Neues zum Thema Hochbegabung auf dem Filmmarkt 

Ein weiterer Versuch, die Welt der Hoch- und Höchstbegabten zu erklären …

denkendürfen

Eine ansprechende Aufbereitung – wie zu erwarten war, kommt sie aus USA

Schön ist, dass der Film mit zwei Klischees aufräumt:

1. Vorwiegend Jungen sind hoch- oder höchstbegabt

2. Mädchen sind sprachlich oder musisch begabt

Ich wünsche mir, dass es Hochbegabte in Deutschland in Zukunft leichter haben, gefördert zu werden. Immernoch sind viele Hochbegabte verzweifelt, fühlen sich nicht gesehen, unverstanden und allein gelassen.

Zuerst müssen Familie, Kindergarten und Grundschule verstehen, akzeptieren und anerkennen.

Danach mussdie weiterführende Schule gezielt fördern oder nach einer alternativen Fördermöglichkeit suchen.

Wie kann es sein, dass viele hochbegabte Kinder in unseren Schulen immernoch nicht klar identifiziert werden?

Warum sind, wie in vielen Fällen, unsere Schuldirektoren und Lehrer nicht offen für und nicht gut genug über Erkennungsmerkmale Hochbegabter informiert?

Warum ging über Jahre ein Gymnasium in der Schleswig-Holsteinischen Provinz professioneller und respektvoller mit seinen Höchstbegabten um, als auch nur ein einziges der von uns erlebten Gymnasien…

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A better life without them – sie haben den Platz in Deinem Leben verwirkt

https://m.youtube.com/watch?v=bsawj6BLpb8

Important basic knowledge about malignant covert narcissism – Grundlagen zum Thema ‚maligner verdeckter Narzissmus‘

Es gibt ein Gefängnis, von dem manche gar nicht wissen, dass sie von Geburt an Insassen sind. Sie haben nie eine andere, eine bessere Realität erfahren.

Es gibt ein Gefängnis, das von außen aussieht, wie eine gepflegte Villa mit parkähnlichem Garten, in dem fröhliche Gesellschaften gegeben werden und Champagner fließt. Im Inneren ist es kalt und  leer.

Es gibt ein Gefängnis, das selbst nach langem Kampf, nach mühsam erstrittener Entlassung den Betroffenen noch lange fassungs- und kraftlos zurückblicken lässt.

Hat man es in die Freiheit geschafft, erscheint einem die Normalität wie das Paradies …

Bengaluru – beim nächsten Mal besuche ich ihn einfach

Warum Nithyananda kein ’normaler‘ Guru ist

Seine Vita ist bemerkenswert. Seine Neider wurden nach einer Schmierenkampagne gegen ihn in Chennai für schuldig befunden und verurteilt. Jetzt erst recht ist er gerade dabei, die ganze Welt vom Hinduismus und von sich zu begeistern, – Nithyananda.

Nur mit einem Trinkgefäß und einem Reserve-Sari ist Nithyananda als junger Mann kreuz und quer durch Indien gewandert und ist bei verschiedenen Meistern in die spirituelle Lehre gegangen. Eine staatliche oder private Schule, sowie eine Universität hat er nie besucht. Es gibt auf youtube zahlreiche Videos über Details seines Lebenslaufes.

Seine morgendlichen Sitzungen, in denen der 40jährige vor seinem Publikum Vorträge hält, werden live aus Bangalore übertragen und sind mittlerweile über verschiedene Kanäle für jeden weltweit kostenfrei zugänglich.

Nithyananda ist ein spiritueller Lehrer, der auf verschiedenen Abstraktionsebenen lehrt, so dass seine Weisheiten und Philosophien für jeden verständlich und nachvollziehbar sind, – nicht nur für Hindus, die mit der Terminologie aus dem Bereich der verschiedenen hinduistischen Strömungen und den Geschichten um ihre zahlreichen Gottheiten vertraut sind.

