Destruktive Beziehungen zu Narzissten 14 – Woran ich sie erkenne

oder Wie man es frühzeitig vermeidet, zu einem Funktionsträger degradiert zu werden

Ein Pathologischer Narzisst ist ein Gewinn- Maximierungssystem, – keine soziale Einrichtung. Soweit waren wir bereits. Es ist bitter, zu erkennen, dass es sich beispielsweise bei einem nahen Familienmitglied, dem sogenannten Partner oder Freund um jemanden handelt, der sich verdeckt nicht für uns, sondern ausschließlich für die Durchsetzung seiner eigenen Vorteile interessiert.

Eine pauschale Antwort auf die Frage zu geben, wie man möglichst schnell herausfinden kann, ob es sich bei einer bestimmten Person um einen verdeckten Narzissten handelt, ist nicht leicht. Ich will es dennoch versuchen.

 

Wenn das narzisstische System funktioniert

Das gewinnmaximierende System Pathologischer Narzisst rekrutiert ständig eine ganze Entourage an Objekten, die sich lohnen, auf eventuelle Gewinnerzielung hin von ihm überprüft zu werden. Kurz zur Erinnerung: mangels Gehirnmasse an dafür notwendiger Stelle (das ist natürlich extrem vereinfacht dargestellt, jedoch in meinem vorhergehenden Text ausreichend belegt) entwickelt er weder ein schlechtes Gewissen, während er forscht, noch Empathie, Zweifel oder Skrupel, – einzig seine Gewinnprognose treibt ihn an. Ebenfalls kurz zur Erinnerung: es kann sich dabei um finanzielle Vorteile, um Sex, um Aufmerksamkeit, einfach um Gesellschaft oder vieles andere handeln. So unterschiedlich Individuen sind, genauso unterschiedlich ist natürlich auch die Motivation eines jeden narzisstischen Jägers.

 

Was normalerweise passiert

Angenommen ein Vertreter der Psychologischen Klassifizierung Cluster B, also eine krankhaft manipulative Persönlichkeit, hat sich eine Strategie überlegt, wie er oder sie möglichst unerkannt (und das trainieren und perfektionieren sie täglich) ein menschliches Objekt dahin bewegt, ihm einen Vorteil zu verschaffen, dann hat sich der Narzisst zunächst auf eine seiner verschiedenen Methoden festgelegt. Er tat dieses nachdem er seinerseits sein Objekt erst beobachtet und dann klassifiziert hat. Zur Manipulation geeignete Objekte verfügen ja, wie in vorhergehenden Texten erschöpfend herausgearbeitet, über ein hohes Maß an Empathie, einen starken Willen zu helfen aber auch oft über überdurchschnittliche Intelligenz. Es sind Personen, die statt auf ihre Intuition zu hören, dazu neigen, zu rationalisieren. Sie finden nach einigen Hin- und Herüberlegungen immer eine rationale Erklärung selbst für das merkwürdigste Verhalten ihrer Mitmenschen und leider auch für Widersprüchliches und auf den ersten Blick nicht erkennbare gefährliche Argumentations-  Manöver von Narzissten. Sie lenken den Blick dabei oft weg von sich selbst auf die jeweiligen Befindlichkeiten des Unerkannten und verstehen, vollziehen nach und begründen. Dabei verschiebt sich der sogenannte ‚locus of control‚ nach außen, das heißt der Narzisst spielt und führt beliebig sein Objekt am Nasenring durch die Manege. Es hinterfragt üblicherweise nicht. Die Argumentationskonstrukte, die er gebaut hat, klingen plausibel. Den Rest erledigt das Objekt, das nicht aufhören will, bereitwillig zu verstehen und zuzustimmen, weit entfernt von seiner Intuition und seinen eigenen Bedürfnissen. Das narzisstische Ausbeutungssystem funktioniert.

 

Aber was ist, wenn es nicht so läuft, wie der Narzisst es geplant hat? – Zur Störanfälligkeit des Systems

Nicht umsonst raten weltweit alle im Netz mit dem Thema Befassten, sich innerhalb eines Kennenlernprozesses ausreichend Zeit zu lassen, um etwaige maligne Motive seines neuen Gegenübers frühzeitig zu entlarven.

Machen Sie es wie Bartleby.

Sollten sie in einem Fall den Anfangsverdacht haben, es handele sich eventuell um einen Vertreter der Gruppe manipulativer Persönlichkeiten, dann spielen Sie einmal nicht mit. Machen Sie den Test. Sagen Sie: „Nein, – nicht so gern“, wenn es um eine Wunscherfüllung oder eine Anweisung seitens ihres Gegenübers geht.

Und dann achten Sie auf die Reaktion. Besonders einfach wird es, wenn das störanfällige narzisstische System empört und verärgert reagiert. Wenn Sie dafür bestraft werden, dass Sie seiner Wunscherfüllung nicht sofort nachkommen und statt dessen eigene, andere Pläne haben. Dieser Fall ist verhältnismäßig einfach und Sie können daraus Ihre wertvollen Schlüsse ziehen.

Etwas komplizierter wird es, wenn der innerlich verärgerte Narzisst versucht, es nach außen zu verbergen. Die Betonung liegt auf ‚versucht‘, denn wenn man sensibilisiert ist, wird man ihm die Verärgerung anmerken. Sein ausgesuchtes Objekt hat ‚Nein‘ gesagt und ihm somit seinen Plan zerschossen. Es wird in jedem Fall eine Reaktion von ihm kommen, die von der eines emotional Normalentwickelten abweicht. Sei es eine Abkehr, also die Bestrafung durch den Entzug an Aufmerksamkeit oder die Streichung von Mitteln oder andere indirekte Sanktionierungen.

Jeder gesund fühlende Mensch akzeptiert das Nein einer anderen Person im Rahmen seines Respektes und seiner Wertschätzung für sein Gegenüber. Ein Individuum entscheidet selbstverständlich selbst über sich und erhält von außen normalerweise Verständnis, – dafür braucht man Empathiefähigkeit.

Da Pathologische Narzissten in anderen nur funktionale Entitäten sehen und die Komplexität ihrer Gefühlswelt ihnen verborgen bleibt, werden die ausgesuchten Objekte für sie schnell uninteressant und sie wenden sich neuen ‚Möglichkeiten‘ zu. Wie jedes System sich nach einer Störung neuen Gegebenheiten anpasst, um sich weiterzuentwickeln, ändert auch er nach einem Misserfolg seine Stragegie. Er dockt ab und versucht es woanders.

Ein Pathologischer Narzisst lebt ein vollkommen anderes Leben, als emotional gesund entwickelte Personen. Er ist angetrieben von der Macht und dem Vorteil über andere. Reüssiert er nicht, wird sein inneres Vakuum für ihn zu einer Bedrohung. Man kann sich diesen Sachverhalt nicht oft genug in Erinnerung rufen. Dieses Mantra schützt einen davor, manipuliert und betrogen zu werden.

Noch einmal: machen Sie es wie Bartleby, der Schreiber von der Wallstreet. Sagen Sie Nein und achten Sie darauf, was dann passiert …

 

Quelle

The Fastest, Easiest Test For Narcissism – Up to date: „The Smiling No Test“ by Richard Grannon Spartanlifecoach (youtube)

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 13 – Eine Nische innerhalb des Gesundheitssystems

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… ein blinder Fleck und das nicht nur in Deutschland

 

Sollten Sie sich beim Durchsehen meiner Texte jemals die Frage nach ihrer Seriosität gestellt haben, kann ich Ihnen heute weiterhelfen. Was vor fast drei Jahren mit einem eher unbeholfenen kleinen Aufsatz über die Ergebnisse meiner ‚Feldstudien‘ und meiner ‚Teilnehmenden Beobachtung‘ begann, hat sich inzwischen zu umfangreicher Kenntnis über die aktuell international zur Verfügung stehenden Quellen entwickelt. Es zeigte sich, dass es äußerst kompliziert ist, die Charakteristika eines Phantoms zu erklären. Manipulativen Einfluss greif- und verstehbar machen zu wollen, kommt ‚chasing wind‘ gleich.

