Destruktive Beziehungen zu Narzissten 2 – Going No Contact  ~  Kontaktabbruch – es gibt keine Alternative …

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 2 – Going No Contact  ~  Kontaktabbruch – es gibt keine Alternative …

… bei verdecktem malignem Narzissmus im engsten Umfeld

Ab und zu erlebe ich sogenannte Flashbacks. Dann mischen sich Emotionen unter die grausamen Erinnerungen, die ich an die Narzissten habe, die mein Leben
entscheidend beeinflusst haben. Es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass diese Emotionen nur die genetisch festgelegte Reaktion auf Personen sind, die mir qua ihrer ‚Funktion‘ innerhalb meines Lebens sehr nahe standen.  Leider zeigte sich an dieser Stelle, also im Ausbleiben meines rationalen  Beurteilungsvermögens, eine Art psychischer Systemfehler.

Was heißt das genau?

Grundsätzliches und bekannt: wir alle haben naturgemäß engste Bindungen zu sowohl Mitgliedern der Ursprungsfamilie, als auch zu den Partnern, die wir uns unbewusst zwecks Familiengründung augesucht haben, – genauso wie zu unseren Kindern. Alle diese Bindungen sind funktionell. Die Partnerauswahl ist zudem entscheidend von der Qualität geprägt, die die Bindung zu unseren beiden Elternteilen hatte. Zu welchem Prozentsatz kulturelle Einflüsse, beispielsweise Normen aus dem Christentum, eine Rolle spielen, kann ich nicht beurteilen. Aber sicher haben auch sie einen starken Einfluss auf unser Verhalten, – siehe hier die Zehn Gebote. Moral wird im Familien-/ Gesellschaftskontext gelernt, so wie wir Sprache lernen. Zumindest gibt es dazu anerkannte Theorien (Quine).

Es wird gesellschaftlich geächtet, Beziehungen zu Familienangehörigen oder Partnern einfach abzubrechen. Das ist fatal.

Sachliche Beurteilung von Verhalten vs. Gewissen – die moralische Keule

Sie schwappen herüber, einmal mehr von Westen (USA, Canada und UK)) nach Osten, die ersten Aufklärungskampagnen darüber, das Verhalten von Eltern gegenüber ihren Kindern genauer zu beleuchten, gravierende Fehler aufzudecken und diese offen anzusprechen. Unterlassungen werden erstmals den aggressiven oder verdeckten Erziehungsfehlern gleichgesetzt. Endlich. Für stark durchstrukturierte Gesellschaften, in denen individuelles Kindesverhalten oft dem zweifelhaft überhöhten Wert unreflektiert geforderter Disziplin unterworfen wird, kann diese Aufklärung eine rettende Entwicklung darstellen. Es muss deutlich werden, wann sie genau anfängt: die Objektifizierung eines Kindes.

Die verdeckte Entmündigung eines objektifizierten Kindes

Hiermit fängt das große Dilemma an. Das Kind weiß natürlich nicht, dass es im Verhältnis zu seiner Mutter oder zu seinem Vater, oder im schlimmsten Fall zu beiden (Narzisst und Komplementärnarzisst), gerade im Begriff ist, ausschließlich deren Zwecke zu erfüllen. Jeder Versuch, seine eigene Individualität zu leben, wird entweder nicht beachtet (was schon verhängnisvoll ist), im Keim erstickt, oder vielleicht sogar drakonisch bestraft. Es liebt trotzdem seine Mutter und seinen Vater, auch wenn beide noch so ignorant handeln, noch so sehr wüten, manipulieren oder beispielsweise, vollgepumpt mit Tranquilizern, tagelang im Bett liegen und ihr Kind vernachlässigen. Es hat keine Referenz. Es weiß nicht, dass in der Wohnung nebenan ein anderes Kind in seinem Alter ermutigt wird, z.B. auf seinen noch so exotisch klingenden Berufswunsch hinzuarbeiten, Stück für Stück. Dass Kinder emotional getragen werden müssen, genährt, so lange, bis sie sich selbst in ihrem Leben orientieren und zurecht finden können.

Es weiß nicht, wie angstfrei und unterstützend die Atmosphäre in einer Familie sein kann. Es weiß nur, was garantiert funktioniert, um die mögliche Eskalation eines Konfliktes zu verhindern, bzw. was es dazu beitragen kann, damit es seinem Vater und seiner Mutter einigermaßen gut geht. Es kennt keine Entspannung und wird von Stresshormonen dauergeflutet. Es kennt das wohlige Gefühl nicht, beschützt zu sein, oder danach gefragt zu werden, wie es ihm geht, oder dass sein Wohl einmal im Vordergrund steht. Es weiß nicht, dass es auch Fehler machen darf, ohne dass seine Mutter oder sein Vater tagelang nicht mit ihm sprechen. Es kennt ein Gefühl der Freiheit nicht und auch nicht, wie es ist, wenn es die Fülle aller Möglichkeiten eines glücklichen, prosperierenden Lebens spürt. Es liebt seine Eltern trotzdem. Naturgemäß.

