Destruktive Beziehung zu Narzissten 29 – Die  Deutschen haben eine Menge Qualitäten, – kritisches Denken gehört nicht dazu

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Traditionell glauben sie (fast) alles, was man ihnen sagt und nur zu bereitwillig nehmen sie ihren (untergeordneten) Platz in einer ihnen auferlegten Hierarchie ein – aus Angst vor Bestrafung

Das hatte schon Napoleon seinerzeit über uns berichtet

Ich liebe die Möglichkeiten, die das Internet mir bietet. Ich als Studienabbrecher darf einfach ins Netz hinausstreuen, was mir gerade einfällt. Keine Redaktionsleitung kann es mir verbieten. Keiner Direktive muss ich folgen. Kein Narrativ gilt für mich, – im Gegenteil. Ich öffne mich täglich für meine holistische Sichtweise der Dinge, interdisziplinär, und das ist vielleicht genau der Grund dafür, Zusammenhänge erkennen zu können, auf die man so nicht käme, wäre man einer einzigen Fakultät verpflichtet.

Durch meine zahlreichen Fremdsprachen, die ich zwar nicht alle fließend einsetzen kann, sie aber annähernd zu 100% verstehe, sehe ich weit in die Welt hinaus und beobachte natürlich mit Spannung, was sich in Sachen Narzisstischer Systeme entwickelt. Die meisten derartig geprägten politischen Strukturen werden von einem offen narzisstischen Protagonisten geführt. Und man hat den Eindruck, es werden immer mehr. Es gibt aber auch Varianten.

Fassen wir kurz die Kernkriterien zusammen

Im Kleinen wie im Großen ist ein Hauptkriterium narzisstischer Systeme die subtile und die grobe Manipulation. Es werden Unwahrheiten verbreitet, es wird großzügig versprochen ohne einzuhalten, es wird Propaganda betrieben, es wird gedroht, erpresst und sanktioniert, verschwiegen und drakonisch bestraft, ‚gebullied‘ und unter die Gürtellinie geschossen. Es wird, was läge näher, sogar einfach per Auftragsmord derjenige aus dem Weg geschafft, der andere auf dumme Ideen bringen könnte. Alles das, um großflächig politische Forderungen durchzusetzen und um im großen Stil Gehirnwäsche zu betreiben. Wer sich zur Zeit auf grobere, eher primitive Art eine immer größer werdende Zuhörerschaft zu verschaffen gedenkt, ist leicht zu identifizieren. Da gibt es sogar inzwischen einige.

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Aber was ist eigentlich in Deutschland los?

Traditionell bestehen wir nicht gerade aus einer Gesellschaft einzelner Freigeister. Für Rebellionen und Revolutionen sind wir nicht bekannt, sehen wir von einzelnen Genies wie Goethe ab, der ja nun auch unserer Mainstream- Primitivität anheim gefallen ist. Und dabei wäre er sicher einer gewesen, den die Millenials geliebt hätten, weil er eben so anders, so unkonventionell war, selbst ein Sprayer seiner Zeit. Für meinen Geschmack ist die Auswahl seines Namens in besagtem Kinofilm vollkommen deplatziert. Zurück zum Thema.

Ja, wir waren einmal ein Volk von Dichtern und Denkern. In unseren kulturellen Hochzeiten. Ich könnte schreien, wenn ich genauer über die Entwicklung der letzten Jahrzehnte nachdenke und da insbesondere über die fehlende innerhalb unseres Bildungssystems. Es gab einfach keine Entwicklung, außer der ursprünglich wohl zum Zweck der  Bruttosozial-Produktivitätssteigerung generierten G8-Zwangskomprimierung gymnasialen Lernstoffes. Gescheitert ist sie, glücklicherweise, am Menschen. Das Projekt, Schüler objektifizieren zu wollen, ist somit untergegangen. Ich bin froh.

