‚Female Malignant Narcissism‘ – Manipulationstechniken nach Textbuch – Johnny Depp vs Amber Heard Part II

Foto: Johnny Depp on facebook/ Instagram

Crucial: Cross-examination of the Narcissist

Die Bedeutung des Kreuzverhörs in der Anhörung Amber Heards

Es bleiben nur noch drei Wochen, bis der Prozess in Fairfax County, Virginia, abgeschlossen sein wird.

Inzwischen ist es an Amber Heard, der Jury ihre Performance vorzutragen. Es war mit einstudierten Szenen zu rechnen, aber dass ihre schauspielerischen Möglichkeiten wirklich so limitiert sind, damit hat wahrscheinlich niemand gerechnet. Es ist schwer, sich nicht abzuwenden.

Dieser Artikel nimmt Bezug auf den im Jahr 2020 erschienen ausführlichen ersten Teil, über seinen Prozess in London, den Johnny Depp gegen „The Sun“ geführt und verloren hatte. Ihn als „Frauenschläger“ zu bezeichnen wurde dem britischen Boulevard-Blatt 2020 ausdrücklich erlaubt. Das hat sich inzwischen geändert.

Johnny Depp sei besessen von der Wahrheit, heißt es. Er wolle sich rehabilitieren, – zum einen um seine Karriere fortführen zu können und zum anderen um seine Würde wieder herzustellen. Seine Kinder spielen in diesem Zusammenhang eine große Rolle.

Im ersten Teil wurden Beispiele narzisstischer Manipulationstechniken am Verhalten Amber Heards aufgezählt und erklärt. Wenn man mit typischen Verhaltensweisen maligner Narzissten vertraut ist, ist ihre Programmatik leicht zu durchschauen.

Oft muss man dann nur abwarten. Narzissten überschätzen sich.

Die Basis ihres Handelns bildet ihr krankhafter Zwang zu lügen. Man darf nichts glauben, was von ihnen behauptet wird. Jedem Detail, jeder ihrer Informationen muss man mit größter Skepsis entgegen treten.

Wie die Strategie der Law-Firm Johnny Depps‘, die Taktik von Benjamin Chew und seinen Kollegen aussehen könnte, möchte ich in diesem Beitrag kurz ausführen. Das Kreuzverhör in der Anhörung Amber Heards wird die entscheidende Phase in diesem Prozess darstellen. Es wird für die Meinungsbildung der Jury von zentraler Bedeutung sein.

Expertenmeinung über typisches Verhalten von Lügenden

Eine Körpersprache-Expertin analysiert Amber Heard

Die renommierte Körpersprache-Expertin Janine Driver spricht über typische Indizien beim ’story-making‘.

Zeige, statt zu beschreiben – Regieanweisungen

Jetzt hat Amber Heard endlich ihre weibliche Hauptrolle in einem Film von Johnny Depp.

Und von ihrer Psychologin Dr. Dawn Hughes, der Frau mit den kalten Augen, hat sie umfassende Informationen erhalten, wie sich weibliche Opfer Häuslicher Gewalt fühlen und wie sie auftreten, – sozusagen als Regieanweisung.

Eine absurde Geschichte reiht sich an die andere. Untermalt von blumigen Filmszenen. Man kommt ja schließlich aus diesem Business. Zeige, statt zu erklären heißt es in Schriftstellerkreisen und sicher auch bei Regisseuren. AH’s Atem an einer Scheibe oder der dreckige, filzige Teppich war ihr erst aufgefallen, nachdem JD sie geschlagen habe und sie auf ihm gelandet sei, – so ungefähr. Viele, viele Bilder.

Johnny Depp habe einer Flugbegleiterin auf einem Flug nach Europa Drogen verabreicht, diese habe AH am Arm berührt, worauf JD in rasende Eifersucht geraten sei und sie körperlich angegriffen habe.

Man habe im Flugzeug eine Stecknadel fallen hören können, sagt das Script. Schwer vorstellbar, denn selbst wenn ein Flugzeug sich keinen Meter bewegt, gibt es eine erhebliche Geräuschkulisse. Sei es durch Aircondition, Hydraulik, das Öffnen und Schließen von Containertüren, Stimmen von Abfertigungspersonal oder Sonstiges. Und während des Fluges arbeiten die Triebwerke mit enormer Lautstärke. Also ganz schlecht recherchiert!

