‚Female Malignant Narcissism‘ nach Textbuch – Warum es trotzdem kompliziert ist, emotionalen Missbrauch vor Gericht zu beweisen

Untertitel zum Prozess von Johnny Depp gegen The Sun

Meinung

Es geht in diesem Artikel nicht darum festzustellen, dass es sich bei Amber Heard mit Sicherheit um eine krankhafte Narzisstin handelt. Persönlichkeitsstörungen können natürlich nur Psychologen oder Psychiater diagnostizieren. Und selbst sie nicht im Ferndiagnose-Verfahren.

Im Rahmen zahlreicher persönlicher Gespräche müsste, über einen längeren Zeitraum hinweg, die zu untersuchende Person befragt und beobachtet werden. Am Ende entscheidet eine bestimmte Anzahl determinierender Kriterien (die zwei großen Klassifikationssysteme sind das DSM, Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen, und die ICD, Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten), ob eine Diagnose ‚Narzisstische Persönlichkeitsstörung‘ gestellt werden kann.

Es sprechen bei Mrs. Heard allerdings eine ganze Reihe typischer Verhaltensweisen für eine solche oder ähnliche Diagnose. So wie sie es in ihrem final statement vor den Royal Courts of Justice medienwirksam erklärt hat, hat sie Vertrauen in das Britische Rechtssystem. Sollte man ihr nicht glauben, ist also die Britische Gerichtsbarkeit Schuld.

Ich vertraue ebenfalls der British Justice, – nämlich darin, dass sie in ihren Entscheidungsprozess Expertisen von Psychologen einbinden wird, die vielleicht sogar auf Persönlichkeitsstörungen aus dem Cluster B spezialisiert sind. Es bleibt spannend.

Was inzwischen (leider) allen bekannt ist

Es herrscht eine Über-Fülle an allgemein zugänglichen und teils befremdlichen Informationen über die Beziehung von JD und AH. Wie immer wurde in Form von Gerichtsprotokollen über den mehr als drei Wochen dauernden Prozess in London restlos alles Private aufgedeckt und festgehalten, – war es auch noch so unappetitlich.

Diese Aufzeichnungen klingen wie Drehbücher über ein exzentrisches Beziehungsdrama, in dem jede Partei der anderen ekelhafte Verstöße gegen die guten Sitten und gewalttägiges Verhalten vorwirft. Es wird beidseitig im großen Stil behauptet, abgestritten und Verantwortungen dem jeweils anderen zugeschoben. Der normale News-Konsument denkt in Blöcken. Er nutzt zu seiner Deutung die Kategorien, die er kennt und bedient sich im schlimmsten Fall ideologisch gefärbter Klischees, die ihm durch die Medien täglich eingehaucht werden. Und genau das macht sich der in diesem Fall weibliche Narzisst zunutze, – so mein Eindruck.

Für diejenigen Leser und youtube-Interessierten, die noch nicht mit destruktivem und manipulativem Verhalten von malignen Narzissten konfrontiert wurden, sieht die Sache wahrscheinlich wie folgt aus.

Oberflächlich betrachtet

Überschlägt man die Berichte zu Johnny Depps Prozess und das, was man über die turbulente Vorgeschichte zu lesen bekommt, könnte man schnell und platt auf ‚Aussage gegen Aussage‘ kommen.

Heard und Depp lernten sich 2011 am Set zu „The Rhum Diary“ kennen. 2015 heirateten sie und nach nur 15 monatiger Ehe reichte Amber Heard die Scheidung ein.

Den Grund für Johnny Depps Verleumdungsprozess gegen „The Sun“ lieferte deren Journalist und Executive Editor Dan Wootton, der 2018 in einem Artikel J.K. Rowling dafür kritisierte, den ‚wife-beater‘ Johnny Depp als Main Character Gellert Grindelwald für ihren neusten Film „Phantastische Tierwesen“ gecastet und sich über ihren Coup auch noch sehr gefreut zu haben.

Innerhalb des mehr als drei Wochen dauernden Verfahrens hatte die „Sun“ zu beweisen, dass Johnny Depp seine Frau geschlagen hatte. Amber Heard war daher die Hauptzeugin der „Sun“. In 14 konkreten Anklagepunkten bezichtigte Heard Johnny Depp, ihr gegenüber gewalttätig gewesen zu sein.

Johnny Depp streitet das ab. Er sei kein Frauen-Schläger. Niemals sei er einer seiner Partnerinnen gegenüber gewalttätig gewesen. Johnny Depp sagt über sich: „I’m not a violent person“.

Pikant ist in diesem Zusammenhang ein weiterer Verleumdungsprozess, der im Januar 2021 in den USA, genauer in Virginia, beginnen wird. Depp verklagt Heard auf Schadensersatz. In Virginia ist die Washington Post ansässig. Amber Heard hatte sich im Rahmen der #MeToo Bewegung in einem Interview der Zeitung über ihre Gewalterfahrungen mit Männern geäußert. Obwohl sie Johnny Depp nicht namentlich erwähnt hatte, war natürlich jedem klar, auf wen sie sich bezieht.

Disney hatte Depp daraufhin gefeuert. Die Rolle des Jack Sparrow, die maßgeblich er selbst gestaltet und immens erfolgreich gespielt hat, sollte er in „Pirates of the Caribbeans VI und VII“ nun nicht mehr bekommen. Einen Frauen-Schläger kann man schließlich nicht den coolen Jack Sparrow spielen lassen.

