Destruktive Beziehungen zu Narzissten 15 – Systematische Nicht-Anerkennung als manipulative Strategie

Wie Narzissten einen mit gezielt ausbleibender Anerkennung austrocknen und mit Pseudo-Komplimenten korrumpieren wollen

Eine der erfolgreichsten Methoden pathologischer Narzissten und Psychopathen

 

Diese maligne Vorgehensweise ermöglicht es ihnen, ihre Zielpersonen zu destabilisieren und bei ihr Selbstzweifel und Widersprüche zu implementieren. Nicht nur, dass fehlende Anerkennung an der entscheidenden Stelle die Selbstgewissheit eines Menschen unterminiert, der Geschädigte überlegt auch unterschwellig permanent, warum er im Vergleich zu anderen erfolglos bleibt, in seiner Entwicklung stagniert oder falsche Entscheidungen trifft. Er weiß nicht, warum es in seinem Leben einfach nicht weitergehen will. Dieser innere Konflikt strengt ihn an.

 

Eine Basis-Kriegsstrategie für Anfänger

Diese innere Beschäftigung kostet ihn Kraft. Es kostet ihn Energie, die er eigentlich an anderer Stelle brauchte. Das alles ist natürlich kein Zufall. Der Narzisst beschäftigt auf diese Art gezielt seine empathische Beute nach dem Motto: man kann nur eines zur Zeit, ’sich entweder auf einen Krieg vorzubereiten oder ihn zu führen‘. Beides gleichzeitig funktioniert nicht. Der Empath wird künstlich in einem Modus gehalten, in dem er sogar weder das eine, noch das andere konstruktiv darstellen kann (ohnehin weiß er ja auch noch gar nicht, dass Krieg mit ihm geführt wird…). Der krankhafte Narzisst will auf jeden Fall verhindert, dass sein Opfer an Stärke gewinnt und möglicherweise die Konzentration und Analysefähigkeit aufbringt, seine manipulativen Machenschaften zu verstehen. Jeder Mensch braucht in seinem Leben das Gefühl von Signifikanz. Ein Narzisst kämpft täglich dafür. Er ist bereit, alles dafür zu tun, damit er an erster Stelle des Hierarchie-Gefüges bleibt und kein anderer ihm in dieser Position gefährlich werden kann.

Noch einmal zur Erinnerung: der krankhafte Narzisst kann sich aufgrund seiner gehirn-anatomischen Anomalie nicht vorstellen, dass man Signifikanz auch durch weiche, empathische Zwischenmenschlichkeit erreichen kann. Diese Form der Abstraktion ist ein Bereich, in den vorzudringen ihm nicht möglich ist. Sein Vorgehen ist immer indirekt, als Charakteristikum von Manipulation, niemals transparent, klar und offen. Allein die Vorstellung, auf eine offene Frage eine ablehnende Antwort zu bekommen, wäre für eine manipulative Persönlichkeit unerträglich. So sehr abhängig ist sie vom Erfolg ihres Handelns, als reine Materialistin. Nur der zweifelhafte Erfolg, einen anderen übervorteilt zu haben, generiert die Ausschüttung des Belohnungshormons Dopamin. Deshalb reagiert sie auch, wie in einem meiner vorhergehenden Texte besprochen, so (passiv-)aggressiv, wenn sich ihre Pläne nicht durchsetzen lassen.

 

Sabotage zunächst als solche erkennen

Personen des engeren Umfeldes, deren einflussreiche Meinung von Bedeutung für einen Menschen  ist, seien es Eltern, Geschwister, Partner, Vorgesetzte o.ä. wollen verdeckt nicht, dass er sich in seinen Qualitäten bestärkt fühlt und so möglicherweise über sie hinaus wächst. Sie sabotieren sein Selbstwertgefühl. Ohne das Bewusstsein über diese malignen Vorgänge bleibt der betreffenden Person lediglich ein unbefriedigendes Gefühl, für das sie keine plausible Erklärung hat. Das Unausgesprochene wird zu einem entscheidenden Faktor innerhalb seiner erfolglosen Biographie.

