Der Modus Procendendi des Novak Djokovic

Sein Projekt Australian Open 2022

Meinung

Nach 43 Artikeln dachte ich, die Geschichten um das Thema Maligner Narzissmus seien langsam auserzählt.

Dazu kam, dass Mitglieder meiner Familie sich wohl einig waren, meine Texte seien vollkommen unverständlich. Natürlich wandte sich niemand direkt an mich. Haben wir doch letztens noch so nett zusammen gesessen. Bei der Gelegenheit hätte ich sehr gern sämtliche Fragen umgehend beantwortet …

Dass mir nun ausgerechnet Novak Djokovic aus der Bredouille helfen würde, finde ich fast ein bisschen ironisch. Ist doch derjenige aus meiner Familie, der sich besonders negativ über meine Blogeinträge geäußert hat, ein riesengroßer Tennisfan.

Ich werde im Folgenden interpretieren, was sich Down Under und in Novak Djokovics umtriebigen Wochen zuvor so alles zugetragen hat.

Die meisten meiner Texte sind Erörterungen oder “Übersetzungen“ typischer Verhaltensweisen von Personen mit mutmaßlicher NP (Narzisstischer Persönlichkeitsstörung), die natürlich ausschließlich von Psychologen und Psychiatern diagnostiziert werden darf.

Meine Beurteilungen basieren auf jahrelanger Recherche und Sichtungen internationalen Materials.

Unauthentisch

Dass ich Nole, wie er ja von seinen Fans liebevoll genannt wird, immer schon für einen großen Schauspieler gehalten habe, fand, bis zur aktuellen Situation, seinen verstörenden Höhepunkt im Finale der US Open 2021.

Es war für mich fast unerträglich mit ansehen zu müssen, wie er auf die Demütigung, die Medvedev ihm zufügte, mit Weinen reagierte. Er schluchzte unter seinem weißen Handtuch wie ein kleines Kind. Der ganzen Tennis-Welt stockte der Atem. Ich musste sowieso noch schnell in die Küche, dachte ich, die Spülmaschine ausräumen. Jedenfalls war dieses Match die letzte Bestätigung, die ich brauchte, um gedanklich an einem Artikel wie diesem zu arbeiten.

Zu seiner Erklärung, warum er denn geweint habe, später mehr. Tränen der Rührung, weil das Publikum ihn am Ende doch unterstützt habe, also etwas nie Dagewesenes sei geschehen, waren es jedenfalls nicht.

Dass es noch schlimmer kommen würde, ließ sich erahnen, denn Maligne Narzissten machen Fehler. Man kann sich sicher sein. Irgendwann. Das ist programmiert.

Im Kontrast

Immer wenn ich die drei Champions vor Augen habe wird ganz schnell klar, warum sie dem, der bis vor ein paar Tagen am meisten um die ganz große Anerkennung gerungen hat, bisher verwehrt geblieben ist.

Roger Federer, der hoch talentierte und elegante Tennis-Intellektuelle, und Rafael Nadal, diszipliniert bis in die Haarspitzen und moralisches Vorbild der weltweiten Tenniscommunity, demonstrieren einem in jedem ihrer Interviews Beweise ihres hohen Niveaus, ihrer Authentizität und ihrer Integrität.

Nicht so der serbische Weltranglistenerste.

Er zerhackt gern mal seinen Schläger, – gut, da ist er nicht der Einzige, aber die außergewöhnlich aggressive Art, in der er es tut, und sein dabei irrer Gesichtsausdruck lassen einen schon frösteln. In der ersten Reihe möchte ich in diesen Situationen jedenfalls nicht sitzen. Eine Linienrichterin musste nach einem seiner Wutausbrüche, überspitzt ausgedrückt, beinahe wiederbelebt werden. Wir erinnern uns.

Flying Monkeys bilden eine loyale Entourage

Djokovics Umfeld

Spätestens seit Australiens Behörden seinen Jesus fast gekreuzigt haben, aber auch schon lange vorher, hat sich Srdjan Djokovic, Novaks Vater, in das Bewusstsein der Tennisfans gedrängt. Egal, wie daneben sich sein Sohn benommen hatte, Schuld waren immer die anderen. Das „die-anderen-sind-immer-Schuld-Prinzip“, ist ein Kernelement narzisstischer Denkweise.

Auch aktuell sind ausschließlich Border Control Officer, australische Politiker und Behörden oder aber auch, so Novak selbst, seine eigenen Agenten Schuld an seiner Misere. Sie sollen doch tatsächlich aus Versehen seine Einreiseformulare falsch ausgefüllt haben.

Familie Djokovic ist prinzipiell in der Opferrolle. Grundsätzlich sind es die anderen, die unter Realitätsverzerrung leiden. Man nennt das gaslighting. Die australischen Behörden sollten sich gefälligst fragen, was an ihren Einreiseverfahren nicht stimmt.

Seine Mutter versucht auf die passiv toxische Art zu manipulieren. Ihr Sohn sei schließlich kein Mörder. Er will doch nur spielen. Tennis spielen. Und was soll da der ganze lästige Einreisebestimmungs-Schnickschnack?

Seine wundervolle Frau Jelena dagegen, die in Dokumentationen offen über ihre Verbindung mit Novak und über große Probleme gesprochen hatte, versendet über social media Liebes-Mantras. Schließlich feiert man am 6.1. Serbische Weihnachten. Frieden und Menschlichkeit hätten oberste Priorität. Und ihr Mann muss im schlimmsten Quarantäne Hotel der Welt die Zeit totschlagen.

Man nennt sie flying monkeys, die Gehilfen, die Möglichmacher, die Gehirngewaschenen, die ihren Narzissten immernoch idealisieren, auch wenn alle Indizien gegen ihn sprechen.

Lieber Herr Becker

Und in diesem Zusammenhang kommen, wenn auch hoch und trocken in London sitzend, kontinuierlich Kommentare von Boris Becker. Er wird anscheinend niemals müde, aus den noch so peinlichen Entgleisungen seines ehemaligen Schülers ein kleines bisschen Verständnis herauszuquetschen. Novak lebe in einer anderen Welt, seine Philosophie sei besonders, alles an ihm sei speziell. Ein Kult. Boris Becker glaubt auch immer alles, was Novak behauptet. Und genau da liegt der Fehler.

Dieses Mal, bei allem Respekt, liegen Sie falsch. Warum, das werde ich gleich auseinander falten.

Die Australian Open und ihre Teilnahmebedingungen

Novak, Sascha und das Virus

Dass der sich vegan und glutenfrei ernährende Spitzenspieler nichts von Impfungen hält, ist allgemein bekannt. Auch nahm er von Anfang der Pandemie an das Virus nicht besonders ernst, startete er doch trotzig zu Hause in Belgrad sein eigenes Turnier, während andere sich in Quarantäne befanden. Prompt steckte er sich an. Man konnte nur den Kopf schütteln.

Damals hatte sich Novak in Monaco mit Zverev fraternisiert, ein narzisstischer Schachzug, – so hatte er einen Komplizen in Sachen Corona-Verstößen. Er missbrauchte seinen Tennis Kollegen sozusagen. Noch nicht so gefestigt wie jetzt, war Sascha Zverev leicht zu manipulieren. Im Gegensatz zu Djokovic bereute er später öffentlich seine Quarantäne-Verstöße und zeigte glaubhaft ein schlechtes Gewissen. Die enge Verbindung zu Djokovic gehört inzwischen der Vergangenheit an.

