Kurzer Jahresrückblick auf 2019 und Der Fall Jens Söring

 

Was ist anders als sonst? Und wie wird wohl Weihnachten bei den von der Leyens?

Im karierten Flanell Pyjama

Als ich an diesem Adventmorgen, dem letzten für dieses Jahr, aufwachte und kurz darüber nachdachte vielleicht doch eine kleine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, wollte mir partout nichts Rührseliges einfallen. Eher Sarkastisches.

Ich blickte von meinem Apartement hinunter auf die vor mir liegende Kreuzung, an deren gegenüberliegender Seite ein Werbebanner mechanisch permanent Seiten auswechselt. Das Gerät ist quasi der direkte Nachfolger der klassischen Litfasssäule. Es zeigt abwechselnd Parfums von Dior, Hermès, YSL und Rabanne. Die Plakate superschlanker Frühpubertierender mit grotesk übergroßen Brillenfassungen würden zwar eher auf den Times Square passen, aber genau diese Verquirlung von Zeitzeichen macht hier das Leben für mich so attraktiv. Jedenfalls, – eine Parfumwerbung nach der anderen, das kann nur Weihnachten bedeuten.

Vielleicht waren für mich die Inhalte des Jahres 2019 einfach zu aufreibend und haarsträubend, um nun am Ende resümierende und beruhigende ‚Nach-Hause-Kommen-Szenarien‘ in mir auszulösen, wie es sonst immer der Fall war: zum Schluss wird eben doch alles gut, alle fahren zu ihren Eltern, eine Ansammlung an herumlaufenden Norwegerpullovern mit Baguette unter dem Arm trifft sich am späten Vormittag des Heiligen Abends in der Stadt und tauscht, der Atem nebelt beim Sprechen vor Kälte, Aktualitäten aus. Irgendwo läuft „Let it snow, Let it snow, Let it snow“ und ich habe mich einmal mehr nicht getraut meiner Mutter zu sagen, dass mir ihre Argumente für Würstchen mit Kartoffelsalat bei weitem nicht reichen. Aber es wäre nicht klug. Ein jeder muss mit seinen Stresshormonen haushalten. Und wahrscheinlich projizieren wir ohnehin alle zu häufig.

 

Große Veränderungen und ein Glücksfall

Und warum ist es in diesem Jahr nicht so wie sonst? Viel ist passiert und es war brutal anstrengend! Jedenfalls für diejenigen, die das weltweite Tagesgeschehen verfolgt und hinterfragt haben. Dagegen wäre ein drohender Konflikt, den ein Kartoffelsalat unter Umständen auslöste, eher zu vernachlässigen. Zumindest was die Stresshormonbilanz beträfe.

Unzählige Debatten im Unterhaus und am Ende endlich die Erlösung, Greta und Fridays for Future als Blaming Kampagne, Undurchsichtiges aus Brüssel und von Deutschland im Inneren will ich gar nicht erst anfangen.

Eine Geschichte hat mich aber besonders gefreut. Jens Söring ist frei. Seinen Fall hatte ich seit langem verfolgt, da es sich, meiner Meinung nach, um einen skandalösen Justizirrtum handelt.

 

Jens Söring ist nicht nur Justiz- sondern auch Opfer malignen Narzissmusses/ Psychopathie

Es wird eigentlich Herrn Sörings Würde nicht gerecht, handele ich ihn und seine Geschichte in diesem Text nur kurz ab. Doch bezugnehmend auf meine vorhergehenden Texte steht eines für mich fest, – was ich in vierzig Artikeln zum Thema ‚Maligner Narzissmus und Psychopathie‘ behandelt habe, betrifft auch ihn und sein erschütterndes Schicksal. 33 Jahre saß er unschuldig in einem US-amerikanischen Gefängnis. Er wurde von seiner ersten und bis jetzt einzigen Freundin manipuliert und dadurch ruiniert, – Stichworte Trauma Bonding, Emotional Abuse und das ‚Prinzip Seduction-Devaluation-Discard’ wurden lehrbuchmäßig erfüllt.

