Where some people from Oslo spend their weekend afternoons …

in progress – as soon as more than two free afternoons in a row will give me the opportunity, this article will be finished! Thank you for your patience …

oder

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Vorübergehender Beitragsrückgang

Hier im Wald ist das Internet mindestens so scheu wie das Rothwild. Oder sogar wie die Elche, die sich bis jetzt nur äußerst selten blicken lassen wollten.

Ich jage ihm hinterher, wie mit einem Netz hinter einem seltenen Falter. Diese kostbare Zeit muss ich anders und sinnvoller nutzen!

Und dabei hätte ich soviel zu erzählen, klar, nach monatelangem, hochinteressanten und intensiven Reflektierens.

Mein kleiner Versuch zurückzukehren in die Zivilisation, in Form eines Aufenthaltes in einem stilvollen, maritimen Hotel der 20iger Jahre, endete mit Dauerkopfschmerzen und einem vorfreudigen Vorratseinkauf für die nächsten Wochen und dann ab in den Wald, zurück in die Hütte, in mein derzeitiges Zuhause. Hier ist alles gut.

Jeg har også begynt å oversette boka fra Sissel M. Børke ‚Jernporten‘, for å lære bedre norsk! Sissel bor her i Åremark, jeg kenner hun personlig. 

Es wird also noch etwas dauern und dann geht es weiter hier, an dieser Stelle, schon aus Prinzip, bis dahin Ha det bra!

Wir hatten doch auch gute Zeiten

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Oslofjord, 5. Juni 2017

Es gibt Momente, in denen bin ich sehr weich und mild gestimmt. Meistens ist ein emotionaler Film oder eine berührende Situation des reellen Lebens vorausgegangen. Ich halte an und mein Atmen wird tief.

Dann denke ich an rasend schnelle Am Wind Kurse der Sonne entgegen, an sprühende Gischt, an wärmendes Teak und glänzendes Messing, an knarzendes Tauwerk, das wir mit den Winschen an das Äußerste brachten.

Das Schiff durchschlug die Wellen, als wären sie nichts. Du steuertest, wie immer, und ich freute mich besonders an deiner erfrischenden Ausgelassenheit in diesen warmen Sommertagen und dass du gefordert wurdest und an deinem befreienden Lachen. Ließt du doch sonst nur selten wirklich los. Ich wähnte mich sicher, lehnte mich zurück an die Wanten und sah zutiefst zufrieden weit über die dunkelblauen Wogen bis zum Horizont.

So sollte es sein, kein Zweifel daran, genau so war es gedacht. Wenn man den Wahrscheinlichkeitsgesetzen erst einmal getrotzt und das Unmögliche möglich gemacht hatte, dann ging alles seinen wohlwollend belohnenden Gang.
Das war meine Theorie.

Und dass aber doch immer ein trennender, haarfeiner Spalt zwischen uns war, unüberbrückbar, erschien mir besonders an diesen majestätischen Tagen auf See deiner Exzellenz geschuldet, der ich nichts reichen konnte. Das dachte ich jedenfalls. So groß erschien mir deine Präsenz. Ich wäre mit dir in die dunkelste Wetterwand gesegelt, ohne Angst und voller Vertrauen.

Dein Körper glich dem eines schwarz emaillierten griechischen Diskuswerfers auf einer tönernen Amphore, umrahmt von zwei komplexen Mäandern. Deine Haltung, deine eleganten Bewegungen, die trotz deiner Kraft leicht und fließend waren, deine schönen Hände, die kleinste, festgezurrte Knoten mit liebevoller Hingabe innerhalb kürzester Zeit spielend lösen konnten, deine Fähigkeit, an alles gleichzeitig zu denken, deine Vorausschau, dein Weitblick, deine analytische Brillanz, – all das machte es mir am Ende so schwer.

Ein Ende, das unausweichlich wurde. Den einzigen Grund auf dieser Welt, warum eine Trennung endgültig und ein seltenes Glück unwiederbringlich verloren bleibt, bedientest du. Du, der sonst ständig alles wusste und alles konnte und vieles voraussah, ausgerechnet du hast die Minimalanforderung nicht erfüllt. Ich stand lange neben mir deshalb, noch lange nach dem Schock.