Ich hatte immer ein merkwürdiges Gefühl bei den beiden. Wahrscheinlich war Djokovic klar, dass Zverev einer der wenigen echten Rivalen aus der neuen Generation war. Verbrüdert ein Narzisst sich mit seinem Gegner, könnte das in spielentscheidenden Situationen von Vorteil sein. Er selbst, vollkommen empathie- und emotionslos, hat nicht die geringsten Skrupel gegenüber seinem jungen respektvollen Gegenüber.

Novak Djokovic gab sich nach außen oft betont mitfühlend. Es ist eine gespielte Rolle. Man nennt das Kognitive Empathie, also funktionales, geschauspieltes Mitgefühl, wenn die ganze Arena plus sämtlicher TV Stationen zusieht. Ein Narzisst, self-absorbed sagt man, kann nicht authentisch mit anderen mitfühlen. Er ist störungsbedingt dazu nicht in der Lage.

An dieser Stelle kommen oft diejenigen Leser nicht mehr mit, die sich den Mangel an Empathie, an Mitgefühl im weitesten Sinn, nicht vorstellen können. Ein Mensch, der keine Fantasie, kein Bewusstsein darüber entwickeln kann, wie sich sein Gegenüber fühlen könnte, lebt nicht das gleiche Leben, wie eine emotional normal entwickelte Person. Er oder sie hat auch komplett andere Ziele. Oft geht es um Materielles und um Ruhm.

Vorbereitungen und ’Was ist denn nun mit seinem Impfstatus‘

Australien, bekannt für sein hartes Corona Regime, gab sehr frühzeitig bekannt, dass die Teilnehmer der Australian Open 2022 geimpft sein müssen, wollen sie an seinem Gute-Laune-Grand Slam teilnehmen.

Ausnahmegenehmigungen beziehen sich klar auf medizinische Sonderfälle, die der Bewerber schlüssig nachweisen muss. Widersprüchliche Angaben über angebliche Covid-Infektionen in zufällig genau dem richtigen Zeitfenster vor Einreise nach Australien gehören sicher nicht in diese Kategorie.

Djokovic wurde während der ausklingenden Saison 2021 bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Journalisten nach seiner Meinung zum Impfen befragt. Er blieb oft diffus. Dann: Ob man sich impfen lasse, das sei eine höchst persönliche Entscheidung. Ende des Interviews.

Die Spannung stieg.

Ich dachte, er würde absagen.

Die Agenda des Narzissten

Widerstände

Es ist davon auszugehen, dass Djokovic und seine Rechtsexperten monatelang an einer Strategie gebastelt haben, die ihm die Einreise nach Australien ermöglichen sollte. Und das selbstverständlich ohne die dafür notwendigen Impfbescheinigungen vorlegen zu müssen.

Narzissten fühlen sich berechtigt, entitled, Regularien umgehen zu können. Sie amüsieren sich im Stillen über die Naivität der anderen. Ein Kardinalmerkmal narzisstischen Denkens: Die Überzeugung, eine Ausnahmepersönlichkeit zu sein und dass das, was für andere gilt, für den Narzissten selbst irrelevant ist. Er oder sie lebt in einer eigenen Realität. Sie sind fokussiert auf das, was sie um jeden Preis durchsetzen wollen.

Es handelt sich um Überheblichkeit und um den klaren Anspruch auf Sonderbehandlung, gepaart mit fehlendem Bewusstsein über die Bedürfnisse der anderen Seite.

Diese Bedürfnisse werden aktuell durch nichts Geringeres definiert, als die Fürsorgepflicht des Australischen Staates gegenüber seinen Bürgern. Sie sind durch den weltweit längsten Lockdown gegangen, mit dem Ziel, den Status No Covid erhalten zu wollen. Bis Omikron sich dann über diese Planungen locker hinweggesetzt hat.

Teil seiner Strategie war, und auch das ist ein Symptom für eine Narzissten-Agenda, die Border Control Officer zu überraschen. Die Behörde war offensichtlich überfordert, denn die von Tennis Australia angeführten Gründe für die Ausnahmegenehmigung, ohne Impfung antreten zu dürfen, scheinen sich nicht mit den gesetzlichen Einreisebestimmungen der Border Control zu decken.


Könnte es sich um Betrug handeln

Um die Unverfrorenheit zu besitzen, sich nonchalant über die Australische Einreisebehörde hinwegsetzen zu wollen, bedarf es schon eines hohen Maßes an Arroganz. Da ist jemand extrem überzeugt von sich selbst. Wer sonst hätte sich das getraut?

Bei der Sache mit dem angeblich positiven Corona Test stimmt etwas nicht. Es gibt Widersprüche bei den Seriennummern der Testergebnisse.

Für mich spielt, nach den von “Der Spiegel“ aufgedeckten Inkonsistenzen im Zusammenhang mit seiner angeblichen Covid-Infektion, auch das Thema “Kriminelle Energie“ eine Rolle.

Spanien und Serbien untersuchen ebenfalls zur Zeit Einreisebestimmungs-Verletzungen von Djokovic vom Dezember 2021. Er ist ohne die erforderlichen Impfnachweise jeweils illegal eingereist.

Maligne Narzissten sind miese kleine Betrüger. Sie setzen sich mit ausgeklügelten Tricks über Regeln und Gesetze hinweg. Und ja, Tsitsipas (der, für den die ATP jetzt eine neue Toilettenpausen-Regel eingeführt hat) hat vollkommen Recht: Novak Djokovic verhöhnt die restliche Tenniswelt mit seinem respektlosen und skrupellosen Verhalten.

Kurzer Zwischenstand

Wir fassen zusammen: Im Vorfeld der Australien Open hat der beste Tennisspieler der Welt die Einreisebestimmungen mehrerer europäischer Länder umgangen, ist in den 14 Tagen vor Einreise nach Australien hin- und hergereist, hat dieses im Einreiseformular verneint, obwohl Falschangaben unter hoher Strafe stehen, – bei den digitalen Dokumenten seiner angeblichen PCR-Tests gibt es den Verdacht auf Manipulation, er lächelt das alles weg und behauptet, da seien Flüchtigkeitsfehler passiert.

Seine Familie und Teammitglieder tragen nicht nur die Situation mit, nein, sie beschimpfen die Australischen Offiziellen und verunglimpfen alle Entscheidungsträger, die mit der Sache etwas zu tun haben.

Lediglich ein Formfehler der Border Force führte zur ersten Annullierung der Visa-Verweigerung durch Richter Kelly.

Heute wollten die Australischen Behörden Djokovic festnehmen, nachdem Einwanderungsminister Hawke ihm das Visum ein zweites Mal entzogen hat.

Das passiert allerdings erst morgen um 8:00 local time, wie Richter Kelly entschied. Den würden Djokovics Anwälte gern behalten, statt zum High Court weitergereicht zu werden. Das ist nachvollziehbar.

Wird sein Kalkül aufgehen

Imageschaden – egal

Nach wie vor könnte Djokovic laserscharf abgrenzen, was ihn interessiert, würde man ihn danach fragen.

Er will ungeimpft diese Australian Open spielen, alles andere spielt für ihn keine Rolle. Seine ganze Energie, und auch Geld ist eine Form dessen, fließt in sein Vorhaben.

Pathologische Narzissten genießen jede Form von Aufruhr, den sie verursachen, sei es ein gewonnener Titel oder ein vor der Weltöffentlichkeit ausgetragener Kampf gegen die Gesetze eines Staates. Der Freiheitskampf eines stolzen Serben gegen das böse Australien. Zur Not müssen seine Anwälte eben die Einreisebestimmungen eines ganzen Kontinentes und dessen Souveränität in Frage stellen. Man kann es zumindest mal versuchen.

