
(Fotos: schonausprinzip.com)
Warum wir uns auf ein Gespräch mit einem Malignen Narzissten vorbereiten müssen
Persona
Eine wichtige Sache liegt diesem Thema zugrunde, – was Narzissten sagen ist nicht das Ergebnis eines reflektierten Gedankenprozesses.
Es kommt aus ihrem Unterbewusstsein und hat in erster Linie die Funktion, ihr verletzliches Ego vor allen potenziellen Angriffen zu schützen und seine Stellung weiter auszubauen.
Die Persona des Narzissten ist ein maximal aufgerüstetes und mit allen Narzissmus-typischen Waffen ausgestattetes Verteidigungssystem.
Persona ist ein Begriff aus der Psychologie von C. G. Jung. Wir alle haben eine. Sie ist die Version von uns, mit der wir ins Außen treten, die sich also im gesellschaftlichen Raum bewegt und die uns repräsentieren soll.
Das Wissen um die Tatsache, dass das Gesagte oder Nicht-Gesagte von Malignen Narzissten direkt aus ihrem Unterbewusstsein kommt, gibt einem die Möglichkeit, mit ihnen einigermaßen umgehen zu können.
Es existiert eine gewisse Vorhersagbarkeit seines Verhaltens bedenkt man, dass der Narzisst bei jedem Gespräch, selbst wenn er nach außen einen ruhigen Eindruck macht, extrem gestresst ist.
Für ihn ist es fast existenziell, dass er das zu führende Gespräch zu 100% unter Kontrolle behält.
Wir dürfen niemals vergessen: Er oder sie trägt ein ‚Nichts‘ in sich, einen leeren Raum, in dem sich eigentlich eine voll ausgebildete emotionale Persönlichkeit befinden sollte.
Eine Persönlichkeit, die das vollständige Spektrum aller Empfindungsmöglichkeiten in sich trägt und die das Leben in seiner Fülle erleben und genießen kann.
Inspiration, Intuition, Kreativität, Empathie, Fürsorge, Tiefgründigkeit, Fantasie im Hinblick auf das eigene Potenzial and das anderer, – diese mentalen Erlebniswelten und vieles mehr bleiben einem Menschen mit Narzisstischer Persönlichkeitsstörung für immer unzugänglich.
Statt dessen existiert von ihm nur ein Konstrukt, das er sich über sich selbst ausgedacht, es zusammengebastelt hat, mit seinen Wunsch-Eigenschaften, Fragmenten, die er als eine Art Sammlung von vielen anderen Personen kopiert hat und als seine eigene Identitäts-Collage nach außen darstellt. Ein multiples Plagiat. Es hält ihn zusammen.
Hinter seiner Fassade steckt eine Kreatur. Ein kalter Mechanismus, der funktioniert, so lange er nicht beschädigt wird.
Dieser Mechanismus kann keine eigenen hohen Schwingungen erzeugen. Das können nur Menschen mit einer gesunden Psyche und einem unbeeinträchtigten, normalen Bewusstsein. (Hawkins, 1997)
Es führte an dieser Stelle zu weit, das Thema auch vor spirituellem Hintergrund zu erklären. Man kann es nicht nur kurz abhandeln.
Höchstwahrscheinlich werde ich aber darüber bald schreiben. Spiritualität ist schließlich die Essenz, die allen Interaktionen inhärent ist, und tatsächlich verstehen immer mehr Menschen die grundlegenden Zusammenhänge und die Übertragbarkeit universeller Gesetze.
Aus der Distanz
Betrachten wir also eine unvermeidbare Interaktion mit einem Narzissten/ Psychopathen als eine Art Geschäftsessen, bei dem sich alle möglichen gut vorbereiteten Themen in unserem eleganten Portfolio befinden.
Was wollen sie eigentlich
Maligne Narzissten führen keine Gespräche, weil sie etwa Freude an einem Austausch hätten. Weit gefehlt.
Hier eine kleine Auflistung über das, was sich eine Person mit NPS (NPD) von einer Interaktion mit anderen verspricht:
- Der Narzisst möchte Informationen generieren, entweder um Vorteile für sich zu erhalten, beispielsweise um sie zu einem späteren Zeitpunkt gegen andere zu verwenden
- Er möchte seine Persona verifiziert sehen. Die n. Person ist selbstzentriert und es geht ihr immer um maximale Bestätigung und Anerkennung
- Die Person mit NPS muss Kontrolle über die Sache behalten, indem sie konsequent ‚von oben‘ auf ihr Gegenüber einredet, – also zwanghaft vertikale Verhältnisse herstellen muss
- Sie versucht zu destabilisieren, weil sie Dopamin-Schübe erzeugt, indem sie andere spürbar verunsichert, ihnen Energie entzieht und damit die Machtverhältnisse für sich gesichert sieht
- Sie bekommt eine Gelegenheit, Desinformationen zu verbreiten
- Die n. Person lügt
- Sie bekommt eine Gelegenheit zur Triangulation I, indem sie über Dritte (abwertend) sprechen kann und dafür wieder mit Dopamin belohnt wird
- Sie bekommt eine Gelegenheit zur Triangulation II, indem sie Dritte als Beispiel dafür nennt, wie man alles noch viel besser machen kann (Vertikalität)
- Sie hält bewusst Anerkennung der Leistungen anderer zurück, erstens um zu destabilisieren und zweitens aus Neid
Wie muss man navigieren
Wir befinden uns in unruhigen Gewässern wenn wir mit ihnen zu tun haben.
Eine Konfrontation lässt sich aber aus unterschiedlichen Gründen nie ganz vermeiden. Mit entsprechenden Präventiv-Maßnahmen behält die Zielperson des Narzissten Kontrolle über das Gespräch, ohne dass der Narzisst es merkt, beziehungsweise ohne dass der Narzisst von der Interaktion profitiert.