Alles wird dem Profitmaximierungs- Konzept untergeordnet. Es verdrängt die nährende Verbindung des Menschen zu sich selbst und zu anderen. Wenn man sich abwendet, einfach nicht mitspielt und sich statt dessen wieder mit spirituellen, emotionalen Inhalten und Phänomenen beschäftigt, dann merkt man doch schnell, was  ein Mensch an Materiellem alles nicht benötigt. Allein das Bewusstsein darüber gibt sofort Energie. 

Was unsere Kinder betrifft: als ob man geradezu verhindern, sabotieren wolle geistige Hochentwicklung hervor zu bringen, werden Schüler in ihrer Individualität derartig vernachlässigt, ein immenser Druck wird ausgeübt, der in einigen Fällen sogar zu Schüler-Suiziden führte und noch führt. Was ist das für eine Gesellschaft? Das Beschriebene ist allerdings nur ein Aspekt dessen, was in diesem politisch narzisstischen Kontext zur Zeit passiert, – Unterlassung und eine Objektifizierung von Menschen, als prominentestes Kriterium.

Nachrichten

Und dann die Medien. Sie haben einen komplexen Auftrag. Die Verantwortlichen glauben aber doch hoffentlich nicht ernsthaft, dass die Bevölkerung so simpel ist und den Zusammenhang zwischen entsprechenden Politikern und diesem Auftrag nicht erkennt? Der weitgehend erfolgreich in der Gesellschaft installierte Moralismus (von vorherrschender Doppelmoral ganz zu schweigen) ist das Ergebnis. Eine realitätsferne, manipulative und am Thema vorbeigehende Deutung der aktuellen Situation wird kritiklos hingenommen. Mittlerweile hat sich hier, sicher nicht nur in meinem Umfeld, eine gewisse Diskussionsmüdigkeit eingestellt, was bestimmt auch zum Kalkül-Programm der Verantwortlichen gehört.

Offene und verdeckte narzisstische Methoden von Politikern

Alle sprechen über Trump. Man habe Angst in den USA, kann gelesen werden. Der kollektive Stress-Hormonspiegel sei stark erhöht, weil man nie wisse, was als nächstes passieren wird. Ich behaupte, es wird nichts passieren, jedenfalls nichts Dramatisches. Schon seit Beginn seiner Präsidentschafts-Wahlkampagne war er, von allen Seiten kommend, einem Tsunami an Verspottung und Beschimpfung ausgesetzt. Zwei monumentale Fernsehsender bekriegen sich 24/7. Mit journalistischem Ethos, sich mit einer Sache nicht gemein zu machen, hat das nichts mehr zu tun. Offen narzisstisch und emotional auf dem Stand eines kleinen Kindes kämpft der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika täglich mit seinen überbordenden Impulsen, die er auch nach zwei Jahren noch nicht unter Kontrolle zu bringen gelernt hat. Das ist das Hauptproblem, was Trump angeht. Für verschlagen und gefährlich halte ich ihn nicht. Und: wenn nicht die Amerikaner, wer sonst hätte sicher den perfekten Plan für eine, durch ihn, außer Kontrolle geratende, politisch gefährliche Situation?

Overt narcissists, also offene Narzissten, sind vergleichsweise harmlos. Ihr unvorhersehbares, spontanes Handeln macht sie in gewisser Weise auch wieder vorhersehbar. Alles Durchsetzen ihrer Vorgaben spielt sich in einem bestimmten Rahmen ab, – ebenfalls ihre Zurück-ruder- Aktionen.