 

Wie Sie dem Titelbild und der dazugehörigen Quellenangabe am Ende dieses Textes entnehmen können, ist die Forschung in Sachen Psychopathologie bei Narzissmus noch ziemlich am Anfang. In der erwähnten Studie geht es um die Gehirne von Pathologischen Narzissten, also denjenigen Personen, die unter einem ‚pathologically grandiose sense of self- importance‘ bei gleichzeitiger ‚impairment of empathy‘ leiden. Ich verzichte an dieser Stelle auf die Übersetzung, – so oft habe ich es in meiner Text- Reihe schon erläutert. Und: ob Narzissten wirklich unter ihrer Besonderheit leiden, sei dahin gestellt. Fest steht, es ist ihnen nicht möglich, mitfühlende, soziale Bindungen zu anderen herzustellen. Was für uns Normalentwickelte eine entscheidende Rolle innerhalb unserer Lebensgestaltung spielt, uns Lebensqualität und soziale Wärme gibt, ist für diese Gruppe unerreichbar. Statt dessen kompensieren sie und das auf unsere Kosten.

Kurz zum Ergebnis der Studie: Pathologische Narzissten verfügen über auffällig wenig graue Hirnsubstanz an der Stelle der Grosshirnrinde, die für die Entstehung von Mitgefühl für andere verantwortlich ist.

Was heißt es Empathie- unfähig zu sein? Pathologische Narzissten fühlen sich berechtigt, sich einfach zu nehmen, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Sie haben kein Gewissen und zeigen keine Reue. Es ist ihnen schlicht egal, was ihre Objekte fühlen. Sie können es nicht nachvollziehen.

 

Die Suche nach wissenschaftlichen Informationen über Opfer von Narzissten gestaltet sich schwierig

In einem meiner vorhergehenden Texte habe ich über die US- amerikanische Ärztin Dr. Nadine Harris Burke geschrieben. Sie befasst sich eingehend mit den Langzeit- Auswirkungen emotionalen Missbrauchs von Kindern, ist ständig auf Vortragsreise und klärt auf, – weltweit und meistens vor einer Universitäts- Elite an Medizinern des jeweiligen Landes. Man kann sie ebenfalls auf youtube, im Rahmen der Ted- Talks, sprechen hören. Ihr Enthusiasmus ist beeindruckend.

 

Es liegt in der Natur der Sache

Emotionaler Missbrauch ist natürlich schwer nachzuweisen. Da die berechnenden Praktiken des Narzissten darauf ausgelegt sind, Selbstzweifel bei seinen Ziel- Personen zu generieren, Zeugen sorgfältig auszuschließen und das komplette, gemeinsame Umfeld zu manipulieren und auf seine Seite zu bringen, nutzt ein Arztbesuch dem Opfer wenig. Es ist sich nicht darüber im klaren, dass es sich in einer parasitären Beziehung befindet und kann keine Begriffe für seine Situation formulieren. Und da das Bewusstsein innerhalb der Gesellschaften über den hohen psycho- kriminellen Grad narzisstischer Machenschaften immernoch gegen Null geht, bin ich wenig optimistisch, was die Zukunft betrifft. Auch wenn das Thema immer häufiger in deutschen TV- Produktionen, bei Amazon oder Netflix aufgegriffen zu werden scheint.

In Arztpraxen wird sicher weiterhin selten die Frage nach dem engsten Umfeld des Erkrankten gestellt und ob er selbst glaubt, sich in wertschätzenden Beziehungen zu befinden oder aber massiv beeinträchtigt zu werden. Durch Trauma- Bonding und das Stockholm- Syndrom, also die durch Manipulation hergestellte, abhängig machende Opfer- Täter- Bindung und eine damit verbundene Hoffnung des Geschädigten, alles würde sicher gut, wenn nur erst … oder … oder … eintritt, wird der betreffende Arzt kaum brauchbare Informationen für seine Diagnose erhalten.

 

Die Aufklärer brauchen verstärkt Medienpräsenz

Also nichts anderes als das Zufallsprinzip wird in Zukunft darüber entscheiden, ob flächendeckend aufgeklärt werden wird oder nicht. Es gäbe keinen Markt, schrieb mir ein bekannter Verlag, von dessen Seite es zunächst hieß, er suche nach Menschen mit Erfahrungen auf dem Gebiet. Höre ich mich dagegen um, kann jeder Zweite von mindestens einem Fall emotionalen Missbrauchs berichten. Ich bin nicht bereit, diesen Widerspruch hinzunehmen und beginne damit, Kontakt zu Moderatoren und Chefredakteuren aufzunehmen. Allein, um dem Zufall eine etwas größere Chance einzuräumen.

Das Entscheidende ist: wer in missbräuchlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, kennt es nicht anders. Aber das Leben ist schöner, freier, voller Impulse und glücklicher Momente, wenn man sich von dem Missbraucher losgelöst hat und sie erkennt. Elementar ist auch, zu verstehen, dass man durchaus Einfluss auf die Gestaltung seiner Biographie hat und Manipulationen nicht mehr  ausgeliefert sein muss.

 

Keine Sexismus- Debatte sondern eine Narzissmus- Diagnose

Aktuell verfransen sich Teilnehmer in Diskussionsrunden, wenn es darum geht, was Männer dürfen oder nicht. Dabei beinhaltet sicher kaum ein anderer Bereich ein höheres Maß an Subjektivität.

Worum es meiner Meinung nach im wesentlichen geht ist die Frage, ob die sexuellen Übergriffe und emotionalen Manipulationen von einem krankhaften Narzissten begangen wurden oder nicht, – siehe exemplarisch die Fälle Wedel und Weinstein und der Objektstatus, den ihre Mitarbeiterinnen und andere Frauen ihres Umfeldes bei ihnen hatten.

Vieles deutet darauf hin.

 

So sollte es sein: vor allem selbstbestimmt

Warum ist jemand süchtig nach Substanzen? Warum raucht jemand, konsumiert regelmäßig zu viel Alkohol und warum hat eine Person Suizidgedanken,  Angststörungen, Burn- out oder Panikattacken? Was ist der wahre Grund für Anorexia, Bulimie oder Binge- Eating? Überhaupt alle Binge- Beschäftigungen, – eine Maßlosigkeit in allem? Warum haben viele ihre ursprünglichen Berufspläne nicht verfolgt und nicht an sich geglaubt? Die Flucht in religiöse Gruppen einschließlich in die Esoterik, eine Flucht in seine Arbeit, chronische psychosomatische Beschwerden, Depressionen usw. zeigen doch, dass man den Zugang zu sich selbst verloren hat (selbstverständlich gibt es ein umfangreicheres Diagnosespektrum, dennoch). Wahrscheinlich hat jemand anderer einem über die Dauer eines langen Zeitraums gravierende Selbstzweifel implementiert, die man nicht wieder los wird (Self- Sabotage)?

Die Alternative ist ein unbeschwertes und glückliches Leben dessen zentrales Gefühl die gesunde Beziehung zu seiner eigenen Seele, zu seinen tiefsten Bedürfnissen und zu seinem eigenen Körper ist.

