Destruktive Beziehungen zu Narzissten 3 – Pathologische Lügen, Heimtücke und Verschlagenheit

Narzissten agieren aus dem Hinterhalt

Das ganze Thema verdeckter, maligner Narzissmus ist sehr abstrakt. Einige namhafte Schriftsteller haben sich daran versucht. Die künstlerische Aufbereitung gestaltet sich äußerst schwierig. Man kann etwas Abstraktes nicht auch noch abstrahieren. So funktioniert es nicht. Es funktioniert genau deshalb nicht, weil emotionaler Missbrauch durch das narzisstische Individuum über non verbale Methoden, in Kombination mit undefinierter, nebulöser Sprache geschieht. Gefühle des betroffenen Empathen darzustellen, ist ebenfalls kompliziert. Die manipulative Behandlung durch den Narzissten findet über einen sehr langen Zeitraum statt, sodass das geschädigte Individuum seinem eigenen Weltbild, sich selbst nicht mehr vertraut und sein ‚Ich‘ verliert, quasi mental von einem Parasiten, von einem Virus besetzt wird und am Ende nur noch im Sinne des Aggressors funktioniert. Wie ein ferngesteuerter Roboter. Das Ausmaß, der immense seelische Schaden, der den Betroffenen zugefügt wird, ist sozusagen der schleichende Tod ihrer Individualität. Diese Vorgänge sind sehr schwer künstlerisch und somit eindrücklich darzustellen. Film und Theater sind hier vielleicht noch die am besten geeigneten Ausdrucksmittel, um diesem hoch komplexen Thema Konturen zu verleihen und damit Aufmerksamkeit zu erregen.

Mimik, feinste Details in Bewegungsabläufen, das Auslassen wichtiger Sätze,  kleine, subtil abwertende Bemerkungen über Jahre und Kombinationen daraus, kann man schwer literarisieren. Ich selbst bin zur Zeit dabei, es trotzdem zu versuchen, –  innerhalb eines Buchprojektes. Deshalb habe ich jahrelang recherchiert und befasse mich damit, die komplizierten Verhaltensweisen sowohl der Narzissten selbst, als auch ihrer ‚Beute‘-Personen, präzise zu analysieren.

 

Der Kardinalfehler seiner Zielpersonen hier im Kontext ‚Paarbeziehungen‘

Dieser Sachverhalt ist vergleichsweise leicht auf den Punkt zu bringen. Die Zielpersonen von Narzissten machen genau das, was eigentlich gesellschaftlicher Konsens ist. Sie glauben, was ihnen gesagt wird. Das ist der größte Fehler, den sie begehen. Eine Gesellschaft funktioniert bekanntlich nur dann, wenn wir einander glauben und uns ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen entgegen bringen. Man stelle sich vor, sämtliche Informationen, die man anfragte und bekäme, sei es bei der Telefonauskunft, bei Banken, bei Informationsschaltern an Bahnhöfen und am Flughafen, beim Arzt, Steuerberater und Rechtsanwalt, im Einzelhandel oder bei Online-Anbietern und untereinander, basierten auf der Verbreitung von Unwahrheiten (es ist mir bewusst, dass man hierzu kritische Bemerkungen machen könnte). Was passierte, wenn wir bewusst in die Irre geführt würden? Wenn wir uns auf Universitätsabschlüsse vorbereiten wollten, man uns aber bewusst falsch unterrichtet hätte, im wahrsten Sinne des Wortes? Wir wären völlig verwirrt und wüssten nach kürzester Zeit nicht mehr, worauf wir uns wirklich verlassen könnten. Desinformation zu streuen und unklar zu kommunizieren: das ist die grundlegende Methode von Narzissten.