Eine Auflistung der wichtigsten Grundsätze:
- Es ist essenziell niemals zu vergessen, dass der Narzisst in seiner ganz eigenen (Schutz-)Fantasiewelt lebt, die auf gar keinen Fall bedroht werden darf. Bedrohungen sind für ihn aber schon Unterlassungen, wie das Ausbleiben von Bestätigung und Anerkennung
- Kritik ist tabu
- Es dürfen keine persönlichen Informationen herausgegeben werden, beziehungsweise wenn, um den Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten, dann nur vollkommen belanglose. Man muss sich eigens für diese Zwecke eine funktional-langweilige Persona zulegen
- Man sollte genau zuhören und selbst Informationen sammeln
- Er ist zu erwarten, dass man provoziert oder getriggert wird, – in diesem Fall sollte man souverän das Thema wechseln. Auf keinen Fall darf man darauf eingehen
- Vorsicht vor verführerischen Komplimenten oder attraktiven Versprechungen, – beide sind substanzlos und manipulativ. Letztere werden nie eingehalten. Manipulieren Sie zurück
- Das Spiel mit der Vertikalität sollte (schein-)funktionieren, – aber unauffällig. Hier würde der N. am schnellsten merken, dass etwas nicht stimmt. Das wäre ungünstig. Er würde Sie umgehend dafür bestrafen
- Vergessen Sie nicht, der N. ist gestresst, weil er seine Pseudo-Persönlichkeit beschützen muss und ihn das sehr viel Kraft kostet,- also achten Sie auf kleine Momente inkonsistenten Verhaltens. Sie können Hinweise auf das geben, was er vorhat
- Geiz und Neid sind Kardinalmerkmale, – wenn man das weiß, kann man besser agieren oder reagieren
- Rechnen Sie jederzeit mit einer, wenn auch kleinen, Degradierung. Er oder sie braucht dieses Mittel, um vermeintliche Kontrolle über Sie zu behalten
- Nicht vergessen, der N. hat immer recht, egal wie unlogisch seine Argumentation ist, und er hat auch immer das letzte Wort. „Diskussionen“ über Finanzen und Politik sind daher zu vermeiden
- Erwarten Sie keinen Zuspruch oder eine qualifizierte Meinung, denn niemals ist ihre persönliche Situation auch nur annähernd so kritisch oder so interessant, wie die des Narzissten selbst
- Loben Sie ihn für irgendetwas und bedanken Sie sich ausdrücklich, – ist das Geschenk, das er Ihnen gemacht hat, auch noch so marginal
Bei sich bleiben – Intuitionen mehr Raum geben
Das Ziel sollte bleiben, möglichst selten mit NPS-Personen in Berührung zu kommen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, was man ausstrahlt und daher:
- Reduzieren Sie die überwältigende Masse an Informationen, die Ihnen durch digitale Medien eingeflößt wird
- Gehen Sie in die Natur
- Stellen Sie sich regelmäßig mental herausfordernden Aufgaben
- Schmeißen Sie raus, was nicht mehr zu Ihnen passt
- Spüren und stärken Sie Ihre Intuitionen, geben Sie ihnen mehr Raum
- Achten Sie grundsätzlich auf Reziprozität (Balance) im Geben und Nehmen
- Nehmen Sie sich genug Zeit, um reflektiert auf andere zu reagieren
- Finden Sie heraus, was Sie auf eine höhere Frequenz bringt, beispielsweise ihre Talente, und setzen Sie sie um
- Betrachten Sie das was Sie für andere tun nicht als Selbstverständlichkeit. Es ist immer ein Teil von Ihnen, den Sie zur Verfügung stellen
Ich selbst habe kaum noch mit Toxizität zu tun, – habe aber auch bewusst meinen neuen Lebensraum nach dem Resonanz-Prinzip ausgewählt.
Das bedeutet, es gibt zwischen den Menschen und mir mehr Übereinstimmung in Mentalität, in gemeinsamen Werten, in gegenseitig gezeigter Offenheit und in dem hohen Grad an Emotionalität, die hier in meiner Region allem Interagieren zugrunde liegt.
Ich verweise noch einmal und sehr gern auf die Skala des Bewusstseins von David Hawkins.
Worum es nicht geht
Wenn man es mit Personen mit einer NPS zu tun hat, was ausschließlich von Psychologen und Psychiatern diagnostiziert werden kann, dann handelt es sich bei ihnen um eine Persönlichkeitsstörung, deren Heilung unmöglich ist.
Kein Arzt, speziell kein Psychiater und kein Psychologe wird jemals einen Menschen mit NPS für seine Handlungen verurteilen, – das wird er als Mediziner oder Psychologe nicht tun. Es wäre höchst unprofessionell.
Und hier liegt der Konflikt. Die Verhältnismäßigkeiten stimmen nicht.
Umgekehrt gibt es weltweit eine große Dunkelziffer an Betroffenen, die aufgrund destruktiven Verhaltens seitens Narzissten enorme gesundheitliche Schäden erleiden.
Es geht um Aufklärung, nicht um Verurteilung. Mittlerweile – seit dieser Blog existiert (2015) – hat sich die Situation deutlich entspannt und es gibt überall qualifizierte Anlaufstellen.
Trotzdem, – achten Sie bitte auf Seriosität und wechseln Sie sofort den Ansprechpartner, wenn Sie sich nicht ernst genommen fühlen.
Sollten Sie zu diesem Thema Fragen oder Anregungen haben, dann schreiben Sie sie gern in die Kommentarfunktion. Ich werde zeitnah darauf antworten oder schreiben Sie direkt an brittahvw@gmail.com Britta Heusinger von Waldegg







