Modernes Kreuzrittertum und die Deutsche Fussball-Nationalmannschaft

Wie die weltweite links-narzisstische Ideologie-Bewegung die Fussball-Weltmeisterschaft (be)nutzt

Es wird Toleranz-Wasser gepredigt und Intoleranz-Wein getrunken

Doppel-Standards sind das Indiz dafür, dass es nur vordergründig um Vielfalt (Diversität klingt intellektueller) geht, – mit einem trojanischen Moralpferd lässt sich jedes Tor, zumindest in christlich geprägten Kulturen, einrennen. Im Nahen Osten eher nicht.

Zu schnell bezichtigt sich jeder einzelne noch naive, noch emotional denkende Adressat dieser aggressiv vorgehenden Links-Welle selbst seines eigenen angeblichen Fehlverhaltens, – überrumpelt, irritiert, überrannt und beschuldigt.

Generationen, die noch immer ihre Weltkriegs-Traumata zu bewältigen haben, und zusätzlich die unerträgliche Schuld, die auf den Deutschen lastet, sind schon wieder schuldig, „how-dare-you“-zuständig für den Weltuntergang, wenn es nach einem damals (zum Zeitpunkt des Zitates) heranwachsenden schwedischen Greta-Mädchen ginge, – Schuld, Schuld, Schuld.

Diese ‚schuldigen’ Menschen sind empfänglich für Manipulation. Seid jetzt gefälligst tolerant gegenüber jedem einzelnen Individuum, das mit der Veröffentlichung von drastischen Details seines Einzelschicksals die Aufmerksamkeit auf sich zentriert, – und in der Folge nicht selten seine Ausrichtung zur allgemeinen Norm erhebt (Dario Minden). Damit lässt sich spielen.

Und auch ARD und ZDF, sie hören einfach nicht auf damit, tun so, als sei ein Regenbogen auf einer Fussball-WM wichtiger als der Fussball selbst.

Gesellschaftlich: Jeder, der es wagt, und Deutschland besteht ja nun zum großen Teil aus liebenswerten Fussball-Fanatikern, sich Spiele anzusehen, ist also automatisch LGBTq-phob? Weil der Konservative Islam es ist? Und dort findet sie statt, die WM 2022.

So simpel ist das Konstrukt, das uns allen dieses Fest vermiesen soll.

Was hat Identitäts-Politik auf einer Fussball-Weltmeisterschaft zu suchen?

Was eine Fussball-Weltmeisterschaft in Qatar bedeutet

Ein erfrischend selbstbewusster Kimmich denkt nicht daran, sich ein weiteres Mal zum Thema „Politisches Engagement“ während des Turniers zu äußern.

Schließlich sei er erst 15 Jahre alt gewesen, als Qatar als Austragungsort der WM ausgewählt wurde. Könne man sich jetzt nicht einfach mal freuen und zusammen die Spiele genießen?

Natürlich hat er Recht.

Es ist bedauerlich, dass die Nationalmannschaft vor dem ersten Spiel gegen Japan so abgelenkt war. Dieses Binden-tragen-Thema hat sie Energie gekostet. Sie hätten von Anfang an ablehnen sollen, sich instrumentalisieren zu lassen.

Jeder, der etwas erreichen will, muss sich fokussieren. Jeder einzelne und jede Gruppe.

Lächerliche Umerziehungs-Versuche in Richtung des Konservativen Islams?

Dann kommt ja noch dazu, dass die große Mehrheit dieser liebenswerten Fussball-Freunde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie einen Fuß auf arabisch orientalischen Boden gesetzt hat.

Es steht schon am Flughafen einiger arabischer, streng religiöser Länder gar nicht zur Debatte, dass man als Frau keine Abaja anzuziehen hätte. Man kann gern gleich wieder nach Hause fliegen, sollte man sich diesbezüglich verweigern wollen, – siehe beispielsweise Jeddah. Oder Riad.