Mit so viel Dreistigkeit kann ja wirklich keiner rechnen. Und erst recht nicht die überaus liebenswürdigen Australier.

Alle anderen Spitzenspieler trainieren unterdessen in seinem großen und im Schatten von Melbourne oder absolvieren Vorbereitungsturniere, von denen fast unbemerkt der sympathische Rafael Nadal eines gewonnen hat.

Alle Aufmerksamkeit gilt einem, der glaubt, so sein früherer Arzt, seine Glutenunverträglichkeit könne ihn komplett ruinieren, ließe er sich die Covid-Impfung verpassen. Was auch immer in diesem Impfstoff in wahrscheinlich homöopathischen Dosen mit Gluten zu tun haben mag.

Einspruch einstimmig abgelehnt

Dann eben nicht

Alle drei Richter des High Courts in Melbourne haben die Entscheidung des Ministers für Migrationsdienste Hawke unterstrichen.

Vorweg: Sollte sich, nach dieser grandiosen Niederlage, jemand Sorgen um die mentale Verfassung des gescheiterten Novak Djokovic machen, denjenigen kann ich beruhigen. Es gibt nämlich bereits die ersten Mitleidsbekundungen und es sind Stimmen zu hören, die sagen, Djokovic täte ihnen leid und er habe ein Vakuum hinterlassen. Das tun Menschen mit NP. Man könnte es auch „verbrannte Erde“ nennen.

Narzissten können das Ausmaß, das ihr Verhalten verursacht, nicht spüren. Er wird sich nicht vorstellen können, wie sehr das Ganze sein Ansehen in der Welt beschädigt hat. Genauso wenig, wie er sich im Vorfeld seiner Einreise die emotionale Wirkung hat vorstellen können, die seine Überheblichkeit auf die australische Bevölkerung haben würde.

Er hat nie begriffen, beziehungsweise hat es ihn in seiner Selbstzentriertheit nie interessiert, was in Australien im Lockdown passiert ist. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich ständig wiederhole, aber ein pathologischer Narzisst ist ausschließlich auf die brachiale Durchsetzung seiner eigenen Ideen fokussiert.

Narzissten haken Misserfolge sehr schnell ab und widmen sich neuer Vorhaben. Fast, als wäre gar nichts passiert.

So wird es auch der Weltranglistenerste tun.

„Novak hat einen wunderbaren Charakter“, sagte Boris Becker am 14.1.2022 in einem Interview mit der FAZ

Warum pathologische Narzissten oft nicht auffallen

Sie tragen eine Maske. Auch wenn dieses Bild sehr überstrapaziert wird beschreibt es gut, wie man sich jemanden vorstellen kann, der jeden Tag so tun muss, als sei er normal: Als denke er normal, als fühle er normal und als handelte er normal. Die Rolle strengt ihn extrem an und setzt ihn permanent unter Druck. Nicht immer kann er oder sie diesem Druck stand halten.

Je intelligenter ein pathologischer Narzisst ist, desto besser kann er sich tarnen. Trotzdem fehlt ihm, und das ist der entscheidende Punkt, Empathie, um sich in den Kreis der emotional normal Entwickelten integrieren zu können. Er oder sie kann seinen/ ihren Auftritt intellektuell noch so perfekt vorbereiten, irgendwann kommt der Punkt, an dem er überfordert ist. Genau das ist in Australien passiert.

Wie ist „normal“ definiert?

Ob man eine emotional normal entwickelte Persönlichkeit hat, hängt unter anderem von Gehirnstrukturen ab. Es würde natürlich an dieser Stelle zu weit führen, wollte man dieses genauer erklären. Ich verweise auf Studien der Charité Berlin zum Thema Pathologischer Narzissmus.

Klar ist aber doch, dass wir als Gesellschaft nicht zusammen leben könnten, wäre jeder einzelne nur auf sich selbst fixiert. Gegenseitiges Verständnis und moralisches Handeln sind die Basis des Zusammenlebens und des zusammen Arbeitens einer großen Gemeinschaft. Alles andere ist Anti-Soziales Verhalten.

Man braucht einen inneren Kompass, ein Gewissen, um zu wissen, was erlaubt ist und was nicht. Wir spüren, sind wir psychisch gesund, die feinen Linien, die nicht übertreten werden sollten. Ein Narzisst spürt sie nicht. Er oder sie verfügt nicht über diesen Kompass.

Antworten

Das Publikum hat immer gefühlt, dass bei Novak Djokovic Authentizität fehlt. Es war während der Matches weniger positive Energie im Raum, als bei den anderen beiden Spitzenspielern. Da fehlte etwas. Vielleicht Anmut.

Die Zuschauer haben ihm seine vorgespielten Emotionen nicht abgenommen. Deshalb waren sie meistens auf Seiten seiner oft sympathischeren Gegner. Den Beifall für den anderen Spieler hat Novak jedes Mal als Narzisstische Kränkung empfunden, so sehr ist er auf Anerkennung angewiesen.

Besonders sind seine Wutausbrüche. Man nennt diese extreme Form von Entladung Narcissistic Rage.

Sein Hang zum Okkultismus: Narzissten sind innerlich orientierungslos. Sie wissen nicht, wer sie eigentlich sind und was ihre Essenz ist. An Erfolgen, die ihnen Bestätigung liefern, können sie sich orientieren. Dem ordnen sie dann alles unter. Oder sie sind verführbar für Übersinnliches oder für Verschwörungstheorien, – auf intensiver Suche nach sich selbst. Sie werden oft zu Anhängern zweifelhafter Ideologien.

Mangels innerer Stabilität und Intuition fehlt ihnen die Möglichkeit zu eigener rationaler Entscheidungsfindung. Sie werden zu unkritischen, leicht beeinflussbaren Mitläufern von Gruppierung, die für sie das Argumentieren übernehmen.

Das Bedauerliche: Ein pathologischer Narzisst ist nicht verantwortlich für seine Störung. Die Gründe, warum sich bei einer Person eine NP entwickelt, kann die Medizin bis jetzt nicht klar bestimmen. Liegen sie in der Genetik oder spielt das Umfeld die größere Rolle?

Im Finale der US Open 2021 weinte er nicht aus Freude über die Zuneigung der Zuschauer, sondern aus Scham. Weil er die ultimative Demütigung durchleben musste. Er reagierte nicht reflektiert, wie es ein Erwachsener normalerweise tun würde.

Und diese unvorhersehbare Situation schockte die Tenniswelt. Medvedev hatte ihn in einer Art und Weise geschlagen, wie es bis dahin für Djokovic selbst und den Rest der Welt nicht vorstellbar war. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem er gute Chancen hatte, alle vier Grand Slams zu gewinnen, – auf verzweifelter Mission, sich unsterblich machen zu wollen.

Australien zeigt Haltung

Stellvertretend für die gesamte vernünftige Weltgemeinschaft hat Australien entschieden, dass sie jeder Art von Virus stand halten werden. Im Kampf gegen die Pandemie werden sie sich nicht ablenken lassen und ihre Erfolge möchten sie bestätigt sehen. Die Gemeinschaft der Australier hat kein Verständnis für die singulären Interessen eines Weltklasse-Sportlers aus Übersee, der das große Ganze nicht verstanden zu haben scheint.

Es nicht verstehen konnte.

(Es gibt auch im Spitzen-Damentennis einen Fall, – das weibliche Pendant zu ND, der außerhalb des Courts sehr viel Aufmerksamkeit auf sich lenkt.)

Destruktive Beziehungen zu pathologischen Narzissten 42 – Sussexroyal oder Die hinterhältigen Strategien von Narzisstinnen Teil II

Meinung

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Destruktive Beziehungen zu pathologischen Narzissten 35 – Wo fängt Gewalt eigentlich an?