Wesentlich gefährlicher sind verdeckt narzisstische, politische Protagonisten. Sie werden nicht als solche erkannt, weil sie sich hinter pseudo-sozialen Maßnahmen verstecken, damit wollen sie einen mitfühlenden, fürsorglichen Eindruck machen, während sie im Stillen andere Projekte planen. Zur Erinnerung:  destruktiv handeln verdeckte Narzissten durch Unterlassungen, – durch das, was sie nicht tun. Jeden, der sie wegen ihres nebulösen Vorgehens kritisiert, können sie einen Verschwörungstheoretiker o.ä. nennen. Aber sie selbst müssen sich meistens nicht öffentlich erklären. Diese Arbeiten werden gern durch ihre infiltrierte Entourage übernommen. Verdeckte Narzissten ziehen sich somit lautlos aus der Affäre …

Gaslighting im politischen Kontext

Augenscheinlich funktioniert unsere Gesellschaft. Sieht man genauer hin, erkennt man deutlich ausbeuterische, parasitäre Strukturen. Man erkennt Zwangsabgaben, astronomische Steuersätze, sich gefühlt jährlich anpassende Renteneintritts-Altersgrenzen (von der der russischen Bevölkerung können wir nur träumen), trotz enormer Überschüsse, die dank der EZB-Politik vor sich hinschmilzen. Von privatem Vermögen ganz zu schweigen. Aktien sollen wir kaufen, rät die Presse, klar. Keiner rebelliert. Wie meistens in Deutschland. Arbeitnehmer arbeiten intensiv, oft und lange. Manchmal reichen zwei Gehälter gerade so aus, um die Miete zu bezahlen. Offene, lachende und glückliche Gesichter findet man auf den Straßen nur noch selten. Muss das so sein?

Es wird sich gern geduckt und wenn überhaupt, hinter vorgehaltener Hand über das geflüstert, was eigentlich vollkommen offensichtlich ist. Immernoch! Immernoch funktioniert die soziale Kontrolle bestens,- dank unseres stoischen, sich sämtlichen offenen Fragen elegant oder stur entziehenden politischen Führungspersonals.

Sich einer offenen Kommunikation zu verwehren, ist ebenfalls ein wichtiges Merkmal manipulativer, narzisstischer Machenschaften. Im Umkehrschluss:  Entscheidungen innerhalb demokratischer Bedingungen zu treffen bedeutet, Zugang zu allen Informationen zu erhalten und auf Basis derer offen darüber  diskutieren können zu müssen. Stehen nicht alle Informationen zur Verfügung und darf vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Entscheidungsfindung nicht offen diskutiert werden, handelt es sich nicht um transparente, demokratische Verhältnisse. 
Und jetzt kommt die perfideste aller narzisstischen Methoden ins Spiel, – das Gaslighting.

Das kann einen schon verrückt machen. Wir kennen es alle aus privaten Situationen. Eine Person stellt sich quer, will nicht zuhören, will nicht verstehen, will nicht handeln. Man verzweifelt fast daran und wird wütend. Aber genau das sollte man lieber vermeiden.

Aufgestaute Wut, das Unverständnis über fehlende klare Kommunikation und mangelnde Transparenz, Ungerechtigkeit und Unterlassungen, führen leider oft zu impulsiven Handlungen und einer meist undifferenzierten Rhetorik.

Hat man seine Impulse, die natürlich ihre Berechtigung haben, denn sie entspringen den ungerechten und widerlichen Provokationen des Narzissten, nicht unter Kontrolle, kann dieses Fehlverhalten seitens des Narzissten gegen einen verwendet werden. Derjenige, der aufgrund grober Ungerechtigkeiten rebelliert und das Wort ergreift, wird jetzt selbst beschimpft und vom Narzissten und seinen Flying Monkeys verurteilt und öffentlich für verrückt erklärt, – als eine Persona non grata dargestellt. So die klassische Vorgehenweise;  Blameshifting. Es passiert im Privaten, wie in Unternehmen und Politischen Systemen, – also im Kleinen wie im Großen. Ich kann es nicht oft genug beschreiben. Diese Methode macht einen fassungslos. Und sich dagegen zu wehren ist fast unmöglich.