Ein Leben sollte voller Dynamik und intrinsischen Antriebs sein. Couragiert umgesetzte Vorhaben, Freude an Freunden, Freude an Kindern und keine Angst vor der Angst als Prämisse. Die Übernahme von Verantwortung stellt keine Bedrohung dar sondern macht Spaß. Jeder von uns hat etwas einzigartig Substanzielles zur Gemeinschaft beizutragen und kann stolz darauf sein. Genau das sollte man zumindest in seiner Ursprungsfamilie gelernt haben und mitnehmen in die eigene Familie, es an seine Kinder weitergeben und sie dann an ihre Kinder. Optimismus sollte der Leitgedanke sein. Und die Basis aller dieser tragenden Gefühle ist das Vertrauen in die eigene Kraft.

So und nicht anders sollte sich das Leben anfühlen.

 

 

 

https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/veraenderte_anatomie_des_gehirns_bei_pathologischem_narzissmus/

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 12 – Soziologisch betrachtet: es fehlt an Reziprozität oder The Law Of Reciprocity


Pathologische Narzissten verstoßen gegen elementare Grundprinzipien sozialen Miteinanders – und stoßen trotzdem selten auf Protest

Warum ist das so? Und welches ‚Klientel‘ akzeptiert, anscheinend ohne negative Reaktionen, diesen Mangel an normalem Sozialverhalten seines Gegenübers? Ich sitze im Frankfurter Salon und denke nach …

Nachdem ich die grundlegenden Zusammenhänge destruktiver Beziehungen zu Cluster B Persönlichkeiten verstanden hatte, – es hat ungefähr fünfzig Jahre gedauert, habe ich mich buchstäblich umgedreht und bin gegangen. Kommentarlos. Ich habe mich aus gleich mehreren für mich destruktiven Beziehungen unwiederbringlich entfernt. Diese bedeutungsvollen Entscheidungen haben mir die Hoheit über mein eigenes Leben zurück gegeben. Ich bin wieder der Souverän. Es gibt keine Verdrängungen mehr, die somatisiert werden könnten. Selbst innerhalb gesellschaftlich hochstilisierter familiärer Bindungen (Sie merken: ich bin da kritisch) ist es doch absolut legitim, die Frage nach erfüllter Reziprozität zu stellen.

 

Was ist Reziprozität?

Laut Duden handelt es sich bei Reziprozität um „Gegen-, Wechselseitigkeit, Wechselbezüglichkeit“. Um einen Tausch. Einen Austausch. Der Begriff kommt aus der Soziologie. Dort wird die Bedeutung dieses Begriffes als ein ‚universelles soziales Prinzip‘ angesehen. ‚Menschen sind voneinander gegenseitig abhängig, Reziprozität gehört sogar zu einer Bedingung des Menschwerdens selbst'(H. S. Becker, 1956). Durch Gegenseitigkeit entstehen Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen. Man könnte an dieser Stelle auch die Redewendung ‚wie Du mir, so ich Dir‘ anführen, – ein Geben und Nehmen in gelungener Balance.

Pathologische Narzissten und Anti- Soziale Persönlichkeiten (Psychopathen) halten sich nicht an diesen Grundsatz des sozialen Miteinanders, der für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit bedeutet. Sie fühlen sich berechtigt, gegen dieses Prinzip zu verstoßen. Sie initiieren eine Hierarchie, denn sie brauchen die Kontrolle über diejenigen, die sie wie selbstverständlich in ihre hierarchischen Strukturen einordnen. Und: sie nehmen sich einfach, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht.  Sie nehmen, die Vertrauensvollen geben.

Wir sozial und altruistisch Denkende sollten normalerweise erst vertrauen, wenn sich innerhalb der Beziehung zu einem anderen Individuum eine gewisse Wechselseitigkeit ergeben hat und wir davon ausgehen können, dass sie sich etabliert und dass seitens dieser Person nicht mit einem Verstoß gegen die ungeschriebenen Gesetze neu entstandener Reziprozität zu rechnen ist. Leider trifft das nicht immer zu.

 

Vertrauen per se innerhalb von Familien

Warum protestieren wir nicht sofort, wenn die der Norm entsprechende und vertrauensfördernde Wechselseitigkeit nicht erfüllt wird? Was hält uns davon ab? Zum Beispiel: ein weiteres hierarchisches System, wie die Kirche mit ihren Verhaltensregeln und Sanktionsandrohungen, – also tief kulturell verankerte und betonierte moralische Glaubenssätze. Ein hierarchisches System stützt so das andere, – für mich der entscheidende und kritische Mechanismus des ‚Social Engineerings‘ und des in unzähligen Familien herrschenden systematischen emotionalen Missbrauchs. Zwei autoritäre Systeme greifen wie Zahnräder ineinander. Eine Vertrauensanweisung per se, vorgegeben durch die generationale Ordnung, allein durch das Eltern- Kind-  Gefälle, – sie kann hoch gefährlich werden für ein unschuldiges und unwissendes Kind. Wie oft wird von ihm zu viel genommen, statt ihm Sicherheit zu geben?

 

Vertrauensbildung innerhalb von Paarbeziehungen

Die negative Funktionalität innerhalb missbräuchlicher Paar- Beziehungen eines Empathen mit einem Pathologischen Narzissten basiert auf einer anderen Problematik. Ich hatte sie in verschiedenen vorhergehenden Texten bereits besprochen. Hier wird Vertrauen regelrecht chemisch, durch Neurotransmitter, erzeugt, nämlich durch das gezielte Generieren von Bindungshormonen durch Vortäuschung falscher Tatsachen seitens des pathologischen Narzissten. Durch Suggestion. In der Anfangsphase einer Beziehung bemüht sich der Narzisst aus taktischen Gründen, den Grundsatz der Reziprozität zu erfüllen oder ihn sogar über zu erfüllen. Er überschüttet seine Zielperson berechnenderweise mit Liebesbekundungen, Geschenken und Zukunftsversprechungen.  Ist die Komplementärperson ‚eingerastet‘ und sich der Beziehung erst sicher, – ist also eine bindungshormonelle Abhängigkeit zu ihrem Narzissten entstanden, entzieht dieser sich ihr wieder, demaskiert sich und treibt durch grobe Verstöße gegen die Reziprozität den empathischen und verzweifelten Partner vor sich her. Er treibt ihn von Glücksmomenten (die im Laufe der Zeit immer seltener vorkommen) zu panischer Verlustangst und wieder zurück. Dieses Auf und Ab, der abrupte Wechsel von Glückshomonen zu Stresshormonen,  erzeugt in der Psyche der abhängigen Person ein sogenanntes Trauma- Bonding, – eine traumatische Bindung zu ihrem Manipulator. Sie ist aufgrund dieser kritischen Stresssituation nicht mehr in der Lage, einen klaren Blick auf die Destruktivität innerhalb des Verhaltens ihres Narzissten zu entwickeln und verharrt in der Situation (Stockholm- Syndrom). Ihr oder ihm fehlt es an adäquater Urteilskraft. Deshalb wehrt sich die geschädigte Person nicht gegen den gravierenden Mangel an ausgeglichener Wechselseitigkeit innerhalb der Paar- Beziehung, die sie glaubt, zu haben. Sie gibt, er nimmt. Sie erkennt nicht, was mit ihr passiert. In Wirklichkeit handelt es sich klar um eine kriminelle Handlung seitens des Prädatoren, – des Pathologischen Narzissten. Nämlich um Psycho- Terror: sein Modus- Operandi.