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Konkret oder abstrakt – Gewalt und Grenzüberschreitungen fangen viel früher an, als es den meisten bewusst ist


Letztens fand ich mich im XX. Polizeirevier der Stadt Frankfurt am Main wieder. Dort hatte ich ein nettes Gespräch mit einer sympathischen und sehr interessierten Oberkommissarin, die mich über meine rechtlichen Möglichkeiten aufklärte.

Ich sah mich gezwungen, eine Anzeige wegen schwerer Beleidigungen zu erstatten. Die beschuldigte Person hatte mir den Gefallen getan, diese schön geordnet und sich im Grad der Ehrverletzung fanatasievoll steigernd, über den Zeitraum einer Woche, täglich per E-Mail an mich zu versenden. Die Beweislast ist also erdrückend. Dem Ganzen musste man Einhalt gebieten. Was war passiert?

 

Meine Antennen funktionieren also

Anhand einiger weniger Koordinaten, ungefähr fünf (bei Interesse, bitte eine Mail schreiben), wurde ich erst langsam etwas unruhig und wachte dann, eines Morgens, drei Tage vor einem ersten geplanten Treffen mit dieser Person, aufgelöst und mitten in einer Angst-Attacke auf. Endlich, endlich, endlich nehme ich Warnhinweise meines Körpers ernst. Auch wenn diese Person nicht zu der Gruppe der High Grader (narcsite.com) unter den Narzissten zählt, mit Verlaub, so war die Identifikation dennoch nicht so leicht. Das letzte Telefonat, die letzten arglos und unvorsichtig dahingeworfenen Sätze, hatte die Person demaskiert. Ich kombinierte und sollte tatsächlich Recht haben.

Das geplante Treffen hatte ich freundlich abgesagt. Eine normale, gesunde Reaktion wäre gewesen, dieses vielleicht schade zu finden, die Glückwünsche zu erwidern und zum Alltag zurück zu kehren.
Statt dessen hatte ich bei der betreffenden Person eine schwere narzisstische Kränkung ausgelöst.

Die kurzen Texte, die mich daraufhin erreichten, zeugen  meiner Meinung nach von einem psychiatrisch interessanten Fall. Nach § 185 fallen sie unter Beleidigungen und stellen klar eine Straftat dar. Es gibt in solchen Fällen eine polizeiliche Vorladung, danach evt. sogar eine kleine Einladung beim Staatsanwalt und natürlich Schmerzensgeld, denn es handelt sich klar um verbale Gewalt.

Es kennt sich ja nicht jeder beim Thema Narzissmus aus, – eine eher zart besaitete Person könnte nach diesen verbalen Entgleisungen auch traumatisiert sein, insofern hat Schmerzensgeld wegen Ehrverletzung und Herabsetzung natürlich seinen Grund.

Zeitgleich mit meinem Aktenzeichen, das ich heute von der Polizei erhielt, kam ein Entschuldigungsschreiben seitens der Beklagten, der juristische Fachausdruck sowohl für männliche, als auch weibliche Beschuldigte (die Person). Als wäre nichts geschehen. Keine wirkliche Reue. Kein Bewusstsein über die Tat. Ein Übergang zur Tagesordnung. Man könne sich vielleicht doch einmal treffen, wie wär’s?

Den nächsten Schritt wird mein Anwalt für mich gehen, indem er zur Unterlassung jeglichen Kontaktes mahnt. Ansonsten droht Bußgeld. Ich werde wohl in Zukunft lieber den Hinterausgang benutzen.

 

O.K. das war leicht – aber wo fangen abstrakte Grenzüberschreitungen an?

Wenn ich dann Ende Oktober endlich dazu komme, meine Textreihe über ‚Erfülltes Leben nach eigener Bestimmung‘ oder über ‚Your own best Interest‘ fortzusetzen, wird es eine Verbindung zu diesem Artikel geben. Gewalt ist nicht immer offensichtlich. Jeder darf sie für sich individuell definieren. Die Standards werden jeweils in der eigenen Ursprungsfamilie gesetzt. Unterlassung ist auch eine Form von Gewalt, das Negativ dazu. In der Kinderschutzgesetzgebung läuft sogar das Unterlassen von adäquater Anregung für das Kind schon unter Gewalt.

Im Beziehungskontext könnte man formulieren, dass sämtliche Verhaltensweisen einer Person, die (wissentlich) die andere Person an ihrer persönlichen Entfaltung hindern oder sie hemmen, schon als gewalttätig einzustufen ist.

Und da offen gewalttätiges Verhalten strafbar ist und ein pathologischer Narzisst nicht über die nötigen emotionalen Fähigkeiten verfügt, seine Bedürfnisse und Vorhaben sozialverträglich durchzusetzen, bedient er sich der Manipulation. Je nachdem wie gerissen und intelligent er sich verhält, desto undurchsichtiger sind seine Manöver.

Will man Narzissten nachhaltig aus seinem Umfeld exkludieren und erfolgreich antizipieren können, muss man sich eindringlich mit ihren Methoden auseinandersetzen. Im Laufe der Zeit gelingt es einem, sich umzuprogrammieren. Plötzlich erkennt man die Merkmale nach kürzester Zeit.

Gerade klingelt das Telefon. Es soll mir ein Blumenstrauß geliefert werden, ob ich denn zu Hause sei. Vielen Dank, ich möchte keine Blumen.
(Foto: pixabay)

Destruktive Beziehungen zu pathologischen Narzissten 33 – Crash-Kurs in Sachen typischer Schmierenkampagnen – How smear campaigns typically work.  The social ingeneering case Kavanaugh

Das narzisstische Tool der Demontage – basierend auf Hypokrisie


Obwohl ich Ihnen noch die Fortsetzungen des Artikels 30 zum Thema Selbstmanagement schulde, möchte ich aus aktuellem Anlass ein anderes Thema zwischenschieben.

Ich selbst habe solche Kampagnen gleich zwei Mal durchleben müssen, – sie passieren täglich, werden allgegenwärtig eingesetzt und laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Die betroffenen Personen, die demontiert werden sollen, sehen sich massiver falscher Anschuldigungen ausgesetzt und laufen dem ‚Auftraggeber‘, also entweder einem einzelnen Narzissten oder einer narzisstisch arbeitenden Gruppe oder Organisation, unvorbereitet und direkt ins offene Messer.



Nichts, als ein kalkuliertes, perfides Manöver – nothing but a  calculated, perfidious maneuver



Mit ihrem (natürlich) berechtigten, vehementen Protest, mit dem sie sich gegen falsche Anschuldigungen, Verunglimpfungen und Verleumdungen wehren, sollen sie sich coram publico wirksam selbst diskreditieren. Meistens funktioniert diese Vorgehensweise hervorragend und der jeweilige Narzisst, respective die narzisstische Gruppe kommt zu seinem/ ihrem Ziel, nämlich den Betroffenen demontiert und isoliert zu haben. Narzissten arbeiten innerhalb von Schmierenkampagnen immer nach dem gleichen Prinzip.

Auch politische Organisationen, wie zum Beispiel aktuell die Demokraten in den USA, versuchen mit dieser Methode ihr Ziel zu erreichen, bei den midterm elections, den im November stattfindenden Wahlen der Senatoren, die ins Capitol einziehen, die Mehrheit zu erzielen. Die midterms finden alle zwei Jahre, also zu und genau zwischen zwei Präsidentschaftswahlen statt und sind strategisch fast wichtiger, als die eigentlichen Präsidentschaftswahlen.