Ich hoffe, ein guter Psychologe nimmt ihm die fürchterlichen Schuldgefühle, unter denen er leidet. Und statt an ihn zu glauben und ihn zu unterstützen, hat sich sogar sein engster Familienkreis, hier besonders sein Vater, abgewandt. Herrn Sörings Fall ist ein extremes Beispiel für das, was passieren kann, wenn ein Liebender Bindungshormone für eine ‚gefährliche Maschine‘ entwickelt.

 

Öffentliche Demokratieverstöße

Es wird anscheinend langsam salonfähig. Nicht nur, dass ohne Abstimmung im Deutschen Bundestag Entscheidungen getroffen wurden, die das Land grundlegend verändert haben, – es passierten sogar im Europäischen Parlament unglaubliche Dinge. Aus dem Nichts und ohne Wählervotum gab es plötzlich eine Kandidatin für den Kommissionsvorsitz, mit der niemand gerechnet hatte. Wie kann das sein? Zufällig ist diese Dame dem engsten Stab von Frau Merkel zuzuordnen. Durch besonders prägnante politische Erfolge war sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgefallen, – eher durch das Gegenteil.

Das Gegenteil heißt, es wurde sogar ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss einberufen, der die exorbitant hohen Beraterkosten näher beleuchten soll, die innerhalb des Ministeriums generiert wurden, dessen Ministerin Frau Dr. Ursula von der Leyen, die jetzige EU-Kommissionspräsidentin, einmal war. Und wie es in jedem ordentlichen Verfahren passiert, müssen selbstverständlich lückenlos Beweismittel zur Verfügung gestellt werden, – nur leider wurden, aus fadenscheinigen Gründen, genau diese vernichtet. Es handelte sich, wie inzwischen alle wissen, um das digitale Textmaterial, das sich auf dem Diensthandy Frau von der Leyens befand.

Daraufhin wurde kürzlich, seitens eines Politikers der Grünen, Strafanzeige gegen das Verteidigungs-Ministerium gestellt.

In ihrer Bewerbungsrede zur Präsidentschaft der EU-Kommission betonte Frau von der Leyen in besonderem Maße, dass ihre Kinder sie beauftragt hätten, Europäische Klimaverantwortung zu übernehmen und allumfassend der moralischen Verpflichtung gegenüber kommender Generationen gerecht zu werden.

 

Doppelmoral – ein prägnantes gesellschaftliches und politisches Merkmal unserer Zeit

Duden, –

„verschiedene Grundsätze gelten lassende, zweierlei Maßstäbe anlegende Moral“

Wikipedia (siehe Einzelnachweise), –

„Als Doppelmoral wird ein Normensystem bezeichnet, das gleiches Verhalten ethisch unterschiedlich bewertet, je nachdem, welcher Personengruppe die ausführende Person oder die betroffenen Personen angehören, oder je nachdem, ob diese sich in einer öffentlichen oder privaten Situation innerhalb oder außerhalb einer Gemeinschaft befinden, ohne dass dafür ein sachlicher Grund vorhanden wäre. Die Doppelmoral kann sich dabei explizit in einem moralischen Code niederschlagen, der eine unterschiedliche Wertordnung abbildet, oder implizit im moralischen Empfinden, im Verhalten und in den Werturteilen Einzelner. Entscheidendes Merkmal ist, dass mit „zweierlei Maß“ gemessen wird.“

 

Weihnachten bei den von der Leyens

Jetzt stelle ich mir als interessierte Europäerin natürlich vor, wie denn Frau Dr. von der Leyen, die kleine durchtrainierte Polit-Springmaus, unter’m Weihnachtsbaum den unangenehmen Fragen ihrer zukünftigen Generationen begegnen und/ oder ausweichen wird, – zu gerne hörte ich den genauen Wortlaut der Erklärungen, wie sie wohl ihrer moralischen Verantwortung gerecht werden möchte, die schon im Kleinen, nämlich innerhalb des ordentlichen Untersuchungsverfahrens vor dem Deutschen Bundestag, gezeigt werden müsste. Was für ein Zirkus …