Diese und weitere Behauptungen stellen den Rahmen von AH’s Lügenkonstrukten dar.

Abgesehen davon, dass man sich nicht vorstellen möchte, was die Federal Aviation Administration FAA mit einer Drogen konsumierenden Flugbegleiterin machen würde, gibt es weitere Unglaubwürdigkeiten. Natürlich sei sie hinter ihrem Vorhang verschwunden und könne Depp’s Gewaltausbruch nicht bezeugen, wie auch alle anderen angeblichen tätlichen Angriffe, einschließlich Leibesvisitationen auf der Suche nach Kokain-Päckchen oder Penetrationen mit Flaschen, obwohl Johnny Depp so betrunken gewesen sein soll, dass er nicht gerade gehen konnte, von niemandem bezeugt werden können. AH stellt Behauptungen auf und versucht, wie bei einem Casting für einen Film, ihre beste schauspielerische Leistung abzurufen. Dass Frau Heard das nicht gelungen ist, dürfte offensichtlich sein.

Wir alle sind doch irgendwie Experten für Körpersprache. Wir spüren innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde, dass das Gesagte nicht mit der Mimik des Sprechenden übereinstimmt. Bei Lügenden gibt keine Kongruenz zwischen feinsten Kontraktionen der mimischen Gesichtsmuskulatur und dem, was sie behaupten. Psychopathen sind sich dieses Zusammenhanges bewusst. Sie trainieren täglich und tragen ein bewegungsloses Gesicht während sie lügen, aber selbst das verrät sie.

Wie schon oft in vorhergehenden Texten beschrieben, sind Narzissten überheblich und sich der Feinheiten innerhalb sozialer Interaktionen nicht bewusst. Deshalb machen sie Fehler. Menschen mit funktionierenden Gehirnregionen, die für Empathie zuständig sind, verarbeiten diese zwischenmenschlichen Informationen blitzschnell. Das hat natürlich Gründe. Sie sind tief in der menschlichen Biologie verankert.

Narzissten sind dazu nicht imstande. Hier auch ein kurzer Hinweis auf die verheerenden Folgen für Kinder: „Erziehung durch eine narzisstische Mutter“. Eine narzisstische Mutter sieht ihrem Kind nicht an, dass es beispielsweise traurig ist, Angst hat oder sich unwohl fühlt. Sie kann es daher erstens nicht spiegeln und zweitens nicht auf die Emotionen ihres Kindes eingehen.

In narzisstischen Konzepten, andere zu übervorteilen und die eigene Agenda durchzusetzen, kommen Feinheiten selten vor. So auch hier. AH bildet sich ein, man nähme ihr ihre grob gestrickten Geschichten ab. Grandiositätsfantasien.

In diesem Zusammenhang: Immer wieder muss man sich über Rechtsanwälte wundern, die um die Verteidigung eines Lügners herum ein einfallsreiches Konzept bauen, – sogar eine Art kreativen Prozess daraus machen.

Cross-Examination: Die Möglichkeiten für Johnny Depp’s Team um Benjamin Chew

Abgesehen von professionellen Verhörmethoden muss man bei der Entlarvung narzisstischer lügnerischer Darbietungen vor Gericht noch weiteres, entscheidendes Hintergrundwissen mit einbeziehen.

Der strukturelle Rahmen

Dem Verhalten Amber Heards liegt unumstritten eine Theorie zugrunde. Die stützenden Informationen hat sie freundlicherweise schon innerhalb ihrer ersten Sätze selbst geliefert.

Die kleine Amber wollte nichts mehr, als aus ihrer texanischen Kleinstadt in die große weite Welt ziehen und registriert werden. Am liebsten berühmt.

Sie sei in Los Angeles von Casting-Termin zu Casting-Termin und habe in der letzten Sitzreihe der öffentlichen Busse, mit denen sie zu diesen Terminen unterwegs gewesen sei, ihre Tank Tops gewechselt. Keine Anstrengung war ihr zu viel, kein Job zu unwürdig und ganz nebenbei habe sie sich auch immer, innerhalb sozialer Projekte, für Benachteiligte eingesetzt. In der Anti-Narzissmus Community spricht man hier von facade-management – der Konstruktion und Pflege eines bestimmten Images.