Wären doch nur diese Zeiten voller schönster, stimmiger Momente nicht derart einzigartig gewesen, dann hätte es mir nicht so sehr das Herz gebrochen. Alles an vorsichtigen, sachten Versuchen im Jetzt, die sich mir nähern und sich trauen, mich beseelen und begeistern zu wollen, hat es schwer.

Ich bin oft in Gedanken, sei es in einer reichhaltigen und abgerundeten Fantasie über doch noch mögliches Glück, oder sei es in Erinnerung an feinst aufgelöste Bilder oder Szenen und ihre emotionalen Inhalte …

Norwegen

Es besteht die Gefahr, dass ich mir ganz genau überlege, ob ich überhaupt nach Deutschland zurückkehren werde  …

Sie sind wie ich, bzw. ich bin wie sie. Sie sehen aus wie ich, bzw. ich sehe aus wie sie. Und Deutschland macht mich auf Dauer aggressiv. Also, warum bleibe ich nicht einfach hier?

Seit eineinhalb Wochen bin ich nun im Süden des Landes, ohne Strom und fließendes Wasser, mitten im Wald, in einem Naturschutzgebiet. Heute bin ich ausnahmsweise in eine der naheliegenden Städte gefahren, um mir einen externen Handy- Akku zuzulegen, anders geht es dann doch nicht. 

Letzte Woche hatten wir Sommer, seit vorgestern schneit es nachts. In der und um die Hütte herum bin ich den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser aus dem Teich zu schöpfen, oder abwechselnd den gusseisernen Ofen und den Kamin zu befeuern, um auf ersterem das Wasser zu erhitzen. Am Kamin sitze ich teilweise schon morgens und schreibe.

Ich habe Dachse und Kreuzottern und Bachstelzen und Hasen, Mücken und Frösche getroffen, – ein/ zwei Elche würden mich jetzt zusätzlich noch sehr freuen. 

Mit meinem Buch komme ich dann  sehr gut voran, wenn die Natur mich auf Betriebstemperatur kommen lässt, was manchmal nicht so einfach ist. 

Die Konfrontation mit sich selbst und den Themen, die ich bearbeite, sind eine große und manchmal verstörende Herausforderung. Zur Ablenkung lerne ich Norwegisch, laufe oder fahre durch die verwunschenen Wälder oder bin eingeladen bei meinen Vermietern, die nicht nur Vermieter für mich sind. 

Um zu ihnen zu kommen, laufe ich zwanzig Minuten durch den Wald, Felsen rauf, Felsen runter durch Sträucher und Sumpf. Dann der Parkplatz, dann das langzeitgemietete Auto, da meiner genau zwei Tage vor der lange geplanten Reise zusammengebrochen ist.

Bei Berit und Øystein traf ich auch Mette. Mette ist siebzig und wirkt wie dreißig. Mit ihrem Sprachstudium, genauer  ‚Angewandte Sprachwissenschaften‘, in Germersheim und deshalb ihrem perfekten Bildungs- Deutsch hatte ich endlich einmal wieder die Gelegenheit, ein paar schöne Genitiv- Konstruktionen zu benutzen, ohne komisch angesehen zu werden und mich verstaubt, gestelzt und antiquiert zu fühlen. 

Auch schön ist, dass die Menschen hier genauso viel lachen wie ich und ich nicht im geringsten Gefahr laufe, damit für einfältig gehalten zu werden, wie in meinem Land so oft.

Es fällt ihnen oft auch noch ein freundlicher Satz ein, wenn ich etwas bezahle beispielsweise, der tatsächlich von Interesse an meinem Aufenthalt hier zu zeugen scheint. Ich weiß dann gar nicht, wie mir geschieht. Das habe ich lange nicht mehr erlebt.

In den nächsten Tagen und Wochen sehe ich doch einfach  einmal nach, was hier der Arbeitsmarkt so zu bieten hat. Wer weiß …


Supportive Leadership

Wie funktioniert das ?

Es bedarf natürlich eigentlich mehr als eines kleinen Aufsatzes, um zu erklären, wie man als Führungskraft seine Mitarbeiter ’supported‘ – die deutsche Übersetzung erscheint mir in diesem Zusammenhang zu schwach und auch nicht sinngemäß. Wie man ihr Potenzial, ihre Kreativität und ihren Enthusiasmus hervorbringt und somit indirekt für Kundenbindung und für Produktivitätssteigerung sorgt.

