Supportive Leadership

Wie funktioniert das ?

Es bedarf natürlich eigentlich mehr als eines kleinen Aufsatzes, um zu erklären, wie man als Führungskraft seine Mitarbeiter ’supported‘ – die deutsche Übersetzung erscheint mir in diesem Zusammenhang zu schwach und auch nicht sinngemäß. Wie man ihr Potenzial, ihre Kreativität und ihren Enthusiasmus hervorbringt und somit indirekt für Kundenbindung und für Produktivitätssteigerung sorgt.

Ich kann nicht anders, aber in all den Jahren meiner Tätigkeit als Leitende habe ich mich grundsätzlich sehr für die mir anvertrauten Kollegen interessiert. Es waren bis jetzt viele Tausende. Wir kennen uns vor unserem ersten Zusammentreffen nicht, werden firmenseitig zu einem Team zusammengestellt und arbeiten dann sehr intensiv jeweils für einige Tage zusammen an mindestens zwei Projekten.

Es ist mir nicht egal, mit wem ich es zu tun habe. Ich kann nicht anders, als meinen Kollegen auf Augenhöhe zu begegnen, also genau so, wie ich gern von meinem Chef behandelt werden will. Ich möchte auch, dass man mir prinzipiell vertraut und mir etwas zutraut. Ich möchte gesehen werden. Ich möchte, dass mein Chef neugierig darauf ist, was in mir steckt. Ich möchte in vollem Umfang richtig eingeschätzt werden und wenn mir droht, langweilig zu werden, dann möchte ich adäquate neue Aufgaben bekommen, sonst arbeite ich nämlich schlecht, in der grässlichen Routine, die mir zugemutet wird. Ich möchte mich wohl und sicher fühlen, nur dann kann ich unseren Kunden gegenüber frei und kreativ sein, neue Ideen entwickeln und in kritischen Fällen sogar angstfrei mit meinen unkonventionellen Lösungsvorschlägen aufwarten. Ich möchte ebenfalls in vollem Umfang respektiert werden, für das, was ich bin und kann. Dann fallen die Dinge, die ich nicht so gern und deshalb nicht ganz so gut erledige vielleicht nicht so schwer ins Gewicht. Ich möchte nach meiner Meinung gefragt werden, denn das gibt mir das Gefühl, wichtig zu sein. So und nicht anders dürfte es meinen vielen Kollegen gehen und deshalb gestalte ich meine Aufgabe als Führungskraft in meinem Unternehmen wie beschrieben.

Meine Kollegen sind alle wunderbare, flexible, kreative, intelligente und starke Persönlichkeiten von 18 bis ungefähr 65 Jahren. Sie wurden handverlesen. Man kann sie jetzt nicht allein lassen, mit ihren Qualitäten. Man kann sie nicht gängeln. Man darf ihnen nicht mit Sanktionen drohen. Druck erzeugt Gegendruck. Unsere Ansprachen und Vorträge, als ihre Vorgesetzten, sollten wenigstens einigermaßen unterhaltsam, jedenfalls auf keinen Fall langweilig sein. Sie stellen zurecht hohe Ansprüche an ihre Chefs. Wir sind ein international erfolgreiches Unternehmen. Wir müssen selbst einiges bieten, um von ihnen ernst genommen zu werden. Das ist mir bewusst.

Wahrscheinlich braucht man Talent, um empathisch und supportive führen zu können. Man muss imstande sein, das große Ganze zu sehen und zu beurteilen. Manchmal muss man blitzschnell, eher intuitiv, einschreiten oder noch wichtiger, nicht einschreiten, wenn es opportun ist. Man sollte über überdurchschnittliche sprachliche Fähigkeiten verfügen, denn innerhalb einer für niveauvolle Führung absolut notwendigen offenen Kommunikation, geht es oft um extrem differenziert formuliertes Erklären von Sachverhalten oder Feedback. Wir können mit einer zu 100% aggressions- und angstfreien Kommunikation alles klären und dabei respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen. So entsteht dann auch keine passive Aggressivität seitens der Mitarbeiter.

Wir müssen authentisch und integer bleiben. Wer weiß, wieviel Prozent meiner Fehlentscheidungen mich gegenüber meinen Kollegen nur noch menschlicher haben erscheinen lassen. Ich habe sie gern, grundsätzlich von Anfang an. Es entstehen Verbindungen zwischen diesen grossartigen und interessanten Menschen und mir, die wir am Ende unserer Projekte oft zu meinem großen Bedauern wieder lösen müssen. Es ist ein Ressource Management im wahrsten Sinn, was ich betreibe. Wir, in leitenden Funktionen, sollten uns dessen täglich bewusst sein und uns auf neue Möglichkeiten freuen. Unsere Methoden sollten wir intelligent einsetzen. Davon hängt schließlich nicht nur die Produktivität sondern unbedingt auch die wertvolle Selbstgewissheit unserer Mitarbeiter ab. Wir tragen eine große Verantwortung für oft entscheidende Ereignisse in ihren Biographien.

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