Die Zielgruppe offener und verdeckter Narzissten ist das Komplementär ihrer selbst. Es handelt sich um höchst empathische, sehr sozial denkende, überaus kreative und sensible Charaktere, die in allem das Gute sehen, sich für alles verantwortlich fühlen und altruistisch leben. Das geht sogar soweit, dass sie Psychopathen verteidigen, mit dem Argument, derjenige sei schließlich auch nur das Produkt seines Umfeldes etc. Empathen stellen oft das Verständnis für andere über ihr eigenes Wohlergehen. Sie schützen ihre Grenzen nicht genug und das spürt ein Narzisst. Er oder sie erkennen diesen Typus ‚Objekt‘ sofort und nach einigen Tests, nämlich nach subtilen Grenzverletzungen und der genauer Beobachtung, wie das ausgesuchte Objekt darauf reagiert, gewinnen sie an Gewissheit, dass sich höchstwahrscheinlich der volle Einsatz ihres Manipulationsspektrums, mit voraussichtlich maximalem Profit, lohnen wird.

 

Fehler Nummer Zwei

Das Zielobjekt des Narzissten lässt sich zunächst einwickeln. Es lässt sich betören und hält den Schauspieler für authentisch. Selten hat ein anderer Mensch sie so sehr umgarnt, beschenkt und ihnen genau die Zukunft in Aussicht gestellt, von der das arme Opfer immer schon geträumt hatte. Endlich ist er oder sie da. Endlich hat der Sehnsüchtige auch einmal Glück. Endlich ist da jemand, zu dem er aufschauen kann, der voller Energie ist, ein Macher, oder eine Macherin. Charismatisch, durchsetzungsfähig, oberflächlich betrachtet bei allen beliebt, erfolgreich, planvoll und führungsstark, – die Liste ließe sich beliebig fortführen. So ist das gängige Muster. Dieser Zustand kann in seltenen Fällen sogar über Jahre anhalten. Er hält an, bis sich die ersten kleinen Widersprüche ergeben. Man erkennt sie nicht sofort. Es sind minimale, schwächende Gefühle, die aus dem Bereich des Solarplexus kommen. Der Manipulierte spürt sie, geht aber über sie hinweg, denn sie trüben das Bild von seiner intakten, seriösen Beziehung, die er glaubt, zu haben. Er verdrängt diese Intuition. Vielleicht hat er nie gelernt, auf sie zu hören und sie in seine Entscheidungen mit einzubeziehen.

Der Narzisst selbst triumphiert über seinen Erfolg, das Opfer verunsichert zu haben, und fährt mit seinem perfiden Vorhaben fort. Klar ist, der Narzisst hat von Anfang an keinen Respekt vor Objekten seiner Zielpersonengruppe und wird ihn niemals haben. Es geht ihm nicht um den Menschen selbst. Im Gegenteil. Er belächelt sein Gegenüber und hält es für schwach. Das ‚dumme Naivchen‘ (ob männlich oder weiblich) fällt auf ihn herein. Entscheidend ist für ihn nur, ob seine Beeinflussungen funktionieren, oder nicht. Die Basis für eine seriöse Paarbeziehung ist hier nicht gegeben. Jeder Kennenlernprozess zwischen zwei Personen sollte sich mindestens über einen Zeitraum von drei Monaten hinziehen. Mit dem Bewusstsein über die Existenz Cluster B gestörter Persönlichkeiten, deren Merkmale und ihre destruktiven Methoden, ist die Chance groß, durch höchste Aufmerksamkeit Widersprüche im Verhalten des Narzissten zu entlarven und so früh genug gewarnt zu sein.

 