Wie sie selbst aussagte, sei es immer nur zu kleineren Rollen gekommen.

Die Chance der Zusammenarbeit mit Johnny Depp in Hunter Thompson’s Buchverfilmung „The Rum Diary“ eröffnete ihr plötzlich ganz ungeahnte neue Möglichkeiten. Auf verschiedenen Ebenen.

Um es kurz zu machen. Johnny wurde während der Dreharbeiten von ihr ‚gehooked‘ oder ’seduced‘, ein Mann in den besten Jahren, die Zukunftsperspektive schlechthin, und mit ein bisschen Geduld entwickelte sich daraus tatsächlich eine Liebesgeschichte, – wenn auch anfangs verdeckt, aber alles hat eben seinen, wenn auch manchmal unwürdigen, Preis.

Benjamin Chew und seine Kollegen spielten schon einige Male auf Heard’s „Gold- und Fame-Digger“ – Agenda an, auf das Muster, das klar als Motivation für ihr kalkuliertes Verhalten zugrunde lag.

Es vergingen allerdings einige, nach ihren Erzählungen gruselige, Jahre, geprägt von Drogen- und Alkoholexzessen Johnny’s oder seinen Entzugsphasen, bevor sie heirateten.

Die zeitliche Abfolge bietet genug Stoff für Spekulationen. Auch aggressive Reaktionen von AH auf den Vorschlag, einen Ehevertrag aufzusetzen, der dann nie zustande kam, sprechen Bände. Und als es um einen sogenannten Postnub-Vertrag (nach Eheschließung) ging, und JD seine Anwälte bat, AH entsprechende Vorschläge zu machen, kam es in Australien zum Eklat, – zu dem bekannten brutalen Höhepunkt dieser Mesalliance.

Um den Todestag seiner Mutter herum sagte JD seiner Frau, er wolle sich von ihr trennen. Es folgte eine AH-Inszenierung im gemeinsamen Penthouse des Eastern Columbia Buildings, in der sie aus dem Nichts plötzlich schrie: “don’t do that again“, was von Zeugen, ihre nebenan platzierten Freunde, gehört werden sollte (ein erfundener tätlicher Angriff von JD). Dummerweise standen seine bodyguards im Nebenzimmer und können bezeugen, dass sich JD gar nicht in AH’s unmittelbarer Nähe aufgehalten hatte. Ärgerlich. Am nächsten Morgen: Heards Fäkalien-Aktion.

Amber Heard sah ihre Felle wegschwimmen.

Dann: Exakt an dem Tag, als JD sich mit den Hollywood Vampires auf eine Europa-Tournée begab, also das Land verließ, reichte AH die Scheidung ein und zeigte ihn wegen Häuslicher Gewalt an. JD konnte vor Ort nicht reagieren. In Europa hatte er vertragliche Konzert- Verpflichtungen zu erfüllen.

Wie im aktuellen Gerichtsverfahren ausgiebig erläutert folgten außergerichtliche Vereinbarungen, die auch eine Abfindung Heards bedeuteten. Auf sieben Millionen Dollar hatte man sich geeinigt, die Heard zu gleichen Teilen einem Kinderkrankenhaus und einer Wohltätigkeitsorganisation spenden wollte. Das allerdings ist bis heute nicht, so wie versprochen, passiert.

Den Mangel beweisen

Entgegen der Theorie des Klägers, AH sei nur bei JD geblieben um ihren Gewinn noch weiter zu maximieren, behaupten Rottenborn und Bredehoft, sie habe sich nicht trennen können, weil sie versucht habe, Johnny ‚zu retten‘. Also aus angeblich überbordendem Empathievermögen. Und aus Co-Abhängigkeit. Beides kann ausgeschlossen werden. Warum?

Dazu gibt es einen klaren Widerspruch: AH hat durch ihre zahlreichen aufgezeichneten Audio-Aufnahmen bewiesen, dass sie über einen langen Zeitraum versucht hat, illegal Beweise für Johnny Depp’s angebliche Häusliche Gewalt zu sammeln. Vergeblich und: Ein krimineller Akt, denn in Californien ist die Zustimmung beider Personen für solche Mitschnitte erforderlich.

Deadpan – Ausdruckslos

AH ist zu Empathie nicht imstande. Genau das sollte den Mitgliedern der Jury demonstriert werden.