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 12 – Soziologisch betrachtet: es fehlt an Reziprozität oder The Law Of Reciprocity


Pathologische Narzissten verstoßen gegen elementare Grundprinzipien sozialen Miteinanders – und stoßen trotzdem selten auf Protest

Warum ist das so? Und welches ‚Klientel‘ akzeptiert, anscheinend ohne negative Reaktionen, diesen Mangel an normalem Sozialverhalten seines Gegenübers? Ich sitze im Frankfurter Salon und denke nach …

Nachdem ich die grundlegenden Zusammenhänge destruktiver Beziehungen zu Cluster B Persönlichkeiten verstanden hatte, – es hat ungefähr fünfzig Jahre gedauert, habe ich mich buchstäblich umgedreht und bin gegangen. Kommentarlos. Ich habe mich aus gleich mehreren für mich destruktiven Beziehungen unwiederbringlich entfernt. Diese bedeutungsvollen Entscheidungen haben mir die Hoheit über mein eigenes Leben zurück gegeben. Ich bin wieder der Souverän. Es gibt keine Verdrängungen mehr, die somatisiert werden könnten. Selbst innerhalb gesellschaftlich hochstilisierter familiärer Bindungen (Sie merken: ich bin da kritisch) ist es doch absolut legitim, die Frage nach erfüllter Reziprozität zu stellen.

 

Was ist Reziprozität?

Laut Duden handelt es sich bei Reziprozität um „Gegen-, Wechselseitigkeit, Wechselbezüglichkeit“. Um einen Tausch. Einen Austausch. Der Begriff kommt aus der Soziologie. Dort wird die Bedeutung dieses Begriffes als ein ‚universelles soziales Prinzip‘ angesehen. ‚Menschen sind voneinander gegenseitig abhängig, Reziprozität gehört sogar zu einer Bedingung des Menschwerdens selbst'(H. S. Becker, 1956). Durch Gegenseitigkeit entstehen Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen. Man könnte an dieser Stelle auch die Redewendung ‚wie Du mir, so ich Dir‘ anführen, – ein Geben und Nehmen in gelungener Balance.

Pathologische Narzissten und Anti- Soziale Persönlichkeiten (Psychopathen) halten sich nicht an diesen Grundsatz des sozialen Miteinanders, der für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit bedeutet. Sie fühlen sich berechtigt, gegen dieses Prinzip zu verstoßen. Sie initiieren eine Hierarchie, denn sie brauchen die Kontrolle über diejenigen, die sie wie selbstverständlich in ihre hierarchischen Strukturen einordnen. Und: sie nehmen sich einfach, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht.  Sie nehmen, die Vertrauensvollen geben.

Wir sozial und altruistisch Denkende sollten normalerweise erst vertrauen, wenn sich innerhalb der Beziehung zu einem anderen Individuum eine gewisse Wechselseitigkeit ergeben hat und wir davon ausgehen können, dass sie sich etabliert und dass seitens dieser Person nicht mit einem Verstoß gegen die ungeschriebenen Gesetze neu entstandener Reziprozität zu rechnen ist. Leider trifft das nicht immer zu.

 

Vertrauen per se innerhalb von Familien

Warum protestieren wir nicht sofort, wenn die der Norm entsprechende und vertrauensfördernde Wechselseitigkeit nicht erfüllt wird? Was hält uns davon ab? Zum Beispiel: ein weiteres hierarchisches System, wie die Kirche mit ihren Verhaltensregeln und Sanktionsandrohungen, – also tief kulturell verankerte und betonierte moralische Glaubenssätze. Ein hierarchisches System stützt so das andere, – für mich der entscheidende und kritische Mechanismus des ‚Social Engineerings‘ und des in unzähligen Familien herrschenden systematischen emotionalen Missbrauchs. Zwei autoritäre Systeme greifen wie Zahnräder ineinander. Eine Vertrauensanweisung per se, vorgegeben durch die generationale Ordnung, allein durch das Eltern- Kind-  Gefälle, – sie kann hoch gefährlich werden für ein unschuldiges und unwissendes Kind. Wie oft wird von ihm zu viel genommen, statt ihm Sicherheit zu geben?