Er selbst sagt von sich, dass er nicht nur Gewaltlosigkeit predigen, sondern den Menschen zu mehr Lebenskraft und zur Umsetzung ihres Potenzials verhelfen möchte. Sein Hauptprinzip hierbei ist, die fundamentalen Grundängste und Unsicherheiten eines jeden, die die jeweilige Person langfristig davon abhalten, ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen, zu neutralisieren. Das geschieht über verschiedene meditative bzw. spirituelle Übungen. Nithyananda ist imstande, seelische Blockaden seiner Zuhörer zu lösen und ihnen zu mehr Bewusstsein, awareness und consciousness, zu verhelfen. Die Wahrnehmung wird geschärft und somit auch der Verstand zusammen mit der Fähigkeit grundsätzlich besser ‚zu begreifen‘ und seine Emotionen zu steuern. Er macht Zusammenhänge in einer Form deutlich, wie ich es zuvor noch nie gehört oder gelesen habe.

Meine Bemühungen, an dieser Stelle die ganze Strahlkraft dieses Mannes und die Essenz seiner Lehren zu beschreiben, kann nur in einem kläglichen Versuch enden.
Deshalb empfehle ich, sich möglichst viele seiner in sehr verständlichem Englisch abgehaltenen Videos anzusehen, – sowohl die älteren, als auch die aktuellen, wobei diese oft schon auf ein bestehendes Wissen um das Thema ‚completion‘ und Nithyanandas vier Handlungsprinzipien:

Authenticity, Integrity, Responsibility und Enrichment,

aufbauen.

Nithyananda sorgt dafür, dass sein Wissen kostenlos und schnell weltweit verbreitet wird, – eine Entwicklung, die ich schon im bezug auf einige
andere gesellschaftspsychologisch interessante und wichtige Themenbereiche beobachten konnte.

Und nein, dahinter steckt kein manipulatives, profitorientiertes Unternehmen. Es geht darum, zu helfen. Es ist reiner Hinduismus, gebrauchsfertig übersetzt …

Ebenfalls kommen beispielsweise aus USA und GB verschiedene aufklärende, kostenlose Hilfestellungen für die vielen Betroffenen emotionalen Missbrauchs in Familien und Beziehungen. Ein in Deutschland erst noch zu beleuchtendes und zu bearbeitendes Thema. Auch hier geht es um schnelle und fundierte Aufklärung und Hilfe.

Was auch Mr. Nithyananda sagt, dank der Digitalisierung stehen uns allen so viele wertvolle Informationen zur Verfügung, wir müssen sie nur finden, sortieren und vor allem für möglich halten, dass sie uns grundlegend weiterbringen. Ich selbst sehe mir seine Videos schon seit einigen Jahren an und freue mich jeden Tag neu, dass der Zufall mich darauf gebracht hat.

Auf meiner nächsten beruflichen Indienreise nach Bengaluru werde ich ganz bestimmt hinfahren, zu seinem Ashram, und dann bin ich gespannt, wie er live ‚radiated‘ und ‚contributed’…

Hier seine website, aber man kann auch bei youtube einfach Nithyananda eingeben, dann wird man reich beschenkt:

http://nithyananda.org/#gsc.tab=0

Vorübergehender Beitragsrückgang

Hier im Wald ist das Internet mindestens so scheu wie das Rothwild. Oder sogar wie die Elche, die sich bis jetzt nur äußerst selten blicken lassen wollten.

Ich jage ihm hinterher, wie mit einem Netz hinter einem seltenen Falter. Diese kostbare Zeit muss ich anders und sinnvoller nutzen!

Und dabei hätte ich soviel zu erzählen, klar, nach monatelangem, hochinteressanten und intensiven Reflektierens.

Mein kleiner Versuch zurückzukehren in die Zivilisation, in Form eines Aufenthaltes in einem stilvollen, maritimen Hotel der 20iger Jahre, endete mit Dauerkopfschmerzen und einem vorfreudigen Vorratseinkauf für die nächsten Wochen und dann ab in den Wald, zurück in die Hütte, in mein derzeitiges Zuhause. Hier ist alles gut.

Jeg har også begynt å oversette boka fra Sissel M. Børke ‚Jernporten‘, for å lære bedre norsk! Sissel bor her i Åremark, jeg kenner hun personlig. 

Es wird also noch etwas dauern und dann geht es weiter hier, an dieser Stelle, schon aus Prinzip, bis dahin Ha det bra!

Wir hatten doch auch gute Zeiten

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Oslofjord, 5. Juni 2017

Es gibt Momente, in denen bin ich sehr weich und mild gestimmt. Meistens ist ein emotionaler Film oder eine berührende Situation des reellen Lebens vorausgegangen. Ich halte an und mein Atmen wird tief.