Die oberflächlichen Schilderungen ihrer angeblichen tiefen Gefühle für Johnny Depp machen es deutlich. Ginge man ihren vermeintlichen Emotionen detailliert auf den Grund, würde sie sich verraten. Man kann zu einem gewissen Grad Empathie vortäuschen, indem man sich vorstellt, was in sozialen Interaktionen typischerweise an emotionaler Unterstützung für einen anderen angebracht wäre. Aber dieser Prozess, die kognitive Erschließung der Situation, die Herstellung dieses ‚Produktes Kognitive Empathie‘ dauert zeitlich gemessen länger, als das schnelle, das sofortige, starke Mitgefühl einer emotional normal entwickelten Persönlichkeit, – quasi deren unmittelbare Identifikation mit einem Betroffenen.

Kurze Zwischenbemerkung: Empathieloses narzisstisches Verhalten stellt daher klar eine Abweichung von der Norm dar.

Authentische Empathie, echtes Mitfühlen kann von einem Narzissten weder glaubhaft vorgespielt, beispielsweise vor Gericht, noch im Nachhinein erlernt werden. Auch nicht im Rahmen einer Verhaltenstherapie. Es würde immer bei kognitiver, erlernter Empathie bleiben.

Man könnte AH vor den Mitgliedern der Jury testen. Ein Narzisst ist nicht in der Lage, eine andere Person zu lieben. Und er trauert nicht. Er ist statt dessen wütend, wenn die Dinge nicht so entwickeln, wie er sie sich vorgestellt hat.

Zu natürlichem, tiefem Mitgefühl fehlen dem Narzissten die gehirn-anatomischen Möglichkeiten, wie im ersten Artikel detailliert beschrieben. Sie existieren bei ihm nicht. Diese Regionen im Gehirn des Narzissten sind fehlerhaft, – sie weisen einen Mangel an neuronalen Verbindungen auf. Hirnscans zeigen: Es gibt dort keine Aktivität.

Noch einmal: Das ist der Grund, warum ein Narzisst nicht therapierbar ist. Er kann niemals zu einem Empathen werden.

Zwei sich widersprechende Motivations-Konzepte

Es müssen also zwei sich widersprechende Motivations-Konzepte herausgestellt werden.

Dass AH sich nicht schon vor der Eheschließung von Johnny Depp getrennt hat lag nicht etwa an ihrer Unfähigkeit, ihr Mitgefühl zu stoppen oder an einem Trauma-Bond. Im Gegenteil. Die Verachtung für ihn setzte schon nach wenigen Jahren, wenn nicht sogar nach wenigen Monaten, ihrer Beziehung ein.

Sie entwickelte für sich eine Strategie, einen Plan, sich möglichst gewinnbringend aus dieser Verbindung zu lösen. Das lässt sich sogar durch eine Aussage ihrer gemeinsamen Beziehungs-Therapeutin Dr. L. Andersson belegen.

Und wenn schon die Ausbeute der Scheidung nur sieben Millionen bedeutete, so konnte man wenigstens, im Nachgang, weitere Millionen generieren. Nämlich indem man sich in #MeToo-Zeiten heroisch als Freiheitskämpferin und Verbündete sämtlicher misshandelter Ehefrauen dieser Welt inszenierte.

Obwohl sie selbst ein paar Jahre zuvor von ihrer Ex-Ehefrau der Häuslichen Gewalt bezichtigt und festgenommen wurde, wollte sich AH nun zur Gallionsfigur geschlagener Frauen erheben.

Geschehen in Form eines Op-Eds, – das Corpus Delicti: Der von ihr verfasste Artikel in der Washington Post, um den es in diesem Verleumdungsprozess geht, – als textgewordener Höhepunkt ihrer Hypokrisie.

Einen Tag vor der Premiere ihres Filmes „Aquaman“ wurde er veröffentlicht.

Ganz nebenbei hat sie damit ihren Ex-Ehemann bestraft. Bestraft durch die typischen narzisstischen Werkzeuge der ’falschen Anschuldigung’ und der ’Degradierung’. So grandios kann man Karrieren zerstören und Biografien beschädigen. Selbst die eines Weltstars, – wenn man schon selbst keiner ist und auch nie einer werden wird. Neid ist ein Kardinalmerkmal toxischer Persönlichkeiten.