Innerhalb von Familien wird anders ‚operiert‘, – obgleich nicht minder kriminell, gemessen an den Konsequenzen, die verdeckt narzisstisches Vorgehen für die Psyche des empathischen Adressaten haben kann.

 

Tief verankerte Glaubenssätze hindern uns hier an klarer Urteilskraft

Ich selbst habe einem Mitglied meiner Ursprungsfamilie, das generational ‚über‘ mir stand, die ganze Welt gezeigt. Ich habe diese Person auf zahlreiche meiner früheren  Dienstreisen in den Nahen Osten, nach USA, Asien und sogar Australien mitgenommen, – sie ist oft in der ersten Klasse gereist und hat mit mir in den schönsten Fünf- Sterne Hotels wohnen dürfen. Sie war mit mir in Tel Aviv und in Venedig. Ich habe mir nie die Frage gestellt, ob ich jemals einen Gegenwert dafür erhalten habe. Warum eigentlich nicht?

Heute sehe ich klarer. Sie ahnen sicher, was jetzt kommt: es gab natürlich keine Reziprozität. Das ist sozusagen das Erkennungsmerkmal eines Beziehungs- Gefälles zwischen einem Pathologischen Narzissten und seinem abhängigen Empathen. Das Ganze war ein sehr einseitiges Unterfangen, ohne Sie an dieser Stelle mit zu vielen Details langweilen zu wollen. Eine emotionale Balance hat es nie gegeben. Es hat, genau genommen, überhaupt keine Emotionalität gegeben. Meine Generation hatte in erster Linie zu funktionieren, zu liefern. Ich habe die Ursprungsfamilie früher selten in Frage gestellt (welches Kind tut das schon?), weil ich nicht durfte, weil man es nicht machte, weil nur einer sich beklagen durfte, weil man seine Eltern ‚zu ehren‘ und nicht zu kritisieren hatte, weil ‚doch alles schon so lange her war‘, weil man ja schließlich einmal alles erben würde (hervorragendes Druckmittel) und plötzlich gibt es gar nichts mehr, was man erben könnte, denn Eltern oder Teile von Eltern haben es sich anders überlegt und Ähnliches.

Es gab übrigens nie den geringsten materiellen Beitrag zu meiner Berufsausbildung, – wobei: sogar über eine moralische Unterstützung hätte ich mich schon sehr gefreut …

 

Auch auf die Gefahr, mich zu oft zu wiederholen: narzisstische Eltern manipulieren ihre Kinder sehr verdeckt. Fast immer spielen Schuld und Gewissen eine Rolle. Ein Kind, das in seiner servilen Rolle, als Teil der Anhängerschaft seines narzisstischen Elternteils aufwächst, kennt es nicht anders, als emotional manipuliert und in seinen wahren Bedürfnissen ignoriert zu werden. Es kennt keine Meinungs- und Handlungsfreiheiten, denn jede Freiheitsbestrebung wird sofort massiv sanktioniert. Seine Überlebensstrategie bedeutet die bedingungslose Unterordnung. Was ein von Unterordnung geprägtes Leben als Kind zur Folge hat, kann man sich denken. Das Individuum hat später natürlich genauso viel Angst, sein Selbst zu zeigen, wie ‚zu Hause‘. Dieser Zustand manifestiert sich und wenn das Individuum sehr viel Glück hat, dann begreift es eines Tages die psychischen Mechanismen, die die Ursache für sein lebenslanges selbst- limitierendes Denken und seine fehlende Selbstgewissheit sind.

Was für ein Glück: ich habe mich vor einiger Zeit aus diesen Mechanismen befreien und sehr positive Entwicklungen in die Wege leiten können …

 

Ein verdeckter, familiärer Autoritarismus, – mit einem offenen wäre ich durchaus zurecht gekommen, kann bei Kindern zu gravierenden seelischen Fehlentwicklungen führen. Es existierte keine emotionale Wechselseitigkeit. Emotionen haben nie eine Rolle gespielt, – ausschließlich die Machterhaltung und das Manipulationsspiel von oberer Stelle, die gar keine obere Stelle hätte sein müssen, sondern nur durch die stille Akzeptanz anderer Familienmitglieder zu einer wurde. Warum nur thematisiert eine Gesellschaft diese Zusammenhänge nicht, die sie sich auf vielen unterschiedlichen Ebenen so marode entwickeln lassen? Es ist mir ein Rätsel.

 

Beispiele fataler Glaubenssätze:

„Wer liebt, der gibt“ – gilt allerdings auch für die andere Seite

„In Beziehungen sollte man nicht aufrechnen“ müssen, – wenn doch, stimmt etwas nicht

„Wahre Liebe ist selbstlos“ – Wahre Liebe achtet auf Balance, sage ich.

„Du sollst Vater und Mutter ehren“, innerhalb funktionaler Familien bestimmt, im missbrauchlichen Kontext dagegen hoch gefährlich

„Die Dual- Seele ist einfach noch nicht bereit“, aus dem Bereich der Esoterik, – und deshalb warten Einige ihr Leben lang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 11 – Elementar: Be Prepared For The Unexpected

Nur wer sich in Ihrem persönlichen Auswahlverfahren qualifiziert, darf zu Ihnen durchdringen oder

Besteht Ihr Umfeld überhaupt aus geeignetem Charaktermaterial?

Bevor ich an Teil IV der Reihe ‚Kommunikationsstrategien von Narzissten‘ weiterschreibe, möchte ich unbedingt an Ihre Selbstschutz- Mechanismen appellieren. Denn jeder noch so kleine perforierte Streckenabschnitt ihrer Grenzen nach außen könnte Anlass bieten, durchbrochen zu werden und Sie könnten urplötzlich, durch eine seiner vielen verschlagenen Methoden, von einem verdeckten Narzissten manipuliert werden. Es ist so: dieser Vorgang spielt sich blitzschnell und unbemerkt ab. Meistens ist es schon zu spät, um noch adäquat zu reagieren.

Günstige und ungünstige Startbedingungen

Wer aus intakten, funktionalen und daher liebevoll beschützenden, sicheren Verhältnissen kommt, hat es später nicht schwer, einen Eindringling schnell zu identifizieren, der es auf ihn abgesehen hat. Irgendetwas fühlt sich ‚nicht richtig‘ an, es gibt Widersprüche, das Gesagte und die Mimik passen nicht zusammen, es folgen keine oder vollkommen andere Taten, Unzuverlässigkeit etc. Aus einer gesunden Familie kommend, fällt man vielleicht ein Mal auf eine manipulative Person herein, hat damit dann aber gelernt und nachhaltig verstanden, wovor man sich in Zukunft schützen muss.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn schon die Ursprungsfamilie keine verlässliche Sicherheit geboten hat. Wenn man als Individuum nicht bestärkt, sondern geschwächt, man als potenziell erfolgreich, von den eigenen Verwandten gnadenlos sabotiert wurde. Es fehlt einem an realistischen Anhaltspunkten, an einer soliden Basis, um seine Persönlichkeit konstruktiv wachsen und sich entwickeln lassen zu können. Einmal erkannt, funktioniert ausschließlich die Methode des strikten Kontaktabbruches, um nicht weiter in seiner gesunden, erfolgreichen Expansion von der eigenen Familie daran gehindert zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt lebt man in einer ‚false reality‘, in einer vorgegebenen, seitens des manipulativen Charakters konstruierten und kommunizierten Realität. Manchmal ist es sogar die eigene Mutter, die ihr Kind verrät. Es handelt sich hierbei um eine pathologische Störung, denn ein solches Verhalten widerspricht natürlich der Natur und damit der Normalität.