Ihre gewissenlose Arroganz unterscheidet sie von gesund fühlenden Personen

Sie fühlen sich überlegen und sie belächeln ihre Zielpersonen. Narzissten haben vollkommen andere Vorstellungen von einer erfolgreichen Lebensgestaltung. Meistens sind sie extrem materialistisch eingestellt, da Besitz als solcher für sie Substanz darstellt. Eine materielle Substanz, die den Mangel an emotionaler Substanz und Freude über Abstraktes ersetzen soll. Analog kann das übrigens auch auf ganze Gesellschaften übertragen werden. Die narzisstisch Gestörten ziehen Erfolgsgefühle, Dopaminschübe, aus ihrer vermeintlichen Kontrolle über andere. Sie fühlen sich berechtigt, andere zu unterminieren und sich durch sie Vorteile zu verschaffen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Jeder, der im Zusammenhang mit einem erfüllten Leben vor allem Emotionen, Harmonie und Freude in Verbindung mit sozialen Erlebnissen sieht, wird von ihnen abgewertet und als schwach kategorisiert. Sie müssen die Oberhand behalten, dirigieren und die Stimmung beeinflussen. Es ist für mich unverständlich, dass die Existenz dieser Personengruppe mit klar narzisstischer Störung gesellschaftlich nicht viel deutlicher thematisiert wird, als es im Moment der Fall ist. Nur durch Unwissenheit über die Gefahr, die von diesen Menschen aus geht, passieren innerfamiliäre Dramen, entstehen Süchte, Suizide und verdrehte, verquere Lebensgestaltungen, die ohne den Einfluss dieser Menschen nicht stattfinden würden. Eine schlimme Konsequenz aus jahrelangem emotionalen Missbrauch durch diese Personengruppe ist CPTSD, Complex Post-traumatic Stress Disorder (Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung). Dadurch, dass Lebenspartner und Partnerinnen über Jahre ihres eigenen Selbst, durch verachtenswürdige Methoden ihrer Selbstbestimmung beraubt werden, können erfolgreiche, glückliche und erfüllende Biographien sabotiert und vereitelt werden.

 

Vorsichtiges Verhalten gegenüber Cluster B Persönlichkeiten

Um es auch hier kurz auf den Punkt zu bringen: Personen mit narzisstischer und antisozialer Störung kann man nur mit einer Null Toleranz Einstellung begegnen. Die erste Lüge, die erste verdeckte Verhaltensweise, die zu einem Vorteil für diese Person führt, der erste Hinterhalt, seine oder ihre heimtückischen Pläne, die die empathische Person vor vollendete Tatsachen stellen und Manipulationen aller Art sollten zu einem radikalen Kontaktabbruch führen. Diese Menschen sind nicht therapierbar. Sie haben die anatomischen Voraussetzungen dafür nicht. Ihnen fehlen neuronale Verbindungen, die sie meta-kognitiv denken lassen könnten. Sie reflektieren nicht über ihr Handeln und haben kein Gewissen. Sie sind nicht gesund. Bevor man als gesund fühlender und moralisch denkender Mensch größeren Schaden nimmt, muss man handeln, sich abwenden und sich damit schützen.

 

Dringender Hinweis

Da ich, wie in meinen beiden vorhergehenden Artikeln ‚Destruktive Beziehungen zu Narzissten 1 und 2‘  bereits erwähnt, weder Ärztin, Psychologin oder Therapeutin bin, sondern aufgrund meiner Recherche aufklärenden Handlungsbedarf sehe und deshalb über das Thema Narzissmus schreibe, empfehle ich an dieser Stelle allen betroffenen Lesern den Kontakt zu spezialisierten Vertretern der oben genannten Berufsgruppen. Nehmen Sie professionelle Unterstützung in Anspruch und lernen Sie, Narzissten im Alltag schneller zu identifizieren, um sich vorzeitig zu schützen. Für Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich jeder Zeit zur Verfügung.

 

 

amongst other sources inspired by: Dr. Kathleen Ware, New England, and her professional youtube channel ‚peace and harmony‘

Destruktive Beziehungen zu Narzissten 2 – Going No Contact  Zu einem Kontaktabbruch gibt es keine Alternative …

… bei verdecktem malignem Narzissmus im engsten Umfeld

Ab und zu erlebe ich sogenannte Flashbacks. Dann mischen sich Emotionen unter die grausamen Erinnerungen, die ich an die Narzissten habe, die mein Leben über eine lange Zeit
entscheidend beeinflusst haben. Es hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass diese Emotionen nur die genetisch festgelegte Reaktion auf Personen sind, die mir qua ihrer Funktion innerhalb meines Lebens sehr nahe standen.