Dann denke ich an rasend schnelle Am Wind Kurse der Sonne entgegen, an sprühende Gischt, an wärmendes Teak und glänzendes Messing, an knarzendes Tauwerk, das wir mit den Winschen an das Äußerste brachten.

Das Schiff durchschlug die Wellen, als wären sie nichts. Du steuertest, wie immer, und ich freute mich besonders an deiner erfrischenden Ausgelassenheit in diesen warmen Sommertagen und dass du gefordert wurdest und an deinem befreienden Lachen. Ließt du doch sonst nur selten wirklich los. Ich wähnte mich sicher, lehnte mich zurück an die Wanten und sah zutiefst zufrieden weit über die dunkelblauen Wogen bis zum Horizont.

So sollte es sein, kein Zweifel daran, genau so war es gedacht. Wenn man den Wahrscheinlichkeitsgesetzen erst einmal getrotzt und das Unmögliche möglich gemacht hatte, dann ging alles seinen wohlwollend belohnenden Gang.
Das war meine Theorie.

Und dass aber doch immer ein trennender, haarfeiner Spalt zwischen uns war, unüberbrückbar, erschien mir besonders an diesen majestätischen Tagen auf See deiner Exzellenz geschuldet, der ich nichts reichen konnte. Das dachte ich jedenfalls. So groß erschien mir deine Präsenz. Ich wäre mit dir in die dunkelste Wetterwand gesegelt, ohne Angst und voller Vertrauen.

Dein Körper glich dem eines schwarz emaillierten griechischen Diskuswerfers auf einer tönernen Amphore, umrahmt von zwei komplexen Mäandern. Deine Haltung, deine eleganten Bewegungen, die trotz deiner Kraft leicht und fließend waren, deine schönen Hände, die kleinste, festgezurrte Knoten mit liebevoller Hingabe innerhalb kürzester Zeit spielend lösen konnten, deine Fähigkeit, an alles gleichzeitig zu denken, deine Vorausschau, dein Weitblick, deine analytische Brillanz, – all das machte es mir am Ende so schwer.

Ein Ende, das unausweichlich wurde. Den einzigen Grund auf dieser Welt, warum eine Trennung endgültig und ein seltenes Glück unwiederbringlich verloren bleibt, bedientest du. Du, der sonst ständig alles wusste und alles konnte und vieles voraussah, ausgerechnet du hast die Minimalanforderung nicht erfüllt. Ich stand lange neben mir deshalb, noch lange nach dem Schock.

Wären doch nur diese Zeiten voller schönster, stimmiger Momente nicht derart einzigartig gewesen, dann hätte es mir nicht so sehr das Herz gebrochen. Alles an vorsichtigen, sachten Versuchen im Jetzt, die sich mir nähern und sich trauen, mich beseelen und begeistern zu wollen, hat es schwer.

Ich bin oft in Gedanken, sei es in einer reichhaltigen und abgerundeten Fantasie über doch noch mögliches Glück, oder sei es in Erinnerung an feinst aufgelöste Bilder oder Szenen und ihre emotionalen Inhalte …

Norwegen

Es besteht die Gefahr, dass ich mir ganz genau überlege, ob ich überhaupt nach Deutschland zurückkehren werde  …

Sie sind wie ich, bzw. ich bin wie sie. Sie sehen aus wie ich, bzw. ich sehe aus wie sie. Und Deutschland macht mich auf Dauer aggressiv. Also, warum bleibe ich nicht einfach hier?

Seit eineinhalb Wochen bin ich nun im Süden des Landes, ohne Strom und fließendes Wasser, mitten im Wald, in einem Naturschutzgebiet. Heute bin ich ausnahmsweise in eine der naheliegenden Städte gefahren, um mir einen externen Handy- Akku zuzulegen, anders geht es dann doch nicht. 

Letzte Woche hatten wir Sommer, seit vorgestern schneit es nachts. In der und um die Hütte herum bin ich den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser aus dem Teich zu schöpfen, oder abwechselnd den gusseisernen Ofen und den Kamin zu befeuern, um auf ersterem das Wasser zu erhitzen. Am Kamin sitze ich teilweise schon morgens und schreibe.