Man steht im Morast. Man balanciert auf einer Kugel oder ist permanentes Ziel einer überdimensional großen Wanderdüne, die einen verfolgt. Das ist anstrengend. Es lenkt von dem ab, was man sich für sein eigenes, erfülltes Leben wünscht. Man wird festgehalten und gequält. Meistens auf sehr subtile Art. Eines ist klar: das Wichtigste ist, sich aus dieser prekären Situation zu befreien. Am besten, man wechselt den Kontinent …

Hat man erst verstanden, dass es unter uns gefährliche Prädatoren gibt, die zwar (fast) unauffällig aussehen, jedoch in Wirklichkeit das Bild von ‚Der Mensch ist des Menschen Wolf‘ zu 100% erfüllen, dass man sich vorsehen muss, nicht ausgebeutet zu werden, sich nicht in seiner eigenen prosperierenden Entwicklung aufhalten lassen zu müssen, dass jemand ‚my own best interest‘ attackiert (und sei es auch nur durch weiche Manipulation, wie z.B. permanent Mitleid zu erzeugen, ständig Verbesserungsvorschläge zu platzieren, ständige What‘s app‘s oder mails zu verschicken und einen damit aufzuhalten), dann entwickelt man hoffentlich schnell ein Bewusstsein dafür, andere nicht vorschnell an seinem Leben teilhaben zu lassen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für jeden ‚Neuzugang’. Man spürt nach einer Zeit, wer wirklich daran interessiert ist, dass man immer glücklicher und immer besser wird. Es sind exakt diese Personen, die Sie mit Anerkennung versorgen. Innerhalb der konsensuellen Diktion zum Thema Verdeckter Maligner Narzissmus spricht man von einer ‚3 Monats- Regel‘. Beobachten Sie in dieser Zeit Ihre neue Situation inklusive aller Personen, die in ihr eine Rolle spielen. Entwickeln Sie ein Bewusstsein vor allem für verdeckt parasitäre Praktiken potenzieller Narzissten (die von mir verwendeten englischsprachigen und dick gedruckten Begriffe sind innerhalb der Internet Community üblich).

Und setzen Sie die Standards. Akzeptieren Sie ausschließlich  eine klare Kommunikation und Reziprozität, das Grundprinzip  jeden sozialen Miteinanders. Es ist das Prinzip der Gegenseitigkeit.

 

Stellen Sie sich vor

So, wie ein Felsen in der Brandung nicht zu verschieben ist, so sollte man sich selbst positionieren. Man muss in diesem Zusammenhang sehr genau wissen, wer man ist, wo man steht und was man kann. Distanzieren Sie sich deutlich von dem Narrativ anderer. Eine starke, unmanipulierbare Persönlichkeit weiß sehr präzise, wohin sie will. Sie kennt ihre persönlichen Ziele, die sie erreichen möchte. Sie visualisiert Bilder ihrer Wünsche täglich, mehrfach. Eine stabile Psyche wird sich ganz sicher durch niemanden davon abbringen lassen.  Schützen Sie sich und freuen Sie sich an dem, was Sie bisher bereits erreicht haben.

Anruf von Anna (Leseprobe)

Es war im Januar

Schon wieder einer dieser schneelosen Januare, die mich annehmen ließen, dass es bald gar keine Winter mehr geben würde. Ein Samstag. Ich schlich mich um halb acht an Viktors Zimmer vorbei, bis ich die Stimmen der beiden hörte, worauf ich nicht mehr schlich, sondern ging und zwar zum Kühlschrank. Ich öffnete ihn und entnahm das Morgenritual in Form je einer Zitrone und einer Grapefruit und der Bio- Vollmilch für meinen ersten Kaffee, den ich mir noch nicht verboten hatte. Meine einzige Schwäche. Sagen wir, bis auf äußerst seltene Bombay Sapphires. Wie eine zirpende Grille klang das kleine Pfeifen aus der angenehm beleuchteten Kälte. Ich hielt kurz an und lächelte darüber bevor ich ihn wieder schloss.

Glücklicherweise beinhaltete er einiges und ich musste nicht noch einmal los, um einzukaufen. Viktor und Greta hatten für ihre Nahrungszufuhr inzwischen Eigenverantwortung übernommen, was mich entlastete, auch wenn ich mir eingestehen musste, von dem plötzlichen Ausschluss aus Viktors Leben kalt erwischt worden zu sein. Aber es hatte endlich wieder eine Phase begonnen, in der ich intensiv in meiner eigenen Gedankenwelt leben konnte, das Apartement kaum verlassen musste und der Haushalt zwar nur schleppend funktionierte, ich aber glücklich war, in meinen Sphären bleiben, Auszüge daraus ungestört formulieren und niederschreiben zu können. Fiktionaler Stoff, nichts von dem schweren der vorhergehenden Monate. Mehr wollte ich doch gar nicht. Die Unterbrechungen, in denen ich zu einer Konfrontation mit anderen Menschen gezwungen war, riefen zunehmend eine immer größer werdende Abneigung in mir hervor. Ich bin das nicht, dachte ich. Ich war es noch nie. Aber woher sollte ich das wissen? Es entsprach nicht der Norm und die war leider das, woran sich im Kontext meiner ersten Jahrzehnte alles zu richten hatte. Heute bin ich zwar der Bestimmer, aber leider auch die Financière. Noch geht es nicht, flüsterte ich mir zu. Noch kann ich mich nicht komplett zurück ziehen. Aber vielleicht bald. Ich spitzte meinen Bleistift.

Nachdem ich meine Frühstücksutensilien, wieder an Viktors Zimmer vorbei, in meines getragen, das Fenster geschlossen und die Kerze auf meinem Nachttisch angezündet hatte, ging ich zurück in Richtung unseres großen Universalzimmers, in dem neben dem Flügel auch unsere Geräte stehen, die es uns ermöglichen, sogar das Haus nicht verlassen zu müssen, wenn wir Sport machen wollen. Ich habe den Eindruck, ohne die planmäßige, systematische und vor allem regelmäßige Beanspruchung meiner Muskulatur bald auszusehen, wie eines dieser Skelette, die früher zum festen Inventar gut ausgestatteter Biologiesäle gehörten und die die korrekte Anordnung ihrer durchnummerierten Knochen einigen stabilen Plastikverstrebungen, ein paar Metallösen und daran geknotet, etwas dickeren Nylonfäden zu verdanken hatten. An die Geräusche, die sie machten, wenn die Bio- Lehrer sie von einer Ecke in die andere schoben, erinnerte ich mich lieber nicht. Gibt es sie wohl heute noch? Bestimmt eruiert man die humane Anatomie inzwischen an gläsernen Touch- Screens, die einem in rasender Geschwindigkeit nicht nur ein paar simple Knochen sondern, an hell- und dunkelroten Organen vorbei, geschlossene Rutschbahnen roter und blauer Gefäße runter und rauf, neben riesigen Blutkörpern und innerhalb unterschiedlichster Bindegewebsstrukturen an einzelnen, aufgeklappten Zellen angekommen, deren bunte und interessant geformte Bestandteile präsentieren, so stelle ich es mir zumindest bildhaft vor.

Wahrscheinlich simulieren sie auch eindrücklich, was mit Muskeln, Gelenken und Gehirnen alles passiert oder besser, nicht passiert, wenn man sie nicht ständig benutzt. Das allein kann ich mir leider auch ohne einen überdimensional großen gläsernen Touch- Screen lebhaft vorstellen und machte an besagtem Samstag diszipliniert und relativ angestrengt meine drei, vier Übungen, als plötzlich das Telefon klingelte.