Diese Menschen verhielten sich mir gegenüber leider ganz anders, als man es eigentlich von engsten Familienmitgliedern erwarten würde. Ich erkannte das nicht, denn ich hatte keine Vergleichsmöglichkeiten. Es fehlte mir an Referenz. Dieses ‚anders‘ fand in verdeckter, in manipulativer Form statt und das über Jahrzehnte. Ich war nicht imstande, ihre Methoden zu durchschauen. Es zeigte sich an dieser Stelle, also im Ausbleiben meines rationalen Beurteilungsvermögens, eine Art psychischer Systemfehler. Ich löste mich nicht aus diesen Verbindungen, obwohl sie mir schadeten.

 

Was heißt das genau?

Grundsätzliches und bekannt: wir alle haben naturgemäß engste Bindungen zu sowohl Mitgliedern der Ursprungsfamilie, als auch zu den Partnern, die wir uns unbewusst zwecks Familiengründung augesucht haben, – genauso wie zu unseren Kindern. Alle diese Bindungen sind funktionell. Die Partnerauswahl ist zudem entscheidend von der Qualität geprägt, die die Bindung zu unseren beiden Elternteilen hatte. Wir planen, bei ihnen zu bleiben, bis dass ‚der Tod uns scheidet‘.  Zu welchem Prozentsatz kulturelle Einflüsse, beispielsweise Normen aus dem Christentum, eine Rolle spielen, kann ich nicht beurteilen. Aber sicher haben auch sie einen starken Einfluss auf unser Verhalten, – siehe hier die Zehn Gebote. Moral wird im Familien-/ Gesellschaftskontext gelernt, so wie wir Sprache lernen. Zumindest gibt es dazu anerkannte Theorien (Quine).

Es wird gesellschaftlich geächtet, Beziehungen zu Familienangehörigen oder Partnern einfach abzubrechen. Das ist fatal.

Personen mit einer Persönlichkeitsstörung aus dem Cluster B, einer Kategorie aus der Psychologie, weisen alle das Charakteristikum auf, manipulativ zu handeln und andere Personen für ihre eigenen Zwecke emotional zu missbrauchen.

Um sich vor diesem Missbrauch zu schützen, der gravierende gesundheitliche Konsequenzen für das Missbrauchsopfer haben kann, muss es sich aber von dem Gestörten radikal abwenden. Selbst wenn es sich dabei um den eigenen Vater, die Mutter, Bruder oder Schwester, das eigene Kind, sog. Freunde und so weiter handelt. Das schließt selbstverständlich ebenfalls den eigenen ‚Ehe- oder Lebenspartner‘ ein. Diese Maßnahme ist die einzige Methode, um die eigene psychische Unversehrtheit zu gewährleisten bzw. schon entstandene Beeinträchtigungen zu begrenzen, um sie in einem weiteren Schritt professionell therapeutisch behandeln zu lassen. Die Schwierigkeit liegt in der Radikalität dieses Kontaktabbruchs. Der Missbrauchende setzt alles daran, sein Objekt zu behalten. Er braucht es als externe Energiequelle.  Das Opfer verharrt zu oft in dieser Verbindung, in der Hoffnung, die Situation verbessere sich eines Tages. Glaubenssätze und ein Abhängigkeitszustand  (langjährigen Beziehungen zu malignen Narzissten liegt eine regelrechte Sucht zugrunde) hindern die Missbrauchsopfer daran, den absolut notwendigen, finalen Schritt der Auflösung dieser für sie schädlichen Beziehung zu vollziehen.