Es ist geradezu lächerlich auch nur für einen Bruchteil einer Sekunde zu glauben, man könne im tief gläubigen Islam auch nur eine einzige Person von LGBTq-Werten überzeugen. Auf diese nahezu aggressive Art.

Dort wird sich aktuell sicher nicht nur vereinzelt vornehm abgewandt.

Courage

Es steht schlicht nicht zur Debatte, bei einem internationalen Fussball-Wettbewerb die Rechte von Frauen, von Homosexuellen, von Transgender-Personen und so weiter zu diskutieren. Das wird auch diesen wichtigen Themen nicht gerecht.

Es wäre zu begrüßen, würden sich mehr Prominente dafür aussprechen, dass man differenzierter auf Sachverhalte schauen müsste und lieber nicht die großen abstrakten Themen unserer Zeit miteinander vermischen sollte.

Warum fällt es vielen so schwer, sich zu positionieren und zu sagen: „Ihr könnt ja gerne machen, was Ihr wollt, aber für mich hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Basta!“ ?

Der vielfach belächelte Herr Effenberg hat es getan. Er hat sich getraut. Bravo.

Journalisten im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk haben ja die vorzeigbare Ausrede, was für ein Glück, aus beruflichen Gründen quasi gezwungen zu sein, die Spiele zu gucken. Das erzählen sie bei Maischberger und Konsorten dann, um sich zu rechtfertigen.

Heute 19:00 Uhr Portugal Zeit: Billie’s Sports-Bar

Die zumeist tief religiösen Portugiesen im Norden des Landes lieben natürlich abgöttisch ihren Ronaldo, kennen auch Deutsche Ligen ganz gut und hängen in diesen Wochen lieber noch einen XXL-Bildschirm mehr in ihre Cafés, Restaurants und Kneipen, wo auch sonst ständig Fernseher laufen.

Würde man sie auf die Diversitäts-Debatte der WM ansprechen, würden sie einen warmherzig anlächeln, einem ein weiteres Super Bock und einen Cheese-Burger spendieren und auf einen der vielen Bildschirme zeigen. Lasst uns doch jetzt einfach mal Fussball genießen.


Unterschwellige Interkulturelle Toxizität – Underlying Intercultural Toxicity

Why is your writing so violent – Warum kommt in Ihren Büchern so viel Gewalt vor

(Google Translater activated)

In einer Diskussionsrunde des The New Yorker äußert sich die preisgekrönte Schriftstellerin und emeritierte Literatur Professorin der Princeton University, New Jersey, Joyce Carol Oates zu einem Besuch in Deutschland.
In a discussion with The New Yorker the prize-winning writer and Professor Emeritus of Literature, Princeton University in New Jersey, Joyce Carol Oates speaks about a visit in Germany.

Was genau passierte – What exactly happened

Deborah Treisman ist seit 2003 Fiction Editor (Lektorin) des Magazins The New Yorker und zuständig für die dort wöchentlich erscheinende Short Story.

Anlässlich des 2011 stattfindenden The New Yorker Festivals hatte Treisman drei der erfolgreichsten US-Amerikanischen Fiction Schriftsteller zu „Discussion of the Dark Side“ eingeladen: T.C. Boyle, George Saunders und Joyce Carol Oates.

Alle drei arbeiteten zum Zeitpunkt der Diskussion nicht nur als Schriftsteller, sondern sie hatten auch Lehraufträge im Fach Literatur, bzw. Creative Writing, an unterschiedlichen Universitäten in den USA, was im Zusammenhang mit Joyce Carol Oates‘ Äußerung von nicht unerheblicher Bedeutung ist.

Die Drei gehören unumstritten zur intellektuellen liberalen Elite des Landes.

Joyce Carol Oates

Von Treisman wird Oates als Autorin von 20 Short Story Sammlungen, 36 Romanen, ihrer Memoiren (inzwischen gibt es zwei), unzähliger Essays u.a. vorgestellt. Oates zählt zu den Preisträgern des National Book Awards und war drei Mal Finalistin für den Pulitzer Prize.