Ich warf die Lang- Hantel auf den silbergrauen Hochfloorteppich und rannte in mein Zimmer, wohl wissend, dass das Telefon Gespräche viel zu früh auf die Mail- Box umleitete, was ich immer mal wieder ändern wollte, es aber genauso immer wieder vergaß. Ich hatte gerade noch einmal Glück gehabt, noch klingelte es à la ‚an der Strandpromenade‘ und ich meldete mich, etwas außer Atem, mit einem schnellen und kurzen Ja. Es dauerte einen kleinen Moment, bis ich am anderen Ende der Leitung eine leise Stimme vernahm, die zunächst vorsichtig und zart  danach fragte, ob ich auch diejenige wäre, die sie glaubte, angerufen zu haben, die Frau aus dem Internet.

Als ich etwas zögernd und fragend bejahte, nannte sie mir ihren Namen. Anna hieße sie und sie riefe aus einer Strafvollzugsanstalt an, ich sollte bitte nicht erschrecken. Sie entschuldigte sich für die Störung am Wochenende, was ich ihr aber sofort freundlich auszureden versuchte. Nicht jeder Anruf an einem Wochenende ist automatisch gleich eine Störung. Die starke Nervosität war ihr anzumerken. Ihr Vortrag bebte leicht. So gut ich konnte ermutigte ich sie dazu, weiterzusprechen, was ihr schwer zu fallen schien. Anna sagte mir, sie müsse dringend persönlich mit mir sprechen und fragte mich, ob ich es einrichten könne, zu ihr zu kommen. Sie zu besuchen, das wäre wohl der falsche Ausdruck, sagte sie, denn die Gründe und die Umstände einer von ihr ausgesprochenen Einladung wären normalerweise ganz andere, worauf sie selbst kurz lachen musste, sich dann aber schnell beherrschte und zu ihrer anfänglichen Angst zurückkehrte. Ich traute mich kaum zu fragen, worum es denn ginge, tat es dann aber trotzdem, während ich mir ausmalte, wie der riesige Saal wohl aussähe, in dem wir für eine begrenzte Zeit miteinander sprechen dürften. Ich stellte ihn mir so vor, wie man ihn eben aus Filmen kennt, kaltfarbig gestrichen, mit winzigen Tischen und sich gegenüberstehenden, unbequemen Stühlen, die laute, hallende Geräusche machten, wenn man sie vor- und zurückschob, wachende und bis an die Zähne bewaffnete, dunkel uniformierte Beamte in jeder Ecke und ich fragte mich gleichzeitig, ob ich das alles überhaupt erleben wollte. Aber ihre Gründe, mich anzurufen, mussten aus einer tiefen Verzweiflung kommen. Ich spürte, sie entstammten einem Gefühl der Hoffnung und der Idee, der Kontakt zu mir sei vielleicht ihre einzige und letzte Rettung, so nahm ich Anna wahr. Und als sie mir dann sagte, worum es ging, willigte ich sofort ein …

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 10 – Achtung: Wenn Sprache zur Waffe wird Teil III


Über die gefährliche Pseudo- Logik verdeckt narzisstischer Argumentationen, aufgebaut auf zweifelhaften Prämissen

 

Ein mikroskopischer Blick auf Social Engineering

Die Thematik, die ich in dieser Serie an zusammengehörenden Texten veranschaulichen möchte, ist sehr komplex. Leider sind es gerade viele deutschsprachige Quellen, deren Erklärungsmodelle sich in unüberschaubaren Details verlieren und deshalb oft nicht den gewünschten Effekt erzielen. Ich reduziere die Informationen in diesem Artikel daher auf das Nötigste, um die Problematik straff und strukturiert darstellen zu können.

Manipulation und verdeckter Narzissmus begegnen uns täglich, beispielsweise:

  •  in jedem schrecklichen Fall sexuellen Missbrauchs von Kindern, der an die Öffentlichkeit kommt (und die abscheulichen Argumentations- Konstrukte der Täter, wie z.B. das des Team-Arztes der US- Turnerinnen)
  •  in dem Mangel an offener Kommunikation innerhalb von Unternehmen (Pseudo- Mitgestaltung)
  •  in einseitiger und selektiver Darstellung durch Mainstream- Medien
  •  durch politische Intransparenz, – hier besonders im Zusammenspiel mit Lobbyismus
  •  in der Verweigerung offener Diskussionen seitens Führungspolitikern
  •  im Vertrauens- Missbrauch von Konsumenten auf vielen verschiedenen Ebenen
  •  durch verdeckte Seilschaften auf verschiedenen Ebenen
  •  durch das ‚Wegsehen‘ in Fällen, in denen dringender Handlungsbedarf bestände, auf vielen  unterschiedlichen Ebenen
  • durch Zurückhalten wichtiger Informationen auf zahlreichen und unterschiedlichen Ebenen
  • durch bewusst kryptisch verfasste Klauseln in Verträgen, geeignet um Verbraucher zu verwirren und zu täuschen
  • durch unsachliche, schein- seriöse Diskussionen, z.B. via Social Media, Fehlinterpretationen und falscher Gebrauch von Begriffen/ (bewusste) Recherche- Nachlässigkeit
  • in Populismus
  • in Propaganda
  • indem der öffentliche Focus auf einen vermeintlichen Missstand gerichtet wird, um an ganz anderer Stelle ungestört und unbemerkt verändern zu können
  • auf dem Aktien- und Kryptomarkt, auf dem naiven Anlegern suggeriert wird, es gäbe gleiche Chancen für alle

und Ähnliches.

Das alles geschieht täglich in Makro- Zusammenhängen innerhalb von Gesellschaften. Im Kleinen, also in einzelnen zwischenmenschlichen Beziehungen, handelt es sich um nach außen nicht erkennbare, um verdeckte Strategien einzelner manipulativer Charaktere. Sie agieren aus dem Hinterhalt um, auf Kosten  einer anderen Person, resp. anderer Personen, einen persönlichen Vorteil zu erreichen. Es geschieht in Familien, in sogenannten Freundeskreisen, in Paar- Beziehungen und zwischen Arbeitnehmern. Es kann geschehen zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Ärzten und Patienten und leider sogar zwischen Psychologen und ihren Klienten. Hierarchien spielen dabei eine große Rolle. Sind sie strukturell nicht gegeben, sorgen verdeckte Narzissten dafür, dass sie entstehen, – eines der entscheidenden Charakteristika verdeckt narzisstischer Kommunikation.

Aufgebaut sind diese missbräuchlichen Taktiken auf Skrupellosigkeit des Täters und falsch investierten Vertrauens seitens der geschädigten Person. Für uns alle immer wieder erschütternd zu erfahren, dass Manipulation leider auch zwischen engsten Familienmitgliedern vorkommt. Hierbei ist die schlimmste Variante sicher der emotionale Missbrauch einer Mutter in Richtung ihres Kindes. Eine Frau, die aus pathologischen Gründen nicht lieben kann (was ihr von außen niemand anmerkt), betrügt ihr eigenes Kind. Mögliche Gründe für ein solches Verhalten habe ich in meinen vorhergehenden Texten bereits erläutert. Ich selbst kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als das schwere und lebenslange Trauma eines ahnungslosen, abhängigen Kindes, verursacht durch missbrauchtes Vertrauen seitens seiner eigenen Eltern.