Zur Zeit haben die Republikaner, die GOP (Grand Old Party), eine hauchdünne Mehrheit und können weitgehend ungehindert im Capitol Beschlüsse durchsetzen. Trump hat es somit leichter, seine Vorhaben durchzubringen. Das wollen die Demokraten natürlich ändern und dazu ist ihnen, wie man in den Medien verfolgen kann, jedes Mittel Recht.

Geradezu lächerlich: heute konnte man in der WELT einen Artikel gegen die gesamte konservative Republikanerschaft und Brett Kavanaugh lesen, dem konservativen Richter, der von Trump für den Supreme Court nominiert wurde und dessen Wahl nun, sehr knapp vor den midterms, von den Demokraten angefochten und somit instrumentalisiert wird. Seit seiner Nominierung sieht er sich einer gewaltigen, sämtliche Grenzen des guten Geschmacks übertretenden, Schmieren-Kampagne ausgesetzt. Und nun fühlen sich zu allem Überfluss auch noch deutsche Journalisten berufen, den Demokraten in dieser Angelegenheit loyal zur Seite zu stehen.

Die absurden Auswüchse einer sich weltweit durchsetzenden Identitätspolitik nehmen ungeahnt widerliche Ausmaße an.

 

Was passiert typischerweise während einer solchen Kampagne und wie konzertiert gehen die Demokraten vor?

Ich möchte an dieser Stelle kurz und kompakt den typischen Ablauf dieser manipulativen Methode erläutern.

Allen Anfang macht üblicherweise die Hypokrisie

Ob im privaten Umfeld oder politisch, im aktuellen Fall ist es das angebliche Mitgefühl für eine von Kavanaugh angeblich sexuell missbrauchte Psychologie-Professorin, derer sich die Demokraten angenommen haben. Angeblich war ihr Brief an die im Senat leitende demokratische Senatorin Dianne Feinstein anonym und sollte genauso angeblich nicht zu einer öffentlichen Erklärung der angeblich missbrauchten Professorin führen. Diese sollte dann
doch, nach einem angeblichen Hin- und Her (Feinstein hielt Informationen gezielt zurück – withdrawal), vor dem juristischen Ausschuss  des Senates aussagen und ihre schweren Anschuldigungen gegen Kavanaugh, der seitens des ‚liberalen’ Lagers um jeden Preis verhindert werden soll, unter Eid bekräftigen.

Was bisher noch wenig erwähnt wurde ist die Tatsache, dass diese Frau eben eine Psychologie-Professorin ist und sich somit mit Missbrauchsopfern und deren Aussagen auskennt. Ebenfalls kennt sie sich bestens mit Aussagen aus, die unter Einsatz eines Lügendetektors gemacht werden. Auch sie kann man manipulieren (pathologische Lügen – pathological lies). Unter Eid sagte sie der leitenden Staatsanwältin, vor aller Ohren des Senats-Ausschusses, sie habe nie professionell mit dem Thema Polygraph (Lügendetektor) zu tun gehabt. Dazu gibt es inzwischen eine ebenfalls unter Eid entstandene Gegendarstellung eines Ex-Freundes dieser Professorin.

Fest steht, am Tag ihrer weltweit publizierten Aussage, sie sei von Kavanaugh fast vergewaltigt und fast umgebracht worden, war ihr das Mitleid der ganzen interessierten Zuschauerschaft sicher. Prof. Blasey Ford schwamm ganz oben auf der #MeToo Welle anscheinend zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Selbst die Konservativen konnten sichtlich ihre Besorgnis und ihr Mitgefühl, während der tränenerstickten Schilderung ihrer Missbrauchsvorwürfe, nicht zurückhalten. Ein in einem Aufzug von journalistischen Vertreterinnen der #MeToo Bewegung bedrängter Republikaner des Ausschusses sorgte letztendlich mit seiner Forderung nach FBI-Untersuchung des Falles zu einer Verzögerung des Nominierungsprozesses Kavanaughs und somit für einen augenscheinlichen Vorteil der Demokraten.

 

Das Epi-Zentrum einer Schmierenkampagne

Hier passiert nichts zufällig. Zeitpunkt und Art der falschen Anschuldigungen (false accusations) kommen für die zu demontierende Person zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt (kurz vor der Verabschiedung zur Nominierung für den Supreme Court und ebenso kurz vor den midterms) und es trifft sie in einer Härte, – die betroffene Person kann deshalb gar nicht reflektiert, juristisch gut aufgeklärt und besonnen reagieren. Es ist unmöglich.

Massive Vorwürfe, falsche Anschuldigungen und Verleumdungen sind das bestimmende Tool, das entscheidende Merkmal einer Schmierenkampagne. Das Opfer wird extrem provoziert und herabgesetzt, reagiert verständlicherweise mit allen Emotionen, die ihm zur Verfügung stehen, mit Wut, Trauer, Empörung, Verzweiflung, Sarkasmus etc. Die zu demontierende Person wird, vollkommen nachvollziehbar, aggressiv und wehrt sich. Das ist gewollt. Es ist sozusagen die key-Verhaltensweise, an der die gesamte Argumentation der Schmieren-Initiatoren hängt: der ‚Angeklagte‘ habe sich nicht im Griff.

Genau das ist die gewünschte Reaktion der Gegenseite, die nun behaupten kann, der Beschuldigte habe sich nicht unter Kontrolle, sei psychisch instabil. Glauben Sie es mir, es ist eine fürchterliche Situation, – man wird bloßgestellt und öffentlich für nicht zurechnungsfähig erklärt. Nur ziemlich intelligente, kritisch denkende Freunde halten in einer solchen  Situation noch zu einem. Ich hatte glücklicherweise welche und ich habe sie immernoch.

Was auf privater Ebene zunächst verdeckt geschieht, narzisstisch falsche Anschuldigungen und Provokationen hinter verschlossener, die aggressive Gegenwehr dann bei geöffneter Tür, ist noch wesentlich wirkungsvoller, als das, was zur Zeit mit Kavanaugh passiert. Im privaten Fall hat das Opfer keine Lobby. Am Ende denkt fast jeder, der Narzisst hat vielleicht doch Recht mit seinen Anschuldigungen.

Im schreckliche Fall Kavanaugh, der vor den Augen der Weltöffentlichkeit stattfindet, zweifelt eine immer größer werdende Mehrheit inzwischen an der Seriosität der Aussagen Blasey Fords. Ihre Erinnerungen und Aussagen dazu sind inkonsistent und ganz USA weiß, dass sie innerhalb eines regulären Verfahrens den Staatsanwälten nicht stand halten würden. Nur sind es hier nicht Staatsanwälte, die über die Nominierung von Kavanaugh entscheiden, sondern der gesamte Senat, dessen republikanische Wackelkandidaten eventuell nicht stark genug sind, um die demokratische Doppel-Standard (double standards) Gehirnwäschestrategie gefestigt auszuhalten. Man wird sehen. Es ist nicht nur CNN, es sind sämtliche ‚liberale‘ Medien weltweit (gibt es andere?), die in einem Abwasch alles diffamieren, was nur annähernd konservativ ist und speziell, was mit Trump zu tun hat. Aber das ist wieder ein ganz anderes und ebenfalls sehr interessantes Thema.

Das Gute, Narzissten sowie narzisstische Systeme diskreditieren sich am Ende selbst.