Auch typisch: Narzissten hinterlassen ‘verbrannte Erde‘. Sie wollen denjenigen, der sie verstoßen hat, zerstören. Er soll den größtmöglichen Schaden erleben. Ihre ‘narcissistic rage‘, die aus der Ego-Verletzung entstandene Wut, ist grenzenlos.

Wie wir alle wissen schien der Plan zunächst aufzugehen.

Warum Rottenborns Antrag auf Abweisung der Klage von Richterin Penny Azcarate abgelehnt wurde

Im Wortlaut:

In this matter there is evidence in the case that the jury can weigh:

That the statements were made by the defendant

That the statements were about the plaintiff

That the statement was published

That the statement is false

The defendant made it so recklessly as to the amount to a willful disregard for the truth.

The weight of that evidence is up to the factfinders so the ‚motion to strike‘ is denied.

Janine Driver, Body Language expert, u.a. für FBI und CIA, janinedriver.com

4 Kommentare zu „‚Female Malignant Narcissism‘ – Manipulationstechniken nach Textbuch – Johnny Depp vs Amber Heard Part II

  1. Das komische ist trotz allen Mitleids ihr gegenüber gab es bei mir schon sehr lange einen innerlichen Widerstand sie körperlich zu lange oder zu intensiv zu berühren/trösten….eine Umarmung war kurz drin, aber zu massiv in schlechten Zeiten ihrerseits konnte ich es nicht ertragen über das verbal freundliche/herzliche hinaus sie mal länger eben auch körperlich zu trösten.

    Ich kannte das ja kaum von ihrer Seite aus und innerlich hatte ich fast schon eine Abscheu, obwohl ich dachte sie zu lieben, mein inneres war mir da weit vorraus.

    Und ich bin ein Mensch der normalerweise selbst einen Fremden – natürlich vorher fragend/anbietend – Trost und eine herzliche, intensive Umarmung zukommen lässt wenn ich Trauer und Hilflosigkeit wahrnehme, selbst wenn diese Person ordentlich einen im Tee hätte, ich kann gar nicht anders und will trösten.

    Oft erschienen mir fremde Personen viel herzlicher als meine eigene Mutter und diese Erfahrungen zeigten mir eine andere Perspektive, eine Selbstlosigkeit die ich so nicht kannte und ich denke so gerne an diese Zufallssituationen zurück (ein herzliches Lachen mit einer Fremden in der Straßenbahn, eine Frau, die auf mich zulief und fragte ob mit mir alles okay ist, einfach so ….).

    Ein kleine Geschichte im Vergleich zu anderen Beispielen will ich erwähnen (und das ist schon harmlos im Vergleich zum Rest), ich war als beginnender Teenager schon etwas moppelig und wurde gehänselt, somit wollte ich eine Zeit lang Auffälligkeiten vermeiden (später war das anders) und was tat meine Mutter….sie zwang mir ständig knallrote Klamotten auf, weil sie das so schön fand….ich wollte das nicht, ließ mich aber nach kurzem Widerstand ungefragt drauf´ein, blieb mir auch keine andere Wahl (das oder nichts, ich wäre ja so anstrengend und undankbar).

    Meine Eltern waren eine tolle Mischung aus Narzisstin und Choleriker, seltsame und unglaublich anstrengende Kombi.

    Opfer in der Hinsicht gab es viele, meinen Bruder als das goldene Kalb (allerdings konnte der viel besser Grenzen setzen), ich als das schwarze Schaf, unsere Partner-innen (die beschimpft und als fast einziges Problem gesehen wurden, obwohl sie viele Eskapaden lang geduldig ertragen haben und im Bedarfsfall auch immer mitgeholfen haben ihre Scherben zu kitten) und na ja irgendwie auch der Rest der Verwandschaft der auf die Täuschung hereinfiel (auch wenn wir dabei nicht gesehen wurden).

    Sie war immer unterstützend mit Geld und das war auch immer ihre Begründung dafür das sie ja immer alles getan hat für uns, aber Liebe, Zuwendung und echtes Interesse gab es nie.
    Es ging immer nur um ihre Probleme, ihren Hass auf andere, man konnte sich sparen etwas persönliches zu erzählen, man wurde nach nichtmal einer Minute abgewürgt damit sie wieder über sich berichten konnte und all´die bösen Menschen in ihrem Umfeld (sie stalkte teilweise Nachbarn wie Else Kling).