 

Wenn Sabotage von außen allmählich zu Selbstsabotage wird

Wenn das passiert, dann sind pathologische Narzissten und Psychopathen am Ziel.

Aber der erste Schritt ist zunächst, Sabotage von außen als solche erkennen zu können. Das hört sich leichter an, als es ist und beschreibt eher ein Gefühl, als einen rationalen Vorgang. Die Strategie des gezielten Vermeidens von Anerkennung beschreibt eine Unterlassung. Es wird, an einer wesentlichen Stelle im Leben der Zielperson des Narzissten/ Psychopathen, nicht gelobt, anerkannt, erwähnt, gefördert, davon erzählt, darüber geschrieben, mit Stolz zum Ausdruck gebracht, ins Zeugnis diktiert, transparent gemacht und so weiter, was die Qualitäten und Qualifikationen derjenigen Person sind. Dies geschieht systematisch. Es kann passieren, dass das erwachsene Kind eines Elternpaares daraufhin nichts über seine eigenen, einzigartigen Fähigkeiten weiß. Es ist nie an der Stelle gelobt worden, die es in seiner Biographie weitergebracht hätte, – als Träger vielleicht sogar herausragender Qualifikationen. Das Kind hätte an genau dieser Stelle seiner Persönlichkeit Enormes leisten können, wurde aber statt dessen gezielt verunsichert.

Nun könnte man annehmen, entweder dem weiteren Umfeld der Familie wäre die Vorgehensweise der Eltern aufgefallen oder das Kind hätte an anderer Stelle die Chance gehabt, sein Können unter Beweis zu stellen.

Es kann sein, dass dem Umfeld rein nichts auffällt, wenn die Eltern nach außen vorgeben, normal fürsorglich und verantwortungsvoll zu handeln. Das Umfeld geht normalerweise nicht von verdeckt handelnden Eltern aus.

Wenn ein Kind von seinen Eltern nicht an den entscheidenden Punkten seiner Persönlichkeit gestärkt, für Banalitäten gelobt und ansonsten bei nicht familiensystem-konformen Verhaltensweisen abgelehnt und zurückgewiesen wird, wird das Kind sich in anderen Zusammenhängen nicht frei entfalten können, es sei denn, es durchschaut früh genug die Mechanismen und befreit sich aus der Maschinerie. Das allerdings gestaltet sich schwierig und bedarf zumindest einer anderen Person außerhalb des Systems, der das Kind vertrauen kann.

Meistens lebt die in ihrem Charakter und in ihren Fähigkeiten beschnittene Persönlichkeit auf einem Gleis ihr Leben weiter, das sie immer weiter von sich selbst wegführt. Dieser Sachverhalt entwickelt  bei vielen Persönlichkeiten auf Dauer eine stabile Selbstsabotage und ’self-medication‘, wie z.B. Substanz-Missbrauch oder ähnliche selbstschädigende Maßnahmen (siehe vorhergehende Texte dieser Reihe).

 

 

Übertragung auf andere Beziehungen bzw. hierarchische Systeme

Man braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass systematische fehlende Anerkennung in der Ursprungsfamilie (und die damit verbundene zwangsläufig hierarchische Ordnung) einen geeigneten Nährboden für ebenfalls subsidiäres Verhalten der geschädigten Person innerhalb späterer Beziehungen oder innerhalb seines beruflichen Umfeldes bietet.