 

Vertrauensbildung innerhalb von Paarbeziehungen

Die negative Funktionalität innerhalb missbräuchlicher Paar- Beziehungen eines Empathen mit einem Pathologischen Narzissten basiert auf einer anderen Problematik. Ich hatte sie in verschiedenen vorhergehenden Texten bereits besprochen. Hier wird Vertrauen regelrecht chemisch, durch Neurotransmitter, erzeugt, nämlich durch das gezielte Generieren von Bindungshormonen durch Vortäuschung falscher Tatsachen seitens des pathologischen Narzissten. Durch Suggestion. In der Anfangsphase einer Beziehung bemüht sich der Narzisst aus taktischen Gründen, den Grundsatz der Reziprozität zu erfüllen oder ihn sogar über zu erfüllen. Er überschüttet seine Zielperson berechnenderweise mit Liebesbekundungen, Geschenken und Zukunftsversprechungen.  Ist die Komplementärperson ‚eingerastet‘ und sich der Beziehung erst sicher, – ist also eine bindungshormonelle Abhängigkeit zu ihrem Narzissten entstanden, entzieht dieser sich ihr wieder, demaskiert sich und treibt durch grobe Verstöße gegen die Reziprozität den empathischen und verzweifelten Partner vor sich her. Er treibt ihn von Glücksmomenten (die im Laufe der Zeit immer seltener vorkommen) zu panischer Verlustangst und wieder zurück. Dieses Auf und Ab, der abrupte Wechsel von Glückshomonen zu Stresshormonen,  erzeugt in der Psyche der abhängigen Person ein sogenanntes Trauma- Bonding, – eine traumatische Bindung zu ihrem Manipulator. Sie ist aufgrund dieser kritischen Stresssituation nicht mehr in der Lage, einen klaren Blick auf die Destruktivität innerhalb des Verhaltens ihres Narzissten zu entwickeln und verharrt in der Situation (Stockholm- Syndrom). Ihr oder ihm fehlt es an adäquater Urteilskraft. Deshalb wehrt sich die geschädigte Person nicht gegen den gravierenden Mangel an ausgeglichener Wechselseitigkeit innerhalb der Paar- Beziehung, die sie glaubt, zu haben. Sie gibt, er nimmt. Sie erkennt nicht, was mit ihr passiert. In Wirklichkeit handelt es sich klar um eine kriminelle Handlung seitens des Prädatoren, – des Pathologischen Narzissten. Nämlich um Psycho- Terror: sein Modus- Operandi.

Innerhalb von Familien wird anders ‚operiert‘, – obgleich nicht minder kriminell, gemessen an den Konsequenzen, die verdeckt narzisstisches Vorgehen für die Psyche des empathischen Adressaten haben kann.

 

Tief verankerte Glaubenssätze hindern uns hier an klarer Urteilskraft

Ich selbst habe einem Mitglied meiner Ursprungsfamilie, das generational ‚über‘ mir stand, die ganze Welt gezeigt. Ich habe diese Person auf zahlreiche meiner früheren  Dienstreisen in den Nahen Osten, nach USA, Asien und sogar Australien mitgenommen, – sie ist oft in der ersten Klasse gereist und hat mit mir in den schönsten Fünf- Sterne Hotels wohnen dürfen. Sie war mit mir in Tel Aviv und in Venedig. Ich habe mir nie die Frage gestellt, ob ich jemals einen Gegenwert dafür erhalten habe. Warum eigentlich nicht?