Ich kann nicht anders, aber in all den Jahren meiner Tätigkeit als Leitende habe ich mich grundsätzlich sehr für die mir anvertrauten Kollegen interessiert. Es waren bis jetzt viele Tausende. Wir kennen uns vor unserem ersten Zusammentreffen nicht, werden firmenseitig zu einem Team zusammengestellt und arbeiten dann sehr intensiv jeweils für einige Tage zusammen an mindestens zwei Projekten.

Es ist mir nicht egal, mit wem ich es zu tun habe. Ich kann nicht anders, als meinen Kollegen auf Augenhöhe zu begegnen, also genau so, wie ich gern von meinem Chef behandelt werden will. Ich möchte auch, dass man mir prinzipiell vertraut und mir etwas zutraut. Ich möchte gesehen werden. Ich möchte, dass mein Chef neugierig darauf ist, was in mir steckt. Ich möchte in vollem Umfang richtig eingeschätzt werden und wenn mir droht, langweilig zu werden, dann möchte ich adäquate neue Aufgaben bekommen, sonst arbeite ich nämlich schlecht, in der grässlichen Routine, die mir zugemutet wird. Ich möchte mich wohl und sicher fühlen, nur dann kann ich unseren Kunden gegenüber frei und kreativ sein, neue Ideen entwickeln und in kritischen Fällen sogar angstfrei mit meinen unkonventionellen Lösungsvorschlägen aufwarten. Ich möchte ebenfalls in vollem Umfang respektiert werden, für das, was ich bin und kann. Dann fallen die Dinge, die ich nicht so gern und deshalb nicht ganz so gut erledige vielleicht nicht so schwer ins Gewicht. Ich möchte nach meiner Meinung gefragt werden, denn das gibt mir das Gefühl, wichtig zu sein. So und nicht anders dürfte es meinen vielen Kollegen gehen und deshalb gestalte ich meine Aufgabe als Führungskraft in meinem Unternehmen wie beschrieben.

Meine Kollegen sind alle wunderbare, flexible, kreative, intelligente und starke Persönlichkeiten von 18 bis ungefähr 65 Jahren. Sie wurden handverlesen. Man kann sie jetzt nicht allein lassen, mit ihren Qualitäten. Man kann sie nicht gängeln. Man darf ihnen nicht mit Sanktionen drohen. Druck erzeugt Gegendruck. Unsere Ansprachen und Vorträge, als ihre Vorgesetzten, sollten wenigstens einigermaßen unterhaltsam, jedenfalls auf keinen Fall langweilig sein. Sie stellen zurecht hohe Ansprüche an ihre Chefs. Wir sind ein international erfolgreiches Unternehmen. Wir müssen selbst einiges bieten, um von ihnen ernst genommen zu werden. Das ist mir bewusst.

Wahrscheinlich braucht man Talent, um empathisch und supportive führen zu können. Man muss imstande sein, das große Ganze zu sehen und zu beurteilen. Manchmal muss man blitzschnell, eher intuitiv, einschreiten oder noch wichtiger, nicht einschreiten, wenn es opportun ist. Man sollte über überdurchschnittliche sprachliche Fähigkeiten verfügen, denn innerhalb einer für niveauvolle Führung absolut notwendigen offenen Kommunikation, geht es oft um extrem differenziert formuliertes Erklären von Sachverhalten oder Feedback. Wir können mit einer zu 100% aggressions- und angstfreien Kommunikation alles klären und dabei respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen. So entsteht dann auch keine passive Aggressivität seitens der Mitarbeiter.

Wir müssen authentisch und integer bleiben. Wer weiß, wieviel Prozent meiner Fehlentscheidungen mich gegenüber meinen Kollegen nur noch menschlicher haben erscheinen lassen. Ich habe sie gern, grundsätzlich von Anfang an. Es entstehen Verbindungen zwischen diesen grossartigen und interessanten Menschen und mir, die wir am Ende unserer Projekte oft zu meinem großen Bedauern wieder lösen müssen. Es ist ein Ressource Management im wahrsten Sinn, was ich betreibe. Wir, in leitenden Funktionen, sollten uns dessen täglich bewusst sein und uns auf neue Möglichkeiten freuen. Unsere Methoden sollten wir intelligent einsetzen. Davon hängt schließlich nicht nur die Produktivität sondern unbedingt auch die wertvolle Selbstgewissheit unserer Mitarbeiter ab. Wir tragen eine große Verantwortung für oft entscheidende Ereignisse in ihren Biographien.