 

Vergleichsweise offensichtliche Methoden

Noch einmal kurz zur Erinnerung, – in diesem Text geht es nicht um die offensichtlichen kommunikativen Manipulations- Methoden innerhalb toxischer Beziehungen, wie beispielsweise:

  • pathologische, d. h. krankhafte (permanente) Lügen
  • dem Gegenüber das Wort im Mund umzudrehen
  • das Gespräch abzubrechen und den Kontakt zu verweigern (Silent Treatment)
  • den anderen zu erpressen
  • den anderen einzuschüchtern (cornern)
  • innerhalb von Triangulation gegenüber eines Dritten schlecht über die manipulierte Person zu sprechen
  • Person A benutzt eine Aussage von Person B, um diese gegen Person B zu verwenden

Diese Methoden sind von außen erkennbar. Hat man die Hoheit über sich selbst, ist man also in der Lage, seine eigenen Grenzen zu schützen, wird man vielleicht kurz destabilisiert, besinnt sich aber schnell und erkennt, dass man nicht in etwas hineingedrängt werden möchte. Normal wäre, dass die Ziel- Person die Konsequenzen aus diesem malignen Verhalten zieht und sich klar abwendet.

 

Aber was passiert, wenn die kommunikative Methode nicht identifizierbar ist, beziehungsweise was genau macht eine manipulativ motivierte Methode ‚unsichtbar‘?

Sich das Vertrauen einer möglichen Ziel- Person zu erschleichen und die Vorteilsnahme zu einem Selbstläufer werden zu lassen ist das eine, seinen ‚Wirt‘ massiv zu schwächen und dauerhaft an sich zu binden ist das andere. Verdeckte Narzissten haben kein Gewissen. Es sind Raub- Charaktere.

Hat man sich auch noch so sehr bemüht, seine persönlichen Grenzen zu festigen und sich durch sie zu schützen, durch

  • einen schwachen Moment zur falschen Zeit
  • verfrüht entwickeltes Vertrauen
  • Verliebtheit
  • biologisch bedingtes aber ansonsten unbegründet enges Vertrauen in Familienmitglieder
  • vorgespielte Spiegelung gleichen Schicksals
  • plausibel klingende (Schein-) Argumentationen
  • Suggestionen
  • Schein- Analogien
  • durch veruntreute Informationen Dritter
  • die Mitleids- Masche
  • in Aussicht gestellte Wunscherfüllungen
  • in Aussicht gestellte Gewinne
  • durch einen Appell an das Verantwortungs- und Mitgefühl
  • durch ein injiziertes schlechtes Gewissen
  • gestreute Zweifel an der eigenen Person
  • gerissene Schmeichelein, meist nur in der Anfangsphase des neu entstandenen Kontaktes
  • unverschämtes Vorpreschen, was man anfangs noch als charmant einordnen könnte aber nichts anderes ist, als eine Grenzverletzung

wirken seine Worte wie quecksilbrige und daher giftige Flüssigkeiten aus Reagenzgläsern, die sich ihren Weg zu einer sorgfältig ausgesuchten und vermeintlich schwachen Beute- Person bahnen, feinste Haarrisse in ihren Boundaries (Grenzen) finden, in sie eindringen, sich in ihrem Organismus verteilen und in ihr arbeiten. Diese Worte setzen sich fest und werden zu Glaubenssätzen. Ist eine Persönlichkeit auch noch so stark, ein verdeckter Narzisst schafft es, die eine verwundbare Stelle, diesen einen feinen Riss zu finden, dort einzudringen und Profit aus ihm zu schlagen. Die destabilisierte Ziel- Person gerät in ein für sie unerklärliches Abhängigkeitsverhältnis, – einer Drogenabhängigkeit gleich. Zusammenhänge dazu hatte ich in einem der vorhergehenden Texte beschrieben. In der Folge höchst problematisch: die emotional missbrauchte Person, je nach Art und Intensität der Tat, entwickelt Traumata, die sie ohne professionelle Hilfe nur sehr schwer bewältigen können wird. Das also ist die bittere Konsequenz aus unzureichendem Eigenschutz in Kombination mit verfrühtem und unbegründetem Vertrauen.

Oft findet eine systematische Schein- Argumentation statt. Die Begründungen des verdeckten Narzissten dafür, seine Ziel- Person zu einer bestimmten Handlung zu bringen oder dazu, sich nicht gegen seine Übergriffe zu wehren, klingt meistens plausibel und basiert auf einer gewissen Logik. Diese Logik greift allerdings nur innerhalb seines eigens dafür konzipierten Konstruktes aus zweifelhaften Argumenten und Prämissen. Seine Argumente sind oft nur innerhalb eines sehr begrenzten Kontextes verwendbar und wirksam. Bei seinem Opfer hat er aber zu diesem Zeitpunkt bereits Selbstzweifel initiiert, die ihm helfen, sich mit seinen Pseudo- Begründungen durchzusetzen. Dass er mit seinen Behauptungen ständig von einem Zusammenhang zum nächsten springt, blitzschnell die Parameter wechselt und  somit die Diskussionsgrundlage permanent verändert, das ist für andere schwer greifbar. Man könnte ebenso gut versuchen, einen Pudding an die Wand zu nageln. Und spricht man ihn darauf an: wie an einem Wall prallen sämtliche gegen ihn aufgebrachte Punkte an ihm ab oder sie werden wie fliegende Pfeile von ihm noch in der Luft abgefangen, umgedreht und in mindestens doppelt so großer Geschwindigkeit wieder zurückgeschickt.

Besonders Außenstehende können oft an seiner Logik nichts Unmoralisches finden. Seine Flying- Monkeys sind sogar große Fans seines vermeintlich sprühenden Intellekts. Speziell darauf ist sie ausgerichtet, seine plakative Debattierkunst, denn wenn die Opfer- Person Dritten über die Vorhaben des (bisher unaufgedeckten) Narzissten berichtet, darf seine eigentliche Motivation nicht erkennbar sein. Das Problem: Außenstehende erkennen nie sämtliche Zusammenhänge. Weder bemerken sie seine unseriöse ‚Diskussionskultur‘, noch wissen sie etwas über die verletzenden Provokationen (Gaslighting) und die Demontage, der das Missbrauchsopfer hinter verschlossener Tür und selbstverständlich ohne Zeugen jahrelang ausgesetzt ist. Fortsetzung folgt!

Einige Beispiele dazu und was auf non- verbaler Ebene als Energieraub bezeichnet werden kann. Warum und wie narzisstische Eltern schleichend die Karrieren ihrer Kinder blockieren und vieles mehr im nächsten Text.

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 10 – ACHTUNG: Wenn Sprache zur Waffe wird Teil II

Allen emotionalen Missbrauchs Anfang: narzisstische Kommunikationsstrategien

 

Einführung

Ich komme gerade von der komplizierten Revision einer Wurzelbehandlung und finde: das passt ganz gut zum Thema. Und genau wie ich, müssen Sie jetzt bitte stark sein. Denn alles, was ich in dieser Serie (es wird wohl eine werden)  an Abhandlungen über verdeckte, narzisstische  Kommunikationsstrategien auf den Punkt zu bringen versuche, ist nichts anderes, als die Auflistung gerissener Kriegsstrategien. Für einen pathologischen  Narzissten/ Psychopathen sind Interaktionen mit anderen sorgfältig geplante Schlachten, die sie gewinnen müssen, um die Oberhand zu behalten. Ausschließlich das ist ihr Inhalt, denn er generiert die Ausschüttung wertvollen Dopamins, unseres Belohnungshormons. Damit verbringen sie den größten Teil ihrer Zeit. Zu mehr, im Sinne eines erfüllten, glücklichen Lebens und Freude an der Vielfalt unzähliger emotionaler Facetten des Daseins, kommt es nicht. Die Erklärung dafür habe ich in meinen vorhergehenden Texten bereits geliefert. Sie basiert auf fehlender neuronaler Verknüpfungen im Gehirn pathologischer Narzissten/ Anti- Sozialer Persönlichkeiten (Psychopathen). In dem Bereich normal entwickelter Gehirne, in dem sich bei uns Empathie und Glücksgefühle entwickeln, sich massenhaft Neurotransmitter konzentriert tummeln und vor Freude nicht wissen, wohin, an dieser Stelle tummelt sich bei pathologischen Narzissten: nichts (Förstl, 2002). Es ist der Bereich des Präfrontalen Cortex. Hirnscans zeigen dort keine oder nur sehr wenig Aktivität, wenn es um Mitgefühl für andere geht.