Wenn ein Vorgesetzter seinen Mitarbeiter für Banalitäten lobt, seine herausragenden Leistungen aber nicht erwähnt und, im Gegenteil, ihn an anderer Stelle verdeckt schikaniert, ist dieses narzisstische Verhalten schwer nachzuweisen. Ich kann nur dazu raten, Gespräche mit dem Vorgesetzten möglichst unter Hinzuziehung einer weiteren Person zu führen und die Unterlassung konkreter Anerkennung offen anzusprechen. Bleibt die Anerkennung für eine positive Leistung aus, so ist das als ‚manipulativ‘ zu bezeichnen.

 

Pseudo-Komplimente

Fühlt sich ein triviales Kompliment nicht schlimmer an, als jede Kritik? Man muss sich bewusst machen, dass in manchen Fällen gezielte Strategie dahinter steht. Auch hier greift eine Systematik.

Lobt der Vorgesetzte, vielleicht sogar vor Publikum, seinen Mitarbeiter für eine Nichtigkeit, erwähnt aber nie die wirklich überdurchschnittlichen Leistungen, entbehrt das Verhältnis zwischen den beiden selbstverständlich jeglicher Authentizität. Und nein, es ist nicht so offensichtlich, wie es sich anhört. Ich hörte von ganzen Bereichen großer Unternehmen, die seit Jahrzehnten auf diese Art ihr hoch qualifiziertes Personal mit Trivial-Komplimenten korrumpieren und damit versuchen, es motiviert zu halten. Dort herrsche ein Klima alarmierend übertriebener, künstlicher Freundlichkeit, das sämtliche Fluchtreflexe in einem in allerhöchste Bereitschaft versetze. Es heißt: alle spüren es. Keiner sagt etwas. (Neu ist übrigens auch eine Form der Pseudo-Mitgestaltung als geeignetes Mittel zur Infiltration)

Während meines Aufenthaltes in Norwegen erfuhr ich von Freunden, dass dort innerhalb von Unternehmen bewusst eine Kultur absoluter Offenheit in alle Richtungen gepflegt wird. Es ist also möglich. Nicht umsonst sind die Norweger das glücklichste Volk der Welt. Es ist anzunehmen, dass allgemeines ‚Vertrauen‘ und ‚Transparenz‘ innerhalb menschlicher Beziehungen und innerhalb von Systemen zu dieser Haltung beitragen.

 

Pseudo-Anerkennung im Kontext ‚Paarbeziehung mit einem Narzissten/ Psychopathen‘

Hier möchte ich kurz noch einmal den Begriff der Flying Monkeys ins Spiel bringen. Ein Psychopath geht im Vergleich zu einem krankhaften Narzissten noch wesentlich kaltblütiger und gerissener vor. Seinen naiven Freunden gegenüber lobt er seine Ehefrau, oder die Psychopathin ihren Ehemann, über Jahrzehnte in den höchsten Tönen. Das hat für eine manipulative Persönlichkeit  mehrere Vorteile.

Zunächst fühlt sich der Partner natürlich enorm geschmeichelt, öffentlich verehrt zu werden. Er sieht nicht, was dahinter steckt. Er weiß nicht, was der Psychopath eigentlich beabsichtigt.

Seine Flying Monkeys können sich bei Problemen dieses Paares oder bei einer Trennung nicht vorstellen, dass Psycho-Terror seitens des (unerkannten) Psychopathen der Grund sein kann. So oft hat er, hat sie, liebevoll über den jeweiligen Partner gesprochen…

 

Vorsicht

Bleiben Sie vorsichtig. So anstrengend es auch klingen mag. Mit der Zeit verinnerlichen Sie Ihr Wissen über krankhaft manipulative Personen und wenden sich immer schneller von diesem Menschentypen ab, der Ihnen täglich und überall begegnen kann. Sie entwickeln es und stärken Ihr Gespür für Widersprüche und Zusammenhänge, Sie können sich immer schneller erklären, was die eigentliche Motivation einer Ihnen gegenüber widersprüchlichen Persönlichkeit ist und dass es ausschließlich um deren Bereicherung geht, in welcher Form auch immer diese sich gestaltet.

 

 

 

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