 

Sachliche Beurteilung von Verhalten vs. Gewissen – die moralische Keule

Sie schwappen herüber, einmal mehr von Westen (USA, Canada und UK) nach Osten, die ersten Aufklärungskampagnen darüber, das Verhalten von Eltern gegenüber ihren Kindern genauer zu beleuchten, gravierende Fehler aufzudecken und diese offen anzusprechen. Unterlassungen werden erstmals den aggressiven oder verdeckten Erziehungsfehlern gleichgesetzt. Endlich. Für stark durchstrukturierte Gesellschaften, in denen individuelles Kindesverhalten oft dem zweifelhaft überhöhten Wert unreflektiert geforderter Disziplin unterworfen wird, kann diese Aufklärung eine rettende Entwicklung darstellen. Es muss deutlich werden, wann sie genau anfängt: die Objektifizierung eines Kindes. Das objektifizierte Kind, aus dysfunktionalen Familien stammend, gibt sich später oft erneut in eine Hierarchie.

 

Die verdeckte ‚Entmündigung‘ eines objektifizierten Kindes

Hiermit fängt das große Dilemma an. Das Kind weiß natürlich nicht, dass es im Verhältnis zu seiner Mutter oder zu seinem Vater, oder im schlimmsten Fall zu beiden (Narzisst und Komplementärnarzisst), gerade im Begriff ist, ausschließlich deren Zwecke zu erfüllen. Es fungiert als Außenstelle, als Satellit, des narzisstisch gestörten Elternteils und hat kaum Handlungsspielräume. Sein Verhalten wird streng kontrolliert und seine Persönlichkeit, nach strenger Vorgabe des kranken Elternteils, geformt. Jeder Versuch, seine eigene Individualität zu leben, wird entweder nicht beachtet (was schon verhängnisvoll ist), im Keim erstickt, oder vielleicht sogar drakonisch bestraft. Sein Vertrauen wird missbraucht. Dieser Vertrauensmissbrauch verunsichert das Kind und es traut sich selbst und seinen Gefühlen nicht mehr. Es liebt trotzdem seine Mutter und seinen Vater, auch wenn beide noch so ignorant handeln, noch so subtil beeinflussen, noch so sehr wüten, manipulieren oder es vernachlässigen. Es hat keine Referenz. Es weiß nicht, dass in der Wohnung nebenan ein anderes Kind in seinem Alter ermutigt wird, z.B. auf seinen noch so exotisch klingenden Berufswunsch hinzuarbeiten, Stück für Stück. Dass Kinder emotional getragen werden müssen, genährt, so lange, bis sie sich selbst in ihrem Leben orientieren und zurecht finden können.

Es weiß nicht, wie angstfrei und unterstützend die Atmosphäre in einer Familie sein kann. Es weiß nur, was garantiert funktioniert, um die mögliche Eskalation eines Familienkonfliktes zu verhindern, bzw. was es dazu beitragen kann, damit es seinem Vater und seiner Mutter einigermaßen gut geht. Es kennt keine Entspannung und wird von Stresshormonen dauergeflutet. Es kennt das wohlige Gefühl nicht, beschützt zu sein, oder danach gefragt zu werden, wie es ihm geht, oder dass sein Wohl einmal im Vordergrund steht. Es weiß nicht, dass es auch Fehler machen darf, ohne dass seine Mutter oder sein Vater tagelang nicht mit ihm sprechen. Es kennt ein Gefühl der Freiheit nicht und auch nicht, wie es ist, wenn es die Fülle aller Möglichkeiten eines glücklichen Lebens spürt. Es liebt seine Eltern trotzdem. Naturgemäß.

Wird es älter und fängt es an, sich abzuwenden, weil es die Pubertät so will, wird seine Rebellion schwer geahndet. Diese Entwicklung wird von seinen narzisstischen Eltern einer Ablehnung gleichgesetzt, was selbstverständlich fehlinterpretiert ist. Sollte man als Tochter sogar solche Qualitäten entwickeln, die die eigene Mutter in eine Neid- und Konkurrenzproblematik treiben, werden deren narzisstische Maßnahmen, je nach Schweregrad der Persönlichkeitsstörung, immer heimtückischer und perfider. Das gleiche gilt selbstverständlich analog für das Verhältnis zwischen narzisstischem Vater und seinem Sohn. Wobei dort die Methoden eher andere sind.