Sie selbst beschreibt sich als Social Realist, Psychological Realist und Feminist. Sie stellt sich oft in Interviews Fragen von Fachjournalisten und Journalistinnen oder nimmt, inzwischen emeritiert, Einladungen hochrangiger Universitäten an, um über ihr Schreiben zu sprechen. Hört man ihr zu wird schnell klar, dass sie sich immer wieder für gesellschaftlich Benachteiligte und generell für ‚Opfer‘ von Systemen einsetzt.

Einzelheiten ihrer Arbeitstechniken beschreibt sie sowohl stark abstrahierend, als auch in anschaulichen konkreten Details und oft mittels Analogien.

Sowohl der Umfang ihres Werkes, als auch die Tiefe einzelner ist beeindruckend.

Oates gibt auch regelmäßig und großzügig Einblicke in ihr privates Leben.

In Minute 28 – In Minute 28

Um nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu sein, das kontroverse Zitat aus dem Zusammenhang gerissen zu haben, ist die komplette Diskussion unten verlinked.

Bemerkenswert ist, dass J.C. Oates von der Moderatorin Deborah Treisman an anderer Stelle auf eine übersimplifizierte Bewertung eines Sachverhaltes aufmerksam gemacht wird, in Minute 28 u.f. jedoch nicht.

Auch T.C. Boyle und George Saunders, letzterer steht für Philanthropie und Empathie als zentrale Themen in allen seinen Büchern, haben nichts einzuwenden oder etwas hinzuzufügen. Das ist ebenfalls bemerkenswert.

Treisman fragt Oates nach deren Essay „Why is your Writing so violent?“

Als Treisman nach dem Essay fragt, zielt sie damit auf eine frühere Aussage Oates‘, dass männlichen Schriftstellern diese Frage wohl nicht gestellt werden würde.

J.C. Oates nimmt darauf allerdings nicht Bezug, sondern erzählt von einer Reise (Anmerkung: Lesereise) durch Europa, auf der sie in Deutschland auch vor einem deutschen Publikum, – ihren Lesern, liest.

Ihre Reaktion auf die Frage einer ihrer Leserinnen oder eines Lesers beschreibt sie wie folgt:

„… I was asked that question ‚why is your writing so violent?‘ in (Anmerkung: mt Verachtung in der Stimme) Germany.

(Anmerkung: und Gelächter in der Runde). I was travelling around in Europe, you know, where the very earth is soaked

with blood, and these people got the audacity (Anmerkung: Übersetzungsmöglichkeiten wären Dreistigkeit,

Verwegenheit, Kühnheit, Mut, Frechheit oder Unverfrorenheit) to say, y’know put the microphone on, ‚why is your

writing so violent?’…“

Unverständnis

Wie kann eine Schriftstellerin dieser Klasse eine solche unsachliche Bemerkung machen?

Wie kann sie die Dinge derartig vermischen und übersimplifizieren? Es ist zu befürchten, dass das nicht auf ihr fortgeschrittenes Alter zurückzuführen ist.

Mit einer solchen fehlurteilenden Nachlässigkeit, – es ist ihr wohl hoffentlich eher Oberflächlich- statt Boshaftigkeit zu unterstellen (wirklich?), zieht sie jahrelang durch ganz USA und hält stundenlange Vorträge vor Studenten und Professoren. Vor Politikern und Kollegen. Alles vorwiegend Liberale. Das ist verantwortungslos.

Ganz zu schweigen von einer damit verbundenen Hypokrisie und Doppel-Moral.

Wie gern würde ich von Nachkriegs-Deutschland und mindestens einer schwerst traumatisierten Generation berichten, der in unzähligen Fällen die psychische Stabilität gefehlt hat, um grundlegende Funktionen ihrer Familien aufrecht zu erhalten.

Und diese Traumata wirken bis in die heutige Zeit. Das Letzte, was Deutschland braucht, ist eine Desavouierung wie die von Joyce Carol Oates.

Wenn schon Social und Psychological Realism, dann doch bitte für alle.

(Joyce Carol Oates speaks about a german audience)