    Was wir dafür taten, auch um uns erkenntlich zu zeigen, war unter anderem ihre total verwahrloste Wohnung über Wochen mit ihrem Einverständnis während sie in stationärer Behandlung war aufzuräumen und ich kann nur sagen das war hart, hinterher wurde es uns vorgeworfen und es hagelte Unterstellungen an alle die mithalfen.

    Immer war Geld ein Druckmittel um uns zu erpressen immer und jederzeit für sie dasein zu müssen und ewig dankbar zu sein und hinterher wurde einem das auch noch vorgeworfen – selbst wenn man nie danach gefragt hatte.

    Täglich stundenlang angerufen zu werden, dauernde Kontaktwünsche zu erfüllen unerträglich, uns fehlte die Luft zum atmen.

    Ja, ich bin eine gescheiterte Existenz, ich vermeide das rausgehen und die Auseinandersetzung mit der realen Welt da draussen, ich habe Ängste….

    Ich bin ungeheuer froh um meinen Partner der mich trotz allem liebt und unterstützt, ich habe ihn schon oft gefragt warum er sich das antut und er meinte er hätte noch nie einen liebevolleren Mensch wie mich erlebt und das allein wäre ihm wichtig (er hat da auch Defizite ) – natürlich wünscht er sich für mich ein freieres Leben, aber er zwingt mich nicht, diese Wertschätzung, obwohl es die allgmeine Gesellschaft anders sehen würde ist mit nichts zu bezahlen.

    Ich scheue mich vor Konfrontationen meistens, aber die musst du in der realen Welt eingehen und ich finde das ungeheuer kräftezehrend und anstrengend (Nachrichten schaue ich natürlich trotzdem).

    Ein Nein zu sagen ist wahnsinnig schwer, die eigenen Grenzen zu schützen in dem man gezwungen wird, andere zur Not auch mal hart in ihre Grenzen zu weisen, schlichtweg weil doch so einige diese Gutmütigkeit wittern und sofort alles dransetzen dich klein zu halten, dabei will ich nur meine Arbeit machen.

    Ich weiß eine optimale Welt wird es nie geben, also ziehe ich mich zurück, viele Menschen sind mir fremd und manchmal hat man das Gefühl man hätte mich versehentlich auf dem falschen Planeten fallen lassen.

    Mir fehlen die Ellenbogen in dieser Ellenbogengesellschaft, ein respektvolles Miteinander fände ich schöner.

    Neid und Missgunst verstehe ich nicht, ich kann jeden für seine Talente und Begabungen wertschätzen, ich muss nicht in Konkurrenz stehen, jeder kann doch seins und sollte zufrieden/erfüllt sein sein, der Rest sind doch nur die Zuckerkringel auf dem Sahnehäubchen.

    Und da finde ich, wenn man es für sich macht und ja vielleicht später es mal mit anderen teilt, sollte das reichen, sowie Johnny meinte er muss das tun, es erfüllt ihn um des schaffens willen in erster Linie und das gibt einem schon sehr viel.

    Es ist ein langer Weg, aber besser spät als nie,ob ich das Ziel erreiche weiß ich nicht, aber wichtig ist nur das loslaufen.

    LG, A.

    Und ganz lieben Dank an Dich für deine lieben zugewandten Worte !!!!

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    1. Liebe A.,

      Du kannst Dir nicht vorstellen, wie dankbar ich für Deinen Kommentar bin.

      Du hast Dich einer Leserschaft anvertraut und damit sehr vielen
      Betroffenen aus dem Herzen gesprochen.
      Es ist immernoch ein Tabu, diese spezielle Problematik öffentlich anzusprechen.
      Jedenfalls in Deutschland.

      Aus Gründen der Diskretion kann ich Dir an dieser Stelle nicht die Antworten geben, die
      ich Dir gern geben möchte. Ich würde Dir daher über Deine private e-mail-Adresse antworten,
      wenn Du nichts dagegen hast.

      Eine Sache hätte ich hier allerdings noch, – etwas sehr Interessantes: Die totale Zurückgezogenheit von der Gesellschaft
      kann noch einen weiteren Grund haben. Einen Grund, der auch direkt im Zusammenhang
      mit der Ablehnung eines Elternteils stehen kann. Besonders Narzissten empfinden diese Personen als Gefährdung,
      selbst wenn es sich dabei um ihre eigenen Kinder handelt.

