fuhr ich einfach nach Hause“) die Nacht mit ihm zu verbringen? Und ich lehne mich noch etwas mehr aus dem Fenster. Ist es nicht etwas narzisstisch einen Menschen derart „auszunutzen“ um einen Artikel zu verfassen? Auch wenn es ja nur ein Beispiel sein soll (wo Sie es von Anfang an wussten) Nun, es kann auch sein, dass ich das alles aus einer falschen Perspektive betrachte aber das sind so die Fragen die ich mir nach dem Lesen stelle… Ich hoffe sie haben Ihr Projekt gut überstanden und kommen bald wieder auf die Beine… LG, Charlotte.

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      1. … Charlotte, es liegen keine menschlichen Züge vor, also braucht man auch niemanden zu bemitleiden. Setzen wir Motive gegen Methode und kürzen das eine gegen das andere! Erklärung siehe unten, lG

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