 

An ihrer Doppelmoral sind sie zu erkennen

Moral wird hier ganz offen instrumentalisiert. Aber für Narzissten selbst gilt sie offenbar nicht. Es wird sich angeblich authentisch für Minderheiten oder Benachteiligte eingesetzt, in Wirklichkeit steckt etwas ganz anderes dahinter. Auch in diesem fürchterlichen Fall. Ein Leben, eine Familie und eine Karriere werden zerstört oder stehen auf dem Spiel. Die Art und Weise, wie vorgegangen wird, spottet jeder Beschreibung. Und das vor der gesamten Weltöffentlichkeit. Hier gilt das Recht auf Respekt und fairen Umgang ganz offensichtlich nicht. Auch vielleicht gut: narzisstische Vorgehensweisen werden den Menschen langsam bewusst.

Der Mensch ist des Menschen Wolf.

 

 

Nachtrag    5.10.2018

Ein paar Stunden nach Veröffentlichung meines Textes wurde seitens des FBI kommuniziert, dass es keine Hinweise auf ‚sexual misconduct‘ seitens Kavanaugh gibt.

Die Demokraten zweifeln an der Methode des FBI.

Der Report ist für alle Senatoren in einem Sicherheitstrakt, ein paar Stockwerke unter dem großen Kuppel-Saal, einsehbar. Es dürfen keine Datenträger mit in diesen Bereich genommen werden.

Quer durch unsere deutschen Online-Tagespresse Medien suchte ich bis jetzt vergeblich nach einem Artikel, der Kavanaugh klar entlastet, ohne erneut sein Verhalten zu kritisieren. Was ist diese Identitätspolitik nur für ein Rückschritt in erschreckend simplifizierten, wenig förderlichen Umgang miteinander.

Ich hoffe, mit dem Kavanaugh Skandal ist jetzt ein Peak erreicht. Die Menschen in den USA, meiner Erfahrung nach im Durchschnitt wesentlich empathischer als bei uns, lassen sich nun wahrscheinlich nicht länger von infantilen Pseudo-Benachteiligungsdebatten blenden.

Kavanaugh ist jedenfalls rehabilitiert. Ich hoffe, er und seine Familie erholen sich jetzt von den Geschehnissen der letzten Wochen.

 Zum ersten Mal überhaupt habe ich nun den Ursprung, das Wesen und die Notwendigkeit einer Unschuldsvermutung verstanden. Ein wichtiges Abstrakt nicht nur auf juristischer Ebene.

 

(Foto: Pixabay, no copyright)

Destruktive Beziehung zu Narzissten 29 – Die  Deutschen haben eine Menge Qualitäten, – kritisches Denken gehört nicht dazu

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Traditionell glauben sie (fast) alles, was man ihnen sagt und nur zu bereitwillig nehmen sie ihren (untergeordneten) Platz in einer ihnen auferlegten Hierarchie ein – aus Angst vor Bestrafung

Das hatte schon Napoleon seinerzeit über uns berichtet

Ich liebe die Möglichkeiten, die das Internet mir bietet. Ich als Studienabbrecher darf einfach ins Netz hinausstreuen, was mir gerade einfällt. Keine Redaktionsleitung kann es mir verbieten. Keiner Direktive muss ich folgen. Kein Narrativ gilt für mich, – im Gegenteil. Ich öffne mich täglich für meine holistische Sichtweise der Dinge, interdisziplinär, und das ist vielleicht genau der Grund dafür, Zusammenhänge erkennen zu können, auf die man so nicht käme, wäre man einer einzigen Fakultät verpflichtet.

Durch meine zahlreichen Fremdsprachen, die ich zwar nicht alle fließend einsetzen kann, sie aber annähernd zu 100% verstehe, sehe ich weit in die Welt hinaus und beobachte natürlich mit Spannung, was sich in Sachen Narzisstischer Systeme entwickelt. Die meisten derartig geprägten politischen Strukturen werden von einem offen narzisstischen Protagonisten geführt. Und man hat den Eindruck, es werden immer mehr. Es gibt aber auch Varianten.

Fassen wir kurz die Kernkriterien zusammen

Im Kleinen wie im Großen ist ein Hauptkriterium narzisstischer Systeme die subtile und die grobe Manipulation. Es werden Unwahrheiten verbreitet, es wird großzügig versprochen ohne einzuhalten, es wird Propaganda betrieben, es wird gedroht, erpresst und sanktioniert, verschwiegen und drakonisch bestraft, ‚gebullied‘ und unter die Gürtellinie geschossen. Es wird, was läge näher, sogar einfach per Auftragsmord derjenige aus dem Weg geschafft, der andere auf dumme Ideen bringen könnte. Alles das, um großflächig politische Forderungen durchzusetzen und um im großen Stil Gehirnwäsche zu betreiben. Wer sich zur Zeit auf grobere, eher primitive Art eine immer größer werdende Zuhörerschaft zu verschaffen gedenkt, ist leicht zu identifizieren. Da gibt es sogar inzwischen einige.

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Aber was ist eigentlich in Deutschland los?

Traditionell bestehen wir nicht gerade aus einer Gesellschaft einzelner Freigeister. Für Rebellionen und Revolutionen sind wir nicht bekannt, sehen wir von einzelnen Genies wie Goethe ab, der ja nun auch unserer Mainstream- Primitivität anheim gefallen ist. Und dabei wäre er sicher einer gewesen, den die Millenials geliebt hätten, weil er eben so anders, so unkonventionell war, selbst ein Sprayer seiner Zeit. Für meinen Geschmack ist die Auswahl seines Namens in besagtem Kinofilm vollkommen deplatziert. Zurück zum Thema.

Ja, wir waren einmal ein Volk von Dichtern und Denkern. In unseren kulturellen Hochzeiten. Ich könnte schreien, wenn ich genauer über die Entwicklung der letzten Jahrzehnte nachdenke und da insbesondere über die fehlende innerhalb unseres Bildungssystems. Es gab einfach keine Entwicklung, außer der ursprünglich wohl zum Zweck der  Bruttosozial-Produktivitätssteigerung generierten G8-Zwangskomprimierung gymnasialen Lernstoffes. Gescheitert ist sie, glücklicherweise, am Menschen. Das Projekt, Schüler objektifizieren zu wollen, ist somit untergegangen. Ich bin froh.

Alles wird dem Profitmaximierungs- Konzept untergeordnet. Es verdrängt die nährende Verbindung des Menschen zu sich selbst und zu anderen. Wenn man sich abwendet, einfach nicht mitspielt und sich statt dessen wieder mit spirituellen, emotionalen Inhalten und Phänomenen beschäftigt, dann merkt man doch schnell, was  ein Mensch an Materiellem alles nicht benötigt. Allein das Bewusstsein darüber gibt sofort Energie. 

Was unsere Kinder betrifft: als ob man geradezu verhindern, sabotieren wolle geistige Hochentwicklung hervor zu bringen, werden Schüler in ihrer Individualität derartig vernachlässigt, ein immenser Druck wird ausgeübt, der in einigen Fällen sogar zu Schüler-Suiziden führte und noch führt. Was ist das für eine Gesellschaft? Das Beschriebene ist allerdings nur ein Aspekt dessen, was in diesem politisch narzisstischen Kontext zur Zeit passiert, – Unterlassung und eine Objektifizierung von Menschen, als prominentestes Kriterium.

Nachrichten

Und dann die Medien. Sie haben einen komplexen Auftrag. Die Verantwortlichen glauben aber doch hoffentlich nicht ernsthaft, dass die Bevölkerung so simpel ist und den Zusammenhang zwischen entsprechenden Politikern und diesem Auftrag nicht erkennt? Der weitgehend erfolgreich in der Gesellschaft installierte Moralismus (von vorherrschender Doppelmoral ganz zu schweigen) ist das Ergebnis. Eine realitätsferne, manipulative und am Thema vorbeigehende Deutung der aktuellen Situation wird kritiklos hingenommen. Mittlerweile hat sich hier, sicher nicht nur in meinem Umfeld, eine gewisse Diskussionsmüdigkeit eingestellt, was bestimmt auch zum Kalkül-Programm der Verantwortlichen gehört.