Ich habe Dachse und Kreuzottern und Bachstelzen und Hasen, Mücken und Frösche getroffen, – ein/ zwei Elche würden mich jetzt zusätzlich noch sehr freuen. 

Mit meinem Buch komme ich dann  sehr gut voran, wenn die Natur mich auf Betriebstemperatur kommen lässt, was manchmal nicht so einfach ist. 

Die Konfrontation mit sich selbst und den Themen, die ich bearbeite, sind eine große und manchmal verstörende Herausforderung. Zur Ablenkung lerne ich Norwegisch, laufe oder fahre durch die verwunschenen Wälder oder bin eingeladen bei meinen Vermietern, die nicht nur Vermieter für mich sind. 

Um zu ihnen zu kommen, laufe ich zwanzig Minuten durch den Wald, Felsen rauf, Felsen runter durch Sträucher und Sumpf. Dann der Parkplatz, dann das langzeitgemietete Auto, da meiner genau zwei Tage vor der lange geplanten Reise zusammengebrochen ist.

Bei Berit und Øystein traf ich auch Mette. Mette ist siebzig und wirkt wie dreißig. Mit ihrem Sprachstudium, genauer  ‚Angewandte Sprachwissenschaften‘, in Germersheim und deshalb ihrem perfekten Bildungs- Deutsch hatte ich endlich einmal wieder die Gelegenheit, ein paar schöne Genitiv- Konstruktionen zu benutzen, ohne komisch angesehen zu werden und mich verstaubt, gestelzt und antiquiert zu fühlen. 

Auch schön ist, dass die Menschen hier genauso viel lachen wie ich und ich nicht im geringsten Gefahr laufe, damit für einfältig gehalten zu werden, wie in meinem Land so oft.

Es fällt ihnen oft auch noch ein freundlicher Satz ein, wenn ich etwas bezahle beispielsweise, der tatsächlich von Interesse an meinem Aufenthalt hier zu zeugen scheint. Ich weiß dann gar nicht, wie mir geschieht. Das habe ich lange nicht mehr erlebt.

In den nächsten Tagen und Wochen sehe ich doch einfach  einmal nach, was hier der Arbeitsmarkt so zu bieten hat. Wer weiß …


Character matters

Es gibt zwar noch immer keine eindeutige Antwort auf die Frage aller Fragen:

„was formt die Persönlichkeit eines Menschen mehr, seine Gene oder seine Umgebung?“

aber es gibt hervorragende Ansätze. Wie so oft, kommen sie aus den USA. Hier eine sehr interessante Seite dazu:

http://www.drgeorgesimon.com/

Monsieur Mathieu oder ValYouMe©

… und hiermit ernenne ich Sie zum Assistenten des Chorleiters, Monsieur Pepinot

Der Pflichtfilm für alle Erziehungsberechtigten. Die vielleicht derzeit einzige Berechtigung, für die man keine  Zertifizierung braucht, da die Natur davon ausgeht, man habe die passenden Verhaltensweisen bereits im Programm.

Die Natur hatte nicht bedacht, wie kompliziert das Leben unter den Menschen werden könnte und damit auch die große Aufgabe, junge Menschen zu glücklichen Erwachsenen werden zu lassen. Die Natur hat ebenfalls nicht bedacht, dass bereits kleinste Fehler im Zusammenleben mit Kindern dazu führen können, ihnen Selbstvertrauen, Selbstgewissheit, Zuversicht und Lebensfreude manchmal sogar langfristig zu nehmen.

Um sich behaupten zu können, um genau zu wissen, wer es ist und was für ein Lebensweg sich für es daraus ergeben könnte, ist eine differenzierte Spiegelung des Kindes seitens seines Umfeldes absolut notwendig.

Ich möchte laut schreien, wenn ich im Alltag das dumpfe Desinteresse mancher Eltern an ihren Kindern erkenne und wenn sie ihnen offensichtlich lästig sind. Ich schaffe es nicht, manche verstörende Geschichten, die ich beobachte, zu Ende zu denken. Zu viel weiß ich inzwischen über den Zusammenhang zwischen emotionaler Vernachlässigung und ihren Folgen.