 

Zweimal werden wir noch wach mitten in dieser Zeitenwende

Immernoch im Pyjama, aber inzwischen von meiner Vermieterin mit herrlich süffiger Schoko-Kirsch Weihnachtstorte ausgestattet, sitze ich mit einer frischen Tasse Kaffee an meinem kleinen Schreibtisch und sinniere über das kommende Fest. Ich schaue kurz  aus dem Fenster. Was haben wir denn da gerade? Einen Herrenduft. Dior Sauvage. Das Wort ‚Herr’ klingt wie aus der Zeit gefallen. Weißer alter Mann, how dare you? Und schon sind wir wieder bei der Doppelmoral.

Auch unsere Sprache hat sich verändert. Wir kommen mit den Digital Natives nicht mehr mit. Keine Chance. Kommentare von Leuten wie mir nennen sie etwas abfällig  ‚Boomer Takes‘.

Aber jetzt zurück zum Thema. Was schenkt man der Familie Schönes, während man den Spagat versucht zwischen einer Frau, die einst auf der Insel Jersey mit Hans Albers tanzen durfte, sein Angebot als Entschädigung für den umgeworfenen Martini Cocktail, und einem ambitionierten Elon Musk Fan mit exzellenten Forecaster  Qualitäten?

Was schenkt man, wenn man jemanden in der Familie hat, der noch mit ansehen musste, dass einige bis an die Zähne bewaffneten Amerikaner eine Leica Hochleistungskamera ausgruben, die im Hinterhof verbuddelt und eigentlich für ihn bestimmt war, – ein Weihnachtsgeschenk sein sollte? Sein Opa stand daneben und zitterte vor Angst wie Espenlaub.

Von mir gibt es in diesem Jahr abstrakte Geschenke, nämlich Phantasie und Verständnis. Ich werde mich zurück halten und die anderen sein lassen, sie lange und ausführlich erzählen lassen, von mir aus auch bei Kartoffelsalat und Würstchen. Guten Dijon Senf könnte ich ja mitbringen. Das traditionelle Treffen mit anderen Norwegerpullovern fällt bis auf weiteres aus. Aber das ist wieder eine ganz andere  Geschichte …

Und der Forecaster bekommt das für mich Komplizierteste, nämlich Geduld um sich weiter in Ruhe zu entwickeln, denn Menschen wie er brauchen mehr Raum und Zeit als die Vertreter aus der ‚Vergleichsgruppe‘.

Mir selbst schenke ich Freiheit.

Feiern Sie schön.

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Kurzer Jahresrückblick auf 2019 und Der Fall Jens Söring

  1. Liebe Britta,

    Deine Gedanken sind belebend, inspirierend und faszinierend. Egal ob och sie teile oder eine andere Position einnehme, sie sind wie das Salz auf der Haut der Bretonen – verletzend, rau, echt, frei und deshalb so unverzichtbar.

    Danke, dass Du sie teilst – eine so wertvolles Geschenk über alle kurzfristigen Materialitätsmaßstäbe hinaus.

    Ich hoffe, Du überstehst aus dieses Jahr noch einmal Würstchen und Kartoffelsalat – ich konnte bislang dieser Tradition auch nur abgewinnen, dass es eine ganz wundervolle Tradition wäre, sie zu umgehen.

    Auf die Freiheit von Gedanken und Disput!

    Viele Grüße Rudolf Feil

    >

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    1. Rudolf, lieber, ich freue mich sehr!, dass Dir mein Schreiben gefällt, weiß ich doch, dass Du Ansprüche stellst. Und der Bezug zu den Bretonen, zu Brittany, passt interessanterweise genau, – warum, dass wirst Du dann auch noch lesen. Ansonsten halte ich es mit Susan Sontag: „Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke.“ Ich wünsche Euch wunderschöne Weihnachten, macht ‚was aus 2020, Eure Britta

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