Unter anderem deshalb, haben sie eine vollkommen andere Interpretation von erfolgreicher Lebensgestaltung, als emotional gesund entwickelte Menschen. Ihre Ziele weichen klar von dem ab, was wir normal Fühlende in unseren Leben erreichen möchten und was uns erfüllt. Ich selbst kann mir beispielsweise im Moment nichts Aufregenderes und Erfüllenderes vorstellen, als mit meinen Texten anderen Menschen zu helfen, wichtige Zusammenhänge zu verstehen, von denen sie vorher noch nie etwas gehört hatten, die aber ihre Biographien langfristig entscheidend (negativ) beeinflussen, sie in ihrer eigentlichen Bestimmung massiv blockieren und deshalb verhindern, dass das gesamte Spektrum ihrer Persönlichkeit aufblühen kann. Das Thema ist also von enormer individueller und in der Folge auch gesellschaftlicher Relevanz.

Narzissten erreichen mit ihrem Bewusstsein das feine Abstraktions-Niveau differenzierter Stimmungen nicht. Es ist ihnen nicht möglich, Atmosphären zu fühlen. Deshalb hängen sie so sehr an Materiellem. Das ist alles, was zu erreichen sie imstande sind. Geld und Macht über andere zu haben, stellt sozusagen die Manifestation ihrer Leistungen dar. Auf emotionaler Ebene etwas zu bewegen, kann ihnen nicht gelingen. Diese Kategorie existiert für sie nicht, – im Gegenteil, sie wird von ihnen belächelt. Emotionen sind etwas für Schwächlinge. Es sei denn: sie werden für ihr soziales Engagement öffentlich geehrt und ausgezeichnet, – Auszeichnungen für (geschauspielte) Empathie lassen ihr Ego raketenartig expandieren. Man darf sich durch derartige Zuschaustellung angeblich mitfühlenden Verhaltens nicht täuschen lassen. Pathologischen Narzissten fehlt das menschliche Moment.

 

‚Man kann nicht nicht kommunizieren‘ (Paul Watzlawick)

Kommunikative Unterlassungen oder die Zurückhaltung von Information

Ich kann mir keinen anderen Zusammenhang vorstellen, in dem dieser Satz von größerer Bedeutung wäre, als innerhalb des gerissenen, manipulativen Strategiespiels verdeckter maligner Narzissten. Hier noch einmal: sie müssen die Oberhand behalten und dazu ist ihnen jedes Mittel Recht. Das Nicht- Erwähnen, das Nicht- Loben, fehlendes Aufklären, das Nicht- Aussprechen des Offensichtlichen, manchmal in Kombination mit entsprechend abwertenden Gesten oder einer herabwürdigenden Mimik, ist eine der hinterhältigsten kommunikativen Spezialitäten dieser gefährlichen Persönlichkeiten. Kurz zur Erinnerung: damit allein lassen sie erste Zweifel im Erleben des emotional normal Entwickelten, die erste Mini-Skepsis an seiner eigenen Realität, entstehen (das ‚Zwei- Realitäten- Model‘). Diese Vorgehensweise ist klar manipulativ. Sie stellt das Gegenteil einer natürlichen, offenen und authentischen Kommunikation dar, ist aber schwer nachzuweisen und muss deshalb als ‚verdeckt narzisstisch‘ bezeichnet werden. Narzisstisch deshalb, weil die geschädigte Person durch fehlende Informationen in ihrer Entwicklung, in ihrem Wachsen, sabotiert wird und der pathologische Narzisst deshalb die Führung behält.

 

Ein Beispiel von vielen aus dem Kontext dysfunktionaler Ursprungs- Familien:

Das sehr hübsche und intelligente Mädchen, das sich zu einer schönen jungen Frau entwickelt, wächst mit einer narzisstisch gestörten Mutter und einem co- dependeten Vater (Komplementär- Narzisst) auf. Die Mutter hat gegenüber ihrer eigenen Tochter eine Neid- und Konkurrenzproblematik entwickelt und der Vater wird von der Mutter in seinem Verhalten stark reglementiert, – d.h. er darf seiner Tochter nicht zur Seite stehen, ohne Gefahr zu laufen, von der narzisstisch gekränkten Mutter bestraft zu werden, beispielsweise durch Nichtbeachtung (silent- treatment). Die junge Frau ahnt von diesen Mechanismen, die im Hintergrund stattfinden und für ihr späteres Leben eine entscheidende Rolle spielen werden, nichts. Sie geht natürlich von emotionaler Bindung und Authentizität aus, – es handelt sich schließlich um Bezugspersonen ersten Ranges: um ihre Eltern.

Selbstverständlich funktioniert das Beispiel auch im umgekehrten Fall: ein Sohn im kritischen Verhältnis zu seinem Vater.

Im späteren Erwachsenenleben bekommt sie aufgrund ihrer Talente und ihrer Attraktivität viele Komplimente. Sie ist daraufhin irritiert und verunsichert. Den Komplimenten schenkt sie keine Bedeutung, bzw. misstraut ihnen sogar zutiefst. Sie hat große Schwierigkeiten, ihre eigenen Qualitäten einzuordnen, da es ihr über den langen Zeitraum ihres Aufwachsens an positiver Verstärkung (Mirroring) gefehlt hat. Ihre Eltern hatten nie Bezug auf ihre Talente und ihr Äußeres genommen. Sämtliche positive Eigenschaften des Mädchens fanden keine Erwähnung. Da sie keine Vergleichsmöglichkeiten hatte, rebellierte sie nicht. Die geschwächte Person reagiert  daraufhin als junge Frau und als Erwachsene jedes Mal verstört, wenn ihre neuen Bezugspersonen Bezug auf ihre Leistungen nehmen. Die nachhaltig verunsicherte Frau erreicht in ihrem Leben den Status einer stabilen und erfolgreichen Persönlichkeit nicht, – aus Mangel an solider Selbstgewissheit.

 

Fazit:

Verbale Unterlassungen und fehlende Spiegelungen im Erziehungs- Zusammenhang führen in der Konsequenz dazu, dass sich der junge Mensch selbst nicht kennenlernt und sich daraufhin nach außen auch nicht stark genug abgrenzen kann. Die Ergebnisse einer manipulativen elterlichen Kommunikation wirken sich demnach nachhaltig negativ auf das private Leben und die Karriere der betroffenen Person aus.

 

 

 

In Teil III werde ich auf die Pseudo- Logik innerhalb narzisstischer  Argumentationen und die gezielte Verdrehung des Gesagten eingehen; zwei typische Methoden. Sie passieren hauptsächlich in Paar- Beziehungen mit pathologischen Narzissten, aber auch in allen anderen Situationen, in denen Menschen übervorteilt werden sollen.

 

Hans Förstl (Hrsg.): Frontalhirn – Funktionen und Erkrankungen. Verlag Springer, Berlin, 2002. S. 32.

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  2002