Das großartige Gefühl, willkommen zu sein, in den Arm genommen zu werden, nach seiner Meinung gefragt zu werden, Aufgaben gestellt zu bekommen, die nicht zu einfach zu lösen sind, nicht andauernd für Lächerlichkeiten gelobt zu werden, die jeder irgendwie schaffen kann, zu spüren, dass sich der Erwachsene machmal für das Kind zurück nimmt, zu spüren, dass der Erwachsene für das Kind etwas möglich macht, was einem tiefsten Wunsch des Kindes entspricht, es wie einen Menschen auf Augenhöhe zu behandeln, seine Grenzen zu akzeptieren und zu respektieren, seine Berufswünsche zu unterstützen, es nicht anzulügen sondern einen offenen Umgang mit ihm zu kultivieren, es vor anderen Kindern und Erwachsenen respektvoll zu behandeln, es nicht zu verraten, ihm seinen Wert in regelmäßigen Abständen zu erklären, damit es diesbezüglich nie wieder Zweifel an sich selbst haben wird, ihm zu sagen, wie schön es ist, ihm zu sagen, wie klug es ist, ihm zu sagen, wie warmherzig und liebevoll es ist, ihm zu sagen, dass man es liebt (warum ist das für viele so schwer?), ihm zu sagen, dass es die Gruppe bereichert mit seiner Persönlichkeit und dass es den anderen furchtbar fehlen würde, wäre es nicht da, wenn überhaupt nötig, einen genau passenden Kindergarten/ eine exakt passende Schule für das Kind zu finden, auch wenn der Weg dahin vielleicht mühsamer ist, sich die Lehrer genau anzusehen und auf seine Intuition zu vertrauen, wenn diese Lehrer evt. potenzielle Verursacher größerer Schäden sein könnten, die Gefühle des Kindes genau verstehen zu wollen, seine spezifische Intelligenz zu verstehen, seine Sonderbarkeiten zu verstehen, seine unlesbare Schrift nicht zu verurteilen in der Gewissheit, dass auch diese sich in einem Prozess befindet, überhaupt nicht zu verurteilen, da sich die gesamte kindliche Entwicklung täglich in einem Prozess befindet, als Erwachsener seine Worte sorgfältig zu wählen, denn sie sind die späteren Stimmen des erwachsenen Kindes, die es für immer in sich trägt und täglich hört und die es entweder alles ermutigend bewältigen lassen, was es sich vornimmt, oder es davon abhalten, erfolgreich sein Leben zu führen, sein vielleicht herausragendes Talent zu erkennen und zu fördern, – die Kinder müssen während ihrer gesamten Kindheit möglichst vielschichtige Möglichkeiten bekommen, sich auszuprobieren, darin Erfolge und Misserfolge sehen zu dürfen, sie für sich selbst zu deuten, sie müssen nach vermeintlichen Fehlern angstfrei zurückkommen dürfen, sie müssen spüren, wichtig und von Bedeutung für andere zu sein und vor allem das unerschütterliche Gefühl haben, bedingungslos geliebt zu werden. Das alles lässt ein Kind glücklich sein und bleiben. Es ist im wahren Wortsinn ein einzigartiges Individuum, – einzigartig in der Menschheitsgeschichte!

Auf diese kleine, unvollkommene Liste positiver elterlicher Verhaltensweisen könnte man zumindest aufbauen …

Ein Muss: Les Choristes oder Die Kinder des Monsieur Mathieu, ein französisch- schweizerischer-deutscher Film aus dem Jahr 2004. Er gehört zu den erfolgreichsten französischen Filme der vergangenen Jahre;

Regie: Christophe Barratier
Musik: Bruno Coulais

Clément Mathieu: Gérard Jugnot
Mohange: Jean- Baptiste Maunier
Pépinot: Maxence Perrin

Leinen los

Meine erste Gedichtveröffentlichung in 2010

„Hallo Ihr Lieben, ich habe etwas Neues! Mein Gedicht ist raus. Sie haben es genommen, ist das nicht genial?“

„So so. Dann bekommen wir doch bestimmt ein Exemplar des Gedichtbandes, oder?“

„Ja klar, sobald ich die Zusendung erhalten habe. Sicher. Macht es gut und bis bald.“

Drei Wochen später.