Wird es älter und fängt es an, sich abzuwenden, weil es die Pubertät so will, wird seine Rebellion schwer geahndet. Diese Entwicklung wird von seinen narzisstischen Eltern einer Ablehnung gleichgesetzt, was selbstverständlich hoch fehlinterpretiert ist. Sollte man als Tochter sogar solche Qualitäten entwickeln, die seine eigene Mutter in eine Neid- und Konkurrenzproblematik treiben, werden deren narzisstische Maßnahmen, je nach Schweregrad der Persönlichkeitsstörung, immer heimtückischer und perfider. Das gleiche gilt selbstverständlich analog für das Verhältnis zwischen narzisstischem Vater und seinem Sohn. Wobei dort die Methoden sicher offener sind.

Immernoch mangelt es dem jetzt fast erwachsenen Kind an Referenz, – es spürt zwar unterschwellig, dass es ausgebremst wird, aber Konsequenzen aus dieser Situation zu ziehen, mit anderen Worten, sich von seinen Eltern zu trennen, das schaffen die wenigsten. Narzisstische Eltern erreichen weiterhin, oft unter Zurhilfenahme auch erpresserischer oder anderer manipulativer Methoden, dass das Kind die Bindung nicht auflöst und ihnen weiterhin als Quelle ihrer Ego-Zufütterung dient. Und hier liegt das Problem.

Nicht nur, dass das Kind narzisstischer Eltern, mangels solider Basis für ein stabiles Selbstwertgefühl (inklusive funktionierender Intuitionen), in seinem Leben oft falsche Entscheidungen trifft, es schlittert unweigerlich in die nächsten dysfunktionalen zwischenmenschlichen Beziehungen hinein. Woher soll es wissen, wie sich gesunde, auf Anerkennung, Offenheit und Vertrauen basierende Beziehungen anfühlen? Das mittlerweile erwachsene Kind, denn es hat keine konstruktive emotionale Entwicklung durchlaufen, was es zu einem ‚richtigen‘ Erwachsenen hätte reifen lassen, kämpft wieder verzweifelt um Anerkennung seiner Individualität und gibt sich oft mit viel zu wenig oder mit komplett fehlender authentischer Zuwendung zufrieden. So war es immer. Das kommt ihm bekannt vor. Es kommt noch nicht einmal auf die Idee, sich zu fragen, was genau in seinem Leben falsch läuft, – wo es ansetzen muss. Anspannung ist ihm vertrauter, als Entspannung. Ein großer, radikaler Schritt wäre die Lösung!

Erst wenn es gar nicht mehr auszuhalten ist

Und nun komme ich zu meinem oben beschriebenen Systemfehler. Psychologen könnten mir an dieser Stelle sicher genau auseinanderlegen, warum es sich nicht um einen Fehler, sondern um logisch nachvollziehbare Lernprozesse innerhalb menschlichen Erlebens und Verhaltens handelt, – um Prägungen und Konditionierungen, die, werden sie normal gelebt, für das Individuum überlebenswichtig sind.

Ich bleibe trotzdem bei meinem Begriff. Wir sind also (ich nehme an, aus hormonellen Gründen) an diejenigen gebunden, die uns manchmal sogar massiv schaden. An unsere Eltern. An unsere Kinder. An unseren Partner. Aufgrund biologischer Prozesse. Wahrscheinlich sind dieselben Hormone dafür verantwortlich zu machen. Bindungshormone. Dieser Zusammenhang scheint uns beurteilungsunfähig zu machen und das auf lange Sicht. Die Betroffenen wissen nicht, wie sich ein unabhängiges Leben anfühlt. Sie haben ihren eigenen Wert nie kennenlernen dürfen. Was sie von sich selbst wissen, ist nur diffus. Angst und Unsicherheit, fehlende Selbstgewissheit und ein Mangel an Courage verhindern ihre persönliche Weiterentwicklung. Nur mit Unterstützung, durch positive Resonanz, kann man eigene Ziele herausarbeiten und erreichen. Wenn man als Kind, sozusagen als Basiserfahrung, diese Zustimmung erhalten hat, ist man für sein ganzes Leben gestärkt, selbstsicher und zentriert. Man kennt sich. Man kennt seine Stärken. Man weiß, wie persönliche Erfolge sich anfühlen.

Narzisstische Eltern bewirken das Gegenteil. Der Betroffene selbst weiß von diesen komplexen Zusammenhängen nichts.

Die in der Ursprungsfamilie offen autoritär oder subtil verdeckt geforderte Hierarchie, die dem Individuum Kind zur Entfaltung seiner Persönlichkeit keine Chance gelassen hatte, ist der Grund, warum es sich in späteren Paarbeziehungen unbewusst nur zu bereitwillig erneut in eine Hierarchie pressen lässt, – sich unbewusst unterordnet und seinem neuen Narzissten bald ohne Gegenwehr das Feld überlässt. Es hat gelernt, dass Konflikte mit dem Predator, mit dem Ziel, paritätische Verhältnisse herstellen zu wollen, aussichtslos sind und lediglich weitere Demütigungen und Degradierungen nach sich ziehen. Der Prozess ist schleichend. Über Jahre und Jahrzehnte verlieren die Betroffenen das eigene ‚ich‘. Sie lösen sich in dem anderen auf.