Offene und verdeckte narzisstische Methoden von Politikern

Alle sprechen über Trump. Man habe Angst in den USA, kann gelesen werden. Der kollektive Stress-Hormonspiegel sei stark erhöht, weil man nie wisse, was als nächstes passieren wird. Ich behaupte, es wird nichts passieren, jedenfalls nichts Dramatisches. Schon seit Beginn seiner Präsidentschafts-Wahlkampagne war er, von allen Seiten kommend, einem Tsunami an Verspottung und Beschimpfung ausgesetzt. Zwei monumentale Fernsehsender bekriegen sich 24/7. Mit journalistischem Ethos, sich mit einer Sache nicht gemein zu machen, hat das nichts mehr zu tun. Offen narzisstisch und emotional auf dem Stand eines kleinen Kindes kämpft der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika täglich mit seinen überbordenden Impulsen, die er auch nach zwei Jahren noch nicht unter Kontrolle zu bringen gelernt hat. Das ist das Hauptproblem, was Trump angeht. Für verschlagen und gefährlich halte ich ihn nicht. Und: wenn nicht die Amerikaner, wer sonst hätte sicher den perfekten Plan für eine, durch ihn, außer Kontrolle geratende, politisch gefährliche Situation?

Overt narcissists, also offene Narzissten, sind vergleichsweise harmlos. Ihr unvorhersehbares, spontanes Handeln macht sie in gewisser Weise auch wieder vorhersehbar. Alles Durchsetzen ihrer Vorgaben spielt sich in einem bestimmten Rahmen ab, – ebenfalls ihre Zurück-ruder- Aktionen.

Wesentlich gefährlicher sind verdeckt narzisstische, politische Protagonisten. Sie werden nicht als solche erkannt, weil sie sich hinter pseudo-sozialen Maßnahmen verstecken, damit wollen sie einen mitfühlenden, fürsorglichen Eindruck machen, während sie im Stillen andere Projekte planen. Zur Erinnerung:  destruktiv handeln verdeckte Narzissten durch Unterlassungen, – durch das, was sie nicht tun. Jeden, der sie wegen ihres nebulösen Vorgehens kritisiert, können sie einen Verschwörungstheoretiker o.ä. nennen. Aber sie selbst müssen sich meistens nicht öffentlich erklären. Diese Arbeiten werden gern durch ihre infiltrierte Entourage übernommen. Verdeckte Narzissten ziehen sich somit lautlos aus der Affäre …

Gaslighting im politischen Kontext

Augenscheinlich funktioniert unsere Gesellschaft. Sieht man genauer hin, erkennt man deutlich ausbeuterische, parasitäre Strukturen. Man erkennt Zwangsabgaben, astronomische Steuersätze, sich gefühlt jährlich anpassende Renteneintritts-Altersgrenzen (von der der russischen Bevölkerung können wir nur träumen), trotz enormer Überschüsse, die dank der EZB-Politik vor sich hinschmilzen. Von privatem Vermögen ganz zu schweigen. Aktien sollen wir kaufen, rät die Presse, klar. Keiner rebelliert. Wie meistens in Deutschland. Arbeitnehmer arbeiten intensiv, oft und lange. Manchmal reichen zwei Gehälter gerade so aus, um die Miete zu bezahlen. Offene, lachende und glückliche Gesichter findet man auf den Straßen nur noch selten. Muss das so sein?

Es wird sich gern geduckt und wenn überhaupt, hinter vorgehaltener Hand über das geflüstert, was eigentlich vollkommen offensichtlich ist. Immernoch! Immernoch funktioniert die soziale Kontrolle bestens,- dank unseres stoischen, sich sämtlichen offenen Fragen elegant oder stur entziehenden politischen Führungspersonals.

Sich einer offenen Kommunikation zu verwehren, ist ebenfalls ein wichtiges Merkmal manipulativer, narzisstischer Machenschaften. Im Umkehrschluss:  Entscheidungen innerhalb demokratischer Bedingungen zu treffen bedeutet, Zugang zu allen Informationen zu erhalten und auf Basis derer offen darüber  diskutieren können zu müssen. Stehen nicht alle Informationen zur Verfügung und darf vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Entscheidungsfindung nicht offen diskutiert werden, handelt es sich nicht um transparente, demokratische Verhältnisse. 
Und jetzt kommt die perfideste aller narzisstischen Methoden ins Spiel, – das Gaslighting.

Das kann einen schon verrückt machen. Wir kennen es alle aus privaten Situationen. Eine Person stellt sich quer, will nicht zuhören, will nicht verstehen, will nicht handeln. Man verzweifelt fast daran und wird wütend. Aber genau das sollte man lieber vermeiden.

Aufgestaute Wut, das Unverständnis über fehlende klare Kommunikation und mangelnde Transparenz, Ungerechtigkeit und Unterlassungen, führen leider oft zu impulsiven Handlungen und einer meist undifferenzierten Rhetorik.

Hat man seine Impulse, die natürlich ihre Berechtigung haben, denn sie entspringen den ungerechten und widerlichen Provokationen des Narzissten, nicht unter Kontrolle, kann dieses Fehlverhalten seitens des Narzissten gegen einen verwendet werden. Derjenige, der aufgrund grober Ungerechtigkeiten rebelliert und das Wort ergreift, wird jetzt selbst beschimpft und vom Narzissten und seinen Flying Monkeys verurteilt und öffentlich für verrückt erklärt, – als eine Persona non grata dargestellt. So die klassische Vorgehenweise;  Blameshifting. Es passiert im Privaten, wie in Unternehmen und Politischen Systemen, – also im Kleinen wie im Großen. Ich kann es nicht oft genug beschreiben. Diese Methode macht einen fassungslos. Und sich dagegen zu wehren ist fast unmöglich.

Am liebsten würde ich eine Schule gründen

Unter anderem zur kontroversen Diskussion über die verdächtig verbreiteten Verordnungen von Ritalin

Sowohl der youtube Beitrag zum Thema ADHS von Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen und mein Lieblings-Hirnforscher, als auch ein Gespräch mit zwei befreundeten Müttern, bringt mich in Rage. Ihren pubertierenden Söhnen wird seit Jahren Ritalin verschrieben. Angeblich sei das Medikamment die einzige Möglichkeit, die Jungen ‚ruhig zu stellen‘, damit sie den Unterrichtsstoff aufnehmen könnten. Für alle Beteiligten der bequemste Weg.

Übersetzt heißt das natürlich, das Medikamment sei die einzige Möglichkeit, die Jungen zum Funktionieren zu bringen und sie zu beugen. Es wird einmal mehr nur ein Symptom bekämpft.

Kinder und Jugendliche, in den meisten Fällen sind Jungen betroffen, sollten innerhalb ihrer Familien Herausforderungen annehmen und durch gemeinsame Projekte Erfolgserlebnisse oder auch Mißerfolge erfahren, um daran zu wachsen bzw. Frustrationen aushalten zu lernen. So Prof. Hüther. Das leuchtet ein. Nur so kann Sozialisation stattfinden. Sowohl auf dem Land, als auch innerhalb von Organisationen, wie z.B. den Pfadfindern, seien wesentlich weniger Fälle von ADHS zu verzeichnen. Das ist interessant.