„Na, wie gefällt es Euch?“

„Wir finden, Du solltest Deine Zeit mit Sinnvollerem verbringen.“

„Was meinst Du genau?“

„Wir haben das Gedicht allen unseren Freunden gezeigt, – keiner hat es verstanden und wir auch nicht … “

“ … “

Zwei Monate später

„Sehr geehrte Frau … , wir haben Ihnen die erfreuliche Mitteilung zu machen, dass Ihr Gedicht für den Band ‚Unsere Besten‘ ausgewählt wurde. Der Druck … „

Synchronisierte Stunden (Leseprobe)

Der Geräuschemacher

Meistens sind sie die Folge auf  einen starken innerlichen Sturm, wenn sich alles langsam wieder legt. Die Tage nachdem ich hin und hergerissen worden bin zwischen neuen und alten Gefühlen, zwischen dem Ausblick auf Möglichkeiten und der kleinen Angst davor. Vielleicht soll sie mich im Zaum halten, diese Stille, damit ich nicht zu groß träume und mich daran erinnern, dass wirkliche Veränderungen nur langsam wachsen, statt sich zu vergaloppieren.

Automatisch spule ich meine Rituale ab, die sich nicht wie sonst spurlos in die Abfolge meiner Handlungen einreihen, sondern seit dem frühen Morgengrauen laute Geräusche machen. Als ob der Geräuschemacher im Synchronstudio sie zu laut werden ließe. Unverhältnismäßig laut.

Es ist wohl diese Stille in mir, die mich den Schall stärker wahrnehmen lässt, als sonst. Ob es die zufallende Kühlschranktür ist, die Tasse, die ich aus dem Hängeschrank nehme und auf die Bar stelle oder das laute, dumpfe Knacken, wenn ich dem Marmeladenglas das Vakuum nehme. Alles ist viel lauter, als sonst.

Du warst sehr präsent in den letzten Wochen und Monaten und hast uns elegant durch die Jahres – und Tageszeiten geführt. Ich habe Dir vertrauensvoll diese Führung überlassen, denn wie niemand zuvor hast Du präzise die allerfeinsten Ausschläge meiner Gedanken gespürt und sie in vollendeter Form gedeutet. Über einen Ozean hinweg ist Dir gelungen, was andere nicht schaffen, wenn sie neben mir sitzen. Du brauchst noch nicht einmal die subtilen Schwingungen meiner Sprache um ebenfalls nicht mit Deiner Sprache den exakt stimmigen Ton zu treffen. Es gelingt Dir innerhalb dieses unvollständigen sprachlichen Kompromisses, dessen wir uns bedienen, manchmal nur das eine einzig passende Wort im jeweils passenden Moment zu sagen.

Ich ahne, was diese Stille bedeutet. Überwältigt bin ich. Genau genommen finde ich überhaupt gar keinen Ausdruck für diese Synchronizität, denn ich kannte sie nicht. Ich war es nicht gewohnt gespiegelt zu werden. Ich war auf das Alleinsein eingestellt. Und dann stellt sich plötzlich heraus, dass ich nicht allein bin auf dieser Welt mit meiner Art, die Dinge zu betrachten und zu jedem Zeitpunkt immer nur das Feinste zu sehen und zu spüren.

Ich bin sogar geneigt, mich zufrieden zu geben. Mich zufrieden zu geben in dem Bewusstsein darüber, dass es Dich gibt. Jedes Mehr an Wollen, jedes grobe und vulgäre Verlangen würde sicher das über den Ozean gesponnene Netz der filigranen gedanklichen und gefühlten Übereinstimmungen bedrohen. Die Stille ist meine Zurücknahme. Nur langsame, leise Bewegungen machen und nur nichts unachtsam behandeln. Was da ist hat zurecht den Anspruch auf Schutz. Die Stille ist mein Respekt.

Eigentlich möchte ich es lachend herausschreien, die Freude über die Tatsache, dass ich in all den Jahren auf diesen vielen Wegen in unzähligen Wäldern mit meinen Gedanken nie so allein war, wie ich dachte. Ich kannte Dich nur noch nicht. Aber ich bleibe ganz still und rühre mich wenig und der Geräuschemacher produziert weiter sein viel zu lautes Geklapper zu den Dingen, die getan werden müssen.

Ich sehe bewusst nicht aus dem Fenster. Überwältigt bleibe ich ganz ruhig nur für mich allein, um es im Schutz meines Lächelns zu bewahren.