Das ist für gesunde Persönlichkeiten unvorstellbar. Sie kennen sich selbst genau, ihre Stärken und Schwächen, ihre Ziele und was sie am liebsten tun, also die Quellen ihrer Glücksmomente und die Möglichkeiten, wie sie ihre Energien mit Freude einsetzen können. Die Gestaltung ihres eigenen Lebens würden sie sich von niemandem wegnehmen lassen.

Die Gesunden wissen nicht, dass es neben ihnen noch ganz andere Daseinsformen gibt; empathielose Maschinen, die aussehen, wie wir und die sich mit eiskalten, technischen Methoden (social engineering) über diejenigen hinwegsetzen, die sie für ihre eigenen Vorteile ausnutzen wollen. Es sind schwarz-weiße Hüllen, die sich geschickt tarnen, damit nicht auffällt, dass sie über keinerlei Glücksempfinden verfügen. Entwickeln können sie Gefühle wie Neid, Hass, das bittere Gefühl, zu kurz zu kommen, nicht genug beachtet zu werden, Triumph und Macht über andere zu haben, Wut und Aggressivität, sexuelle Energie, Schadenfreude, Genugtuung bei materieller Übervorteilung anderer etc. Diese Regungen lösen bei ihnen einen Dopaminausstoß aus, der sie kurzzeitig aus ihrer Inhaltsleere und aus ihrer Langeweile herausholt. Was den energiehungrigen Narzissten auf hohe Frequenz bringt und ihm einen besonders starken Dopaminboost verschafft; ein vorher sorgfältig ausgesuchtes Opfer erfolgreich und gewinnbringend manipuliert zu haben.

Sehen wir es bitte ganz klar: es gibt keine Alternative zu einem rigorosen Kontaktabbruch zwischen dem Narzissten und uns, wenn wir endlich unser selbstbestimmtes und produktives Leben leben möchten. Ein Leben, das Spaß macht, in dem wir ein liebevolles Verhältnis zu uns selbst entwickeln, wachsen und täglich ein Spektrum neuer Möglichkeiten sehen, unsere Energie erfolgreich einzusetzen.

Sie nutzen ausnahmslos jede Form einer Kontaktaufnahme zur Sabotage des glücklichen und freien Lebens eines anderen. Sie neiden es ihm. Sie beziehen ihre Genugtuung und ihre Dopaminschübe daraus, einen anderen fallen zu sehen, – ihn zu unterminieren. So pathetisch es klingen mag. Ich gebe zu, es ist nicht leicht, die komplizierten Zusammenhänge innerhalb des Verhaltens von Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu erkennen und zu verstehen. Ich selbst habe ungefähr acht Jahre gebraucht, um diese ‚Existenzform‘ (denn leider ist es nicht mehr, als das) rational und emotional zu begreifen. Es handelt sich bei Menschen mit dieser Störung nicht um gesund entwickelte Persönlichkeiten. Sie existieren maschinell, ohne Empathiefähigkeit, ohne das Wertvollste, was gesunde Menschen ausmacht: die Fähigkeit, aus sich selbst heraus Glücksgefühle, Kreativität und Inspirationen zu entwickeln und zu vermitteln. Sie sind Behälter eines Vakuums, angewiesen auf verachtenswürdige Methoden, Energie von außen, durch andere, zu beziehen. Gelingt ihnen das nicht permanent, laufen sie Gefahr, vor Depressionen in sich zusammenzusinken.  Wären diese menschlichen Maschinen nicht so gefährlich, könnten sie einem leid tun.

Quellen

Allen meinen Lesern, die sich ein fundiertes und breites Wissen über das Thema Narzissmus aneignen möchten, oder die ‚ihren Narzissten‘ endlich überwinden möchten und substanzielle Hilfe benötigen, empfehle ich den folgenden englischsprachigen youtube-Kanal der US-amerikanischen Ärztin Dr. Kathleen Ware. Hier der Link:

https://m.youtube.com/channel/UCC_iKgK3fghn3K5fHoWQv7Q

Anmerkung: meine oben genannten Verhaltensbeispiele narzisstischer Persönlichkeiten bezog ich aus eigenem Erleben mit ihnen. Ich selbst bin zwar weder Ärztin, noch Psychologin oder Therapeutin, habe aber Kontakte zu Vertretern dieser Gruppen, die mir Fachfragen beantworten und mich unterstützen.

Zusätzlich führe ich zahlreiche interessante Gesprächen mit betroffenen Angehörigen oder Partnern von Narzissten, die mir laufend weitere Inhalte für meine Texte zur Verfügung stellen.

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