Immernoch mangelt es dem jetzt fast erwachsenen Kind an Referenz, – es spürt zwar unterschwellig, dass seine Persönlichkeit unterdrückt wird, aber Konsequenzen aus dieser Situation zu ziehen, mit anderen Worten, sich von seinen Eltern zu trennen, das schaffen die wenigsten. Narzisstische Eltern erreichen weiterhin, oft unter Zurhilfenahme auch erpresserischer oder anderer manipulativer Methoden, dass das Kind die Bindung nicht auflöst und ihnen weiterhin als Quelle ihrer Ego-Zufütterung dient. Und hier liegt das Problem.

Nicht nur, dass das Kind narzisstischer Eltern, mangels solider Basis für ein stabiles Selbstwertgefühl (inklusive funktionierender Intuitionen), in seinem Leben oft falsche Entscheidungen trifft, es schlittert unweigerlich in die nächsten dysfunktionalen zwischenmenschlichen Beziehungen hinein. Woher soll es wissen, wie sich gesunde, auf Anerkennung, Offenheit und Vertrauen basierende Beziehungen anfühlen? Das mittlerweile erwachsene Kind, kämpft wieder verzweifelt um Anerkennung seiner Individualität und gibt sich oft mit viel zu wenig Anerkennung oder mit komplett fehlender authentischer Zuwendung zufrieden. So war es immer. Das kommt ihm bekannt vor. Es kommt noch nicht einmal auf die Idee, sich zu fragen, was genau in seinem Leben falsch läuft, – wo es ansetzen muss. Anspannung ist ihm vertrauter, als Entspannung. Es ist tief traumatisiert. Ein radikaler Schritt wäre der Anfang einer Lösung!


Erst wenn es gar nicht mehr auszuhalten ist

Und nun komme ich zu meinem oben beschriebenen Systemfehler. Psychologen könnten mir an dieser Stelle sicher genau auseinanderlegen, warum es sich nicht um einen Fehler, sondern um logisch nachvollziehbare Lernprozesse innerhalb menschlichen Erlebens und Verhaltens handelt, – um Prägungen und Konditionierungen, die, werden sie normal gelebt, für das Individuum überlebenswichtig sind.

Ich bleibe trotzdem bei meinem Begriff. Wir sind stark an diejenigen gebunden, die uns manchmal sogar massiv schaden. An unsere Eltern. An unsere Kinder. An unseren Partner. Aufgrund neurobiologischer Prozesse. Dieser Zusammenhang scheint uns beurteilungsunfähig zu machen und das auf lange Sicht. Die Betroffenen wissen nicht, wie sich ein unabhängiges Leben anfühlt. Sie haben ihren eigenen Wert nie kennenlernen dürfen. Was sie von sich selbst wissen, ist nur diffus. Angst und Unsicherheit, fehlende Selbstgewissheit und ein Mangel an Courage verhindern ihre persönliche Weiterentwicklung. Nur mit Unterstützung, durch positive Resonanz, kann man eigene Ziele herausarbeiten und erreichen. Wenn man als Kind, sozusagen als Basiserfahrung, diese Zustimmung erhalten hat, ist man für sein ganzes Leben gestärkt, selbstsicher und zentriert. Man kennt sich selbst. Man kennt seine Stärken. Man weiß, wie persönliche Erfolge sich anfühlen.

Narzisstische Eltern bewirken das Gegenteil. Der Betroffene selbst weiß von diesen komplexen Zusammenhängen nichts. Er kann seine diffusen Gefühle nicht einmal benennen. Er ist ein Analphabet in Sachen Emotionen.