      Es sind Persönlichkeiten, die aufgrund ihrer sehr seltenen kognitiven Funktionen wenig Resonanz bekommen.
      Sie sind anders und sie machen nur einen minimalen Prozentsatz der Bevölkerung aus. Diese Andersartigkeit
      wird von dem jeweiligen Umfeld wahrgenommen, kann aber nicht benannt werden. Es reagiert negativ, weil
      es sich mit dieser Person nicht identifizieren kann.

      Sehr gern schreibe ich Dir dazu auch mehr, wenn es Dich interessiert.

      Herzliche Grüße

      B.

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  2. Sehr gut geschrieben und deckt sich komplett mit meinen persönlichen Erfahrungen.

    Auch bei mir dauerte der Ablösungsprozess ein halbes Leben ( in meinem Fall meine Mutter) und x Anläufe zum kompletten Kontaktabruch.

    Und es ist erstaunlich wie wenig sich Narzissten über ihre Aussenwirkung bewusst sind in Anbetracht ihres Größenwahns (und trotzdem sehen oder erkennen es viele nicht), solange bis die Blase platzt und sie es ohne Einwirkung des Opfers/der Opfer (ich bin kein rachsüchtiger Mensch, das ist für mich persönlich kein tragbares Verhalten und es hilft niemals sich besser fühlen, sich zu reflektieren hilft da schon mehr für die Zukunft) sich endlich versehentlich selbst offenbaren.

    Für mich war genau dieser Moment sehr befreiend ja, glücklich machte es mich trotzdem nicht.
    Gebunden hat mich Mitleid, Liebe von meiner Seite aus = obwohl es rational betrachtet wenig Grund dazu gegeben hätte und die ewig kindliche Hoffnung nach erwiderter Liebe.

    Vielleicht spielt es auch eine Rolle nicht loszulassen um der schmerzenden Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen….,(und früher immer die Sprüche aber das ist doch deine Mutter von Verwandten die auf mich angesetzt wurden und denen erzählt wurde man dürfe mir nicht glauben) denn die hätte mich oberflächlich betrachtet noch mehr verletzt/beängstigt.
    Es ist auch heftig wenn man genau von jenen Menschen erfährt, das sie dort schon immer wieder mal schlecht über mich gesprochen hat, gelogen hat und dich alle dann ewig so gesehen haben….ich wusste schon warum ich von meiner Seite aus selten den Kontakt suchte und die Erkenntnis plötzlich die anderen trifft wie ein Schlag….
    Aber jetzt lehrt es mich gerade, wenn ich das so verdammt lange überstanden habe, überstehe ich noch mehr und kann weiter vorwärts laufen.

    Dinge die passiert sind will ich gar nicht näher erwähnen, da ähnelt sich ja vieles und wenn man sie aussprechen würde, würde jeder „normale“ Mensch mit Unverständniss reagieren, warum man sich das antut oder eher ungläubig reagieren (mir geht´s da ein bisschen – ich bin natürlich kein Superstar und will/kann auch keiner werden 😉 wie dem Johnny, ein bisschen seltsam/anders war ich schon immer, aber man ist dann doch im Vorteil es zu wissen ;-)..

    Und ja,es beinhaltet auch sehr viel Eigenscham, obwohl man ja gar nicht der Böse war.

    Das hat auch viel mit Empathie, aber leider zumindest in meinem Fall mit wenig Selbstliebe zu tun.

    Einzig problematisch finde ich, das ja Narzissten wenn ihnen gewisse neuronale Verbindungen im Gehirn fehlen und sie nicht zu therapieren sind, ja selbst „erkrankte“ Menschen sind….inwiefern sind sie schuldfähig ?

    Zu verurteilen ist dieses grausame Verhalten natürlich und wenn beweisbar sicherlich auch strafbar und auch hoffentlich für jedes Opfer ein Grund loszulassen wenn sie soweit sind, aber irgendwie nagt dieser Punkt an mir….

    Ich hatte den Prozess der beiden ja auch mitverfolgt und fand insbesondere die Mimik und die überzogene Theatralik von Amber gruselig und es erinnerte mich stark an meine Mutter,,,,allerdings ist Wut ja auch eine Emotion und die bringt sie glasklar rüber…., also in der Lage dazu ihre Wut, ihre negativen Gefühle rüber zu bringen, aber gut sie schafft es nur ihre Ich bezogenen Gefühle rüber zu bringen, die meiste Zeit wirkt das Gesicht sehr ausdruckslos bzw. wenig facettenreich.