Es handelt sich pro Film für ihn um eine Gage von knapp 100 Mio Dollar, so eine Quelle, deren Zuverlässigkeit ich nicht genau kenne. Jedenfalls wird Amber Heard in dem kommenden Verfahren von ihm auf einen Schadensersatz von 50 Mio Dollar verklagt. Der Ausgang des Britischen Prozessses ist daher von hoher Relevanz.

Johnny Depp mit seinen 37 bedeutungsvollen Tatoos, seinen vielen Totenköpfen überall, als schwere Ringe, Ketten oder auf seinen schwarzen Bandanas, suggeriert tatsächlich nicht gerade die Anständigkeit eines Chorknaben. Auch wenn er sie besitzt. Er ist übrigens Gründungsmitglied eines gewissen Chores, – ein ‚Chor’ der etwas anderen Art. Hierzu später mehr.

Dazu kommen seine berüchtigten Drogen- und Alkoholexzesse.

Aber Mrs. Heard hat tatsächlich eine kriminelle Vorgeschichte im Bezug auf Häusliche Gewalt. Da sie ihre frühere Ehefrau geschlagen haben soll, wurde sie in der Vergangenheit einmal polizeilich verhört und für eine Nacht verhaftet.

Was sind die Hintergründe?

Beide kommen aus dysfunktionalen Familien, auch wenn die jeweilige Dysfunktionalität sich unterschiedlich dargestellt hat. Hört man Stimmen aus Fachkreisen heißt es, dass diese unterschiedlichen Familiengeschichten und die Rollen, die die beiden in ihnen gespielt haben, eine gegenseitige Anziehung anscheinend noch begünstigt haben. Aber diese Erklärung allein reicht nicht. Im Folgenden gehe ich noch auf eine ganz andere Besonderheit ein.

Live Abuse Free – Psychologie (youtube)

Johnny Depp vs Amber Heard

Eine Deutung – Von der Anziehung zwischen Narzissten und Menschen mit Hoch/Höchstbegabung

Dieser Blog besteht aus Beiträgen über das Thema ‚psychische Gewalt‘ in Form von pervertierten sozialen Interaktionen zum Vorteil einer Partei.

Es sind Texte, die von verdeckten Handlungen und von Manipulation vorwiegend im zwischenmenschlichen Bereich handeln. Ich habe mittlerweile verstanden, dass meine eigenen Erfahrungen zu diesen vorsätzlich ‚technischen Bindungs-Methoden‘ von Narzissten noch vergleichsweise harmlos sind.

Kreative Menschen handeln intuitiv. Sie spüren etwas und lassen sich davon leiten. Und sie denken, dass alle es so machen. Bis sie getäuscht werden. Es ist ein Schock für sie, wenn ihnen klar wird, dass sie es mit einem Strategen zu tun haben. Mit jemandem, der ein gut durchdachtes Manöver gegen sie fährt und nur ein Ziel hat, nämlich von ihnen zu profitieren.

Inzwischen weiß ich von Menschen, deren Leben, so wie es gemäß ihrer Anlagen gedacht war, nie stattfinden durfte, – und das nur, weil eine andere Person es schleichend sabotiert hat. Oft sind es besonders begabte, höchst sensible Personen, deren Besonderheiten für einen Narzissten zunächst äußerst attraktiv sind, dann aber zur Bedrohung werden. Diesen Bedrohungen begegnen sie mit offener oder verdeckter Aggression, mit unmoralischen Mitteln und dem absoluten Willen, sich über den anderen erheben zu wollen. Aus tiefer Unsicherheit, Verzweiflung und einem inneren Vakuum heraus.

Narzissten verhindern potenzielle Karrieren, zerstören existierende und drehen im großen Stil Lebensfreude und Freiheit einer empathischen Person in Angststörungen und Traumata. Diejenigen, deren Gefühle missbraucht werden, befinden sich in einem unsichtbaren Käfig. Dessen sind sie sich zunächst lange nicht bewusst. Die Außenwelt bemerkt oft nichts von diesen Interna.

Um konkrete Beispiele für offene und verdeckte anti-soziale Kommunikationsmuster und Verhaltensweisen zu nennen, muss man einzelne Dialoge und Aktions-Reaktions-Schemata, die für die entsprechende Beziehung typisch sind, genauer unter die Lupe nehmen. Dabei darf man Gespräche nicht aus ihrem Kontext lösen.

Was ich im Kontrast dazu auch verstanden habe ist, wie funktionale zwischenmenschliche, enge familiäre und Liebesbeziehungen eigentlich ‚gestaltet‘ werden müssten, damit sich alle beteiligten Individuen entfalten, sich in ihrem Leben weiter entwickeln und sich sicher fühlen können. Wenn man nicht in funktionierenden Strukturen aufgewachsen ist, muss man sich diese später sorgfältig kognitiv erschließen. Versäumt man es, kann man sich nie wirklich von den destruktiven Mustern seiner Ursprungsfamilie befreien.

to be continued

Christine Mortamais über einen besonderen Zusammenhang: Beziehungen zwischen malignen Narzissten und Hochbegabten (youtube)

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