Die in der Ursprungsfamilie offen autoritär oder subtil verdeckt geforderte Hierarchie, die dem Individuum Kind zur Entfaltung seiner Persönlichkeit keine Chance gelassen hatte, ist der Grund, warum es sich in späteren Paarbeziehungen unbewusst nur zu bereitwillig erneut in eine Hierarchie pressen lässt, – sich unbewusst unterordnet und seinem neuen Narzissten bald ohne Gegenwehr das Feld überlässt. Es hat gelernt, dass Konflikte mit dem Predator, mit dem Ziel, paritätische Verhältnisse herstellen zu wollen, aussichtslos sind und lediglich weitere Demütigungen und Degradierungen nach sich ziehen. Der Prozess ist schleichend. Über Jahre und Jahrzehnte verlieren die Betroffenen das eigene ‚ich‘. Es löst sich im Dunstkreis des Aggressors langsam auf.

Das ist für gesunde Persönlichkeiten unvorstellbar. Sie kennen sich selbst genau, wissen alles über ihre Stärken und Schwächen, ihre Ziele und was sie am liebsten tun, kennen die Quellen ihrer Glücksmomente und die Möglichkeiten, wie sie ihre Energien mit Freude einsetzen können. Die Gestaltung ihres eigenen Lebens würden sie niemals jemand anderem überlassen.

Die Gesunden wissen nicht, dass es neben ihnen noch ganz andere Daseinsformen gibt; empathielose Maschinen, die aussehen, wie wir und die sich mit eiskalten, technischen Methoden (social engineering) über diejenigen hinwegsetzen, die sie für ihre eigenen Vorteile ausnutzen wollen. Sie haben die unterschiedlichsten Gründe, sich Vorteile durch andere zu verschaffen: Aufmerksamkeit, Zeit, Geld, Sex, Reputation, Informationen, Unterhaltung, attraktive Lebensumstände, gesicherte Umstände im allgemeinen, Bewunderung etc. Es sind Hüllen, die sich geschickt tarnen, damit nicht auffällt, dass sie selbst über keinerlei Glücksempfinden verfügen. Entwickeln können sie Gefühle wie Neid, Hass, das bittere Gefühl, ständig zu kurz zu kommen, nicht genug beachtet zu werden, Triumph und Macht über andere zu haben, Wut und Aggressivität, sie verfügen über enorme sexuelle Energie, Schadenfreude, Genugtuung bei materieller Übervorteilung anderer etc. Diese Regungen lösen bei ihnen einen Dopaminausstoß aus, der sie kurzzeitig aus ihrer Inhaltsleere und aus ihrer Langeweile herausholt. Was den energiehungrigen Narzissten auf hohe Frequenz bringt und ihm einen besonders starken Dopaminboost verschafft; ein vorher sorgfältig ausgesuchtes Opfer erfolgreich und gewinnbringend manipuliert zu haben.

 

Sehen wir es bitte ganz klar: es gibt keine Alternative zu einem rigorosen Kontaktabbruch zwischen dem Narzissten und uns, wenn wir endlich unser selbstbestimmtes und produktives Leben leben möchten. Ein Leben, das Spaß macht, in dem wir ein liebevolles Verhältnis zu uns selbst und zu anderen entwickeln, in dem wir wachsen und täglich das  breite  Spektrum neuer Möglichkeiten sehen und unsere Energie erfolgreich einsetzen können.


Cluster B Gestörte nutzen ausnahmslos jede Form einer erneuten Kontaktaufnahme zur Sabotage des glücklichen und freien Lebens ihres ‚Opfers‘. Sie neiden es ihm. Sie beziehen ihre Genugtuung und ihre Dopaminschübe daraus, einen anderen fallen zu sehen, – ihn zu unterminieren. So pathetisch es klingen mag. Ich gebe zu, es ist nicht leicht, die komplizierten Zusammenhänge innerhalb des Verhaltens von Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zu erkennen und zu verstehen. Ich selbst habe ungefähr acht Jahre gebraucht, um diese ‚Existenzform‘ (denn leider ist es nicht mehr, als das) rational und emotional zu begreifen. Es handelt sich bei Menschen mit dieser Störung nicht um gesund entwickelte Persönlichkeiten. Sie existieren maschinell, ohne Empathiefähigkeit, ohne das Wertvollste, was gesunde Menschen ausmacht: die Fähigkeit, aus sich selbst