Ich kann mir gut vorstellen, dass im Rahmen der Schule die Möglichkeiten sich auszuprobieren stark begrenzt sind. Das trifft besonders auf männliche Schüler zu. G8 ist innerhalb dieser Diskussion ein entscheidender Faktor, – beispielsweise ist für Sport kaum Zeit. Und eben auch generell nicht für außerschulische, den Charakter formende Aktivitäten.

In der Schule können Jungen und Mädchen ihre Individualität kaum zum Ausdruck bringen. Woher sollen sie wissen wer sie sind und was sie besonders gut können? Ich meine damit ‚differenziert besonders gut‘. Was ist zum Beispiel mit verborgenen Führungsqualitäten bei Mädchen? Die werden sich übrigens auf einer gemischten Schule kaum herauskristallisieren. Ebenso wichtig ist es zu erfahren, was genau ihnen nicht liegt. Diese Erkenntnisse lediglich aus Benotungen zu beziehen, ist zu dünn. Sehr gute Benotungen bedeuten oft lediglich, dass die Mädchen und Jungen sich systemkonform verhalten, sich also angepasst haben. Da Mädchen eher dazu neigen sich anzupassen, sind es inzwischen meistens Jungen, die die Schule sogar komplett verweigern. Schul-Absentismus ist allerdings wieder ein Thema für sich.

Ein deutsches Phänomen?

Ich kann mich noch gut erinnern, also lange vor social media, dass man in der Schule von Lehrern und Mitschülern ständig beobachtet und kritisiert wurde. Manchmal kommt es mir vor, als sei Deutschland das Land der zwanghaften Kritiker. Oft ohne den nötigen Informationshintergrund wird man hier klassifiziert, – besonders gern aufgrund von Äußerlichkeiten. Ständig bewertet zu werden, kann krank machen. Dass es aktuell für manche Schüler unerträglich sein muss, kann ich mir gut vorstellen. Ich halte unsere Gesellschaft in diesem Zusammenhang für emotional unterentwickelt. Andere Faktoren stehen im Vordergrund. Materielles, Erfolg, Status. Und dann diese Überhöhung des Ästhetischen…

Viele von uns funktionieren sehr gut. Wir sind extrem produktiv. In anderen Ländern habe ich wesentlich mehr Interesse an der Persönlichkeit des jeweils anderen, mehr Aufgeschlossenheit und Empathie erfahren, als hier. Zum Beispiel innerhalb Skandinaviens. Oder in Italien. Die Schwerpunkte im sozialen Kontext werden anders gesetzt.

Wie soll sich ein junger Mensch da frei entwickeln? Wie soll er sich akzeptiert und getragen fühlen? Wie soll er frei denken und sprechen dürfen, wenn er damit riskiert, verbal gesteinigt oder wegen seines Äußeren ausgegrenzt zu werden. Ich persönlich halte viel von Schuluniformen und reinen Jungen-und Mädchenschulen. Nein, – das ist nicht etwa rückständig. Im Gegenteil. Das ist meine relativ frische Erkenntnis aufgrund belegbarer Fakten.

Meryl Streep, auskunftsfreudig

Ich fand es ziemlich amüsant, als Meryl Streep in einem Interview erzählte, dass sie erst auf einer reinen Mädchenschule angefangen hatte, sich selbst und ihr künstlerisches Potenzial zu entdecken und zu entwickeln. Endlich ohne die kritischen Blicke und Kommentare der Jungen. Neben ihren fortan angstfreien Vorträgen sei sie beispielsweise einmal drei Wochen mit ungewaschenen Haaren herumgelaufen und niemanden hätte es interessiert …
In meinen beiden Schulen dann

Seit vielen Jahren übe ich eine Tätigkeit aus, die mir ermöglicht, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Jedes Mal, wenn ich zur Arbeit erscheine, treffe ich auf Arbeitskollegen, die ich noch nie vorher gesehen habe. Wir arbeiten dann drei oder vier Tage zusammen. Ich bin ihre Vorgesetzte. Am Ende dieser intensiven gemeinsamen Arbeitszeit weiß ich, mit wem ich es bei jedem einzelnen zu tun gehabt habe. Ich spreche mit ihnen immer auch über private Dinge, was sie z.B. in ihrer Freizeit machen und ob sie weitere berufliche  Pläne haben. Nur so fühlen sie sich in ihrer Individualität wahrgenommen. In jedem anderen Arbeitsumfeld hätte ich ja auch mehr Informationen über meine Mitarbeiter, als die reinen Ergebnisse ihrer Arbeitsleistung. Wenn wir uns verabschieden, habe ich eine bestimmte Idee von jedem Einzelnen, die mir in ihrer Arbeitszeit anvertraut wurde.

Jetzt stellt sich mir folgende Frage, ohne despektierlich oder überheblich gegenüber Lehrern sein zu wollen. Im Gegenteil. Niemals würde ich diesen verantwortungsvollen Einsatz für die Gesellschaft unterschätzen, aber…

Wie kann es sein, selbst wenn ein Klassenlehrer 30 Kinder in seiner Klasse unterrichtet und betreut, dass er keine Details über die Persönlichkeit des einzelnen Kindes kennt? Dass er nicht weiß, wofür sich jedes Kind im speziellen interessiert und was es einmal werden möchte. Dass er oder sie keine Ahnung davon hat, welche Musik der Schüler gern hört, ob er still und stark oder still und eingeschüchtert ist. Hat das Kind ein Haustier und wenn ja, welches? Ob es sich traut, seine Meinung zu sagen oder ob es sich anpasst. Warum weiß ein Lehrer oft über viele Jahre nicht, ob ein Kind familiäre Probleme verschweigt, weil es sich fürchterlich schämt. Oder ob das Kind innerhalb der Klasse gern mehr Verantwortung übernehmen würde. Er oder sie sieht die Kinder an jedem Tag! Ja sicher, es gibt natürlich herausragend positive Ausnahmen unter den Lehrern. Aber ich behaupte, ich machte es anders. Möglicherweise besser. Aus einem einfachen Grund: weil ich mich für jedes einzelne Kind, jeden einzelnen Menschen sehr interessierte und seine Persönlichkeit auf Augenhöhe betrachtete. Erstens, weil ich es als Kind gern selbst so erlebt habe und zweitens weil ich mir natürlich meiner Verantwortung bewusst wäre.

Auf Augenhöhe und
leider nicht selbstverständlich

Wenn es tatsächlich so ist, dass die meisten Lehrer aufgrund von Überlastung ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden können, muss dringend etwas geschehen. Eltern sollten selbstkritisch auch ihr persönliches Engagement hinterfragen und die Erziehung nicht weiter an die Schulen abgeben. Sie sollten ihre Kinder respektvoll behandeln und sehr sensibel auf ihre Empfindungen eingehen. Sie müssen die Persönlichkeit ihrer Kinder genau kennen und sie bewusst auf ihr Leben vorbereiten, – das setzt doch in jedem individuellen Fall ganz andere Maßnahmen voraus. Ich zitiere gern am Schluss noch einmal Prof. Hüther: „Kinder wollen sich beweisen und sich wichtig fühlen“.

Mütter und Väter sollten ihre Kinder ernst nehmen, vom ersten Tag an. Wenn wir unseren Kindern nicht die notwendige Bedeutung und Wertschätzung entgegenbringen, indem wir sie als ebenbürtig ansehen, dann werden sie mit einem Minderwertigkeitsgefühl aufwachsen. Sie brauchen dann sehr lange, wenn sie es überhaupt schaffen, bis sie sich als vollwertiges Individuum in unserer Gesellschaft begreifen und ihre Möglichkeiten auch selbstgewiss und erfolgreich  wahrnehmen.