    Wenn die Maske so richtig fällt sieht man tatsächlich nur noch eine Fratze und erkennt so offensichtlich das innere hässliche dieses Menschen, das ist schlimmer als jeder Horrorfilm.
    Ich bin froh um jeden der es schafft sich zu lösen und sich zu befreien, eine Zeit lang empfand ich Hass und Wut, jetzt spüre ich weder Liebe noch Hass, vielleicht noch ein klitzekleines bisschen Mitleid,aber auch das wird vergehen und dann habe ich losgelassen.

    Die MeToo Bewegung so zu missbrauchen ist für mich nicht in Worte zu fassen, keine Beschreibung würde dem gerecht werden….

    Liebe Grüße an alle, ihr schafft das!!!!

    A.

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    1. Vielen Dank für Ihren/ Deinen höchst wertvollen und detaillierten Kommentar.

      Ich bin sehr froh und dankbar, dass Sie/ dass Du über Ihre/ Deine Erfahrungen hier berichten/ est.

      Gerade diejenigen, die mit einer narzisstischen Mutter aufgewachsen sind, stellen eine besonders benachteiligte Gruppe dar. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie hoch der emotionale, der nervliche und oft auch monetäre Schaden ist, den sie nehmen mussten und er zieht sich meistens durch ihr ganzes Leben. Wie gut, zu hören, dass Du es geschafft hast, die Situation zu identifizieren und Dich zu lösen. Ich kann zu 100% nachvollziehen, wie Du Dich fühlst.

      Ja, es stimmt, die Persönlichkeitsstörungen sind pathologisch, also krankhaft und man wird keinen Psychologen oder Psychiater finden, der einen Narzissten verurteilt, – selbst wenn der seine Opfer in den Wahnsinn treibt. Das ist genau das Paradoxon. Die betroffene Person aber, wie ich bereits schrieb, muss den Narzissten als destruktiv und somit als Gefahr für ihre eigene physische und psychische Gesundheit erkennen. In einer möglichen Therapiesitzung kommt es daher oft zu unzufriedenstellenden Ergebnissen. Zumal, wie ich es ebenfalls schrieb, normalerweise auch Trauma-Bonding eine Rolle spielt, also der empathische Teil den destruktiven auch noch „versteht“, denn er hatte ja eine schwere Jugend, einen gewalttätigen Vater, eine verlogene Mutter oder ähnliches. Empathie für denjenigen, der einen krank werden lässt, das ist natürlich problematisch. Deshalb sind meine Texte auch sehr deutlich. Nichts anderes als Klarheit lasse ich gelten.

      Mich regt es zum Beispiel sehr auf, dass Nick Kyrgios für sein Verhalten nicht härter bestraft wird. Es ist ganz eindeutig narzisstisch, was er macht. Es mag für die Tennis-Welt originell sein, – aber wir dürfen nicht vergessen, die vermeintliche Originalität geschieht zu Lasten eines anderen. Oft des Schiedsrichters. Das sind eklatante Grenzüberschreitungen und deshalb nicht hinnehmbar. Die Öffentlichkeit kann nicht benennen, was genau passiert. In den Pressekonferenzen nutzt er, zur Manipulation, ein ganzes Arsenal an Realitäts-Verdrehungen und niemand zieht die Konsequenzen. Ich wünsche mir mehr Genauigkeit in der Beobachtung und in der Beurteilung solchen Verhaltens.

      Aber zurück zu inner-familiären Fällen: Es wäre schön, könnte man diese essenziellen Informationen einer breiteren Mehrheit zur Verfügung stellen. Die Dunkelziffer derer, die betroffen sind, ist sicher sehr hoch.

      Klar, Ihr schafft das!!! Und sollte es Fragen geben, bitte schreiben. Ich biete auch Beratungsgespräche an, – an einem der schönsten und heilsamsten Orte der Welt. Für alle diejenigen, die im Zusammenhang mit durchlebter Toxizität durch Partner oder Familienangehörige Unterstützung brauchen.

      Liebe Grüße und noch einmal Vielen Dank!

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