Und jetzt ?

Es ist an der Zeit

Es ist an der Zeit, zu resümieren. Als führe man bei Google-Earth rückwärts und betrachtete den winzigen Punkt seines kleinen Stückes Regenwald von jetzt auf gleich aus der Perspektive des Universums. Winzig und nicht mehr so furchteinflößend.

Was ist alles in meinem halben Jahrhundert passiert? Warum wussten andere von Anfang an mehr darüber, wie leben funktioniert und warum habe ich so lange gebraucht, um alles zurecht zu rücken, nachdem ich es endlich verstanden hatte? Den Gedanken, diesen Sachverhalt unfair zu finden, verbiete ich mir schon im Ansatz, – er ist zu billig. Aber dennoch, meine Erfahrungen der ersten Dekaden an irgend etwas festzumachen, ein Prinzip darin zu erkennen, dieser Drang danach, es verstehen zu müssen, kam dem Wunsch gleich, einen Pudding an die Wand nageln zu wollen. Wichtige Koordinaten, eigentlich die entscheidenden, haben mir dazu gefehlt.

Warum klappt das bewusste Leben plötzlich so gut?

„Fernsehen macht die Blöden noch blöder und die Schlauen schlauer“, diese bahnbrechende akademische Erkenntnis machte in Zeiten meines Publizistik-Studiums an der Uni die Runde und lässt sich natürlich ohne weiteres auch auf das Internet übertragen. Und hat man eines der wichtigsten esoterischen Lebensprinzipien begriffen, nämlich dass man sehr wohl geleitet wird, und sei es auch nur durch das passende youtube-Video zur richtigen Zeit, dann kann man diese Digitalisierung nicht genug anbeten. Das Resonanzgesetz, ja, ich weiß.

Nach ca. einer weiteren Dekade hatte ich endlich die essentiellen Informationen erhalten, die ich brauchte, z.B. aus Chicago, aus Sydney, aus Manchester, Brooklyn, London, Kiel und Achtung: West Bridgewater in Massachusetts (letzteres konnte meine Oma immer nicht aussprechen). Darauf ließ sich aufbauen.

Und jetzt?

Das meiner Meinung nach Wichtigste, ist die Fähigkeit des bewussten, klaren Denkens, dessen individuelle Voraussetzungen man für sich unbedingt herausfinden sollte. Mit allergrößtem Bedauern musste ich feststellen, dass in meinem ganz persönlichen Fall viel Schlaf, kein Alkohol und wenig Kohlehydrate, sowie die fast 100%ige Isolation von der Außenwelt die besten Voraussetzungen dafür sind. So lassen sich Erfahrungen am besten verwalten. Dann klappt es auch mit der Logik.

Was mache ich aber nun mit diesen Informationen? Leider gehöre ich nicht zu der Gruppe derjenigen Menschen, die ihr ganzes wertvolles Leben lang regelmäßig in den Skiurlaub oder die Karibik fahren können und daraus immer wieder neue Stimuli beziehen, – das funktioniert bei mir nicht. Insofern kann ich mich nicht auf kuschelige Rituale und wärmende Verlässlichkeiten beziehen. Ich bin auch nicht gern unter Menschen, – die vielleicht signifikanteste Erkenntnis von allen. Und wenn man sowieso eher die Nacht, den Regen, die Kälte, den Winter und die Einsamkeit favorisiert, um sich wohl zu fühlen, braucht man ganz andere Ideen, um es sich in seinem Leben hübsch einzurichten. Was also gibt ihm Sinn, wenn es nicht Familienfeste in der Sommersonne sind oder Skiurlaube in der Schweiz mit der Frauenabteilung des Lions Clubs?

Etwas Großes muss es sein, – ein neues Ziel

Was als groß definiert werden könnte, muss selbstverständlich auch wieder jeder für sich selbst herausfinden. Groß wäre in diesen Zeiten ja schon eine einzige selbstlose Aktion am Tag, wie ich finde.

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