Heute sehe ich klarer. Sie ahnen sicher, was jetzt kommt: es gab natürlich keine Reziprozität. Das ist sozusagen das Erkennungsmerkmal eines Beziehungs- Gefälles zwischen einem Pathologischen Narzissten und seinem abhängigen Empathen. Das Ganze war ein sehr einseitiges Unterfangen, ohne Sie an dieser Stelle mit zu vielen Details langweilen zu wollen. Eine emotionale Balance hat es nie gegeben. Es hat, genau genommen, überhaupt keine Emotionalität gegeben. Meine Generation hatte in erster Linie zu funktionieren, zu liefern. Ich habe die Ursprungsfamilie früher selten in Frage gestellt (welches Kind tut das schon?), weil ich nicht durfte, weil man es nicht machte, weil nur einer sich beklagen durfte, weil man seine Eltern ‚zu ehren‘ und nicht zu kritisieren hatte, weil ‚doch alles schon so lange her war‘, weil man ja schließlich einmal alles erben würde (hervorragendes Druckmittel) und plötzlich gibt es gar nichts mehr, was man erben könnte, denn Eltern oder Teile von Eltern haben es sich anders überlegt und Ähnliches.

Es gab übrigens nie den geringsten materiellen Beitrag zu meiner Berufsausbildung, – wobei: sogar über eine moralische Unterstützung hätte ich mich schon sehr gefreut …

Auch auf die Gefahr, mich zu oft zu wiederholen: narzisstische Eltern manipulieren ihre Kinder sehr verdeckt. Fast immer spielen Schuld und Gewissen eine Rolle. Ein Kind, das in seiner servilen Rolle, als Teil der Anhängerschaft seines narzisstischen Elternteils aufwächst, kennt es nicht anders, als emotional manipuliert und in seinen wahren Bedürfnissen ignoriert zu werden. Es kennt keine Meinungs- und Handlungsfreiheiten, denn jede Freiheitsbestrebung wird sofort massiv sanktioniert. Seine Überlebensstrategie bedeutet die bedingungslose Unterordnung. Was ein von Unterordnung geprägtes Leben als Kind zur Folge hat, kann man sich denken. Das Individuum hat später natürlich genauso viel Angst, sein Selbst zu zeigen, wie ‚zu Hause‘. Dieser Zustand manifestiert sich und wenn das Individuum sehr viel Glück hat, dann begreift es eines Tages die psychischen Mechanismen, die die Ursache für sein lebenslanges selbst- limitierendes Denken und seine fehlende Selbstgewissheit sind.

Was für ein Glück: ich habe mich vor einiger Zeit aus diesen Mechanismen befreien und sehr positive Entwicklungen in die Wege leiten können …

Ein verdeckter, familiärer Autoritarismus, – mit einem offenen wäre ich durchaus zurecht gekommen, kann bei Kindern zu gravierenden seelischen Fehlentwicklungen führen. Es existierte keine emotionale Wechselseitigkeit. Emotionen haben nie eine Rolle gespielt, – ausschließlich die Machterhaltung und das Manipulationsspiel von oberer Stelle, die gar keine obere Stelle hätte sein müssen, sondern nur durch die stille Akzeptanz anderer Familienmitglieder zu einer wurde. Warum nur thematisiert eine Gesellschaft diesen Zusammenhang nicht, der sie sich auf vielen unterschiedlichen Ebenen so marode entwickeln lässt? Es ist mir ein Rätsel.

 

Beispiele fataler Glaubenssätze:

„Wer liebt, der gibt“ – gilt allerdings auch für die andere Seite

„In Beziehungen sollte man nicht aufrechnen“ müssen, – wenn doch, stimmt etwas nicht

„Wahre Liebe ist selbstlos“ – Wahre Liebe achtet auf Balance, sage ich.

„Du sollst Vater und Mutter ehren“, innerhalb funktionaler Familien bestimmt, im missbrauchlichen Kontext dagegen hoch gefährlich

„Die Dual- Seele ist einfach noch nicht bereit“, aus dem Bereich der Esoterik, – und deshalb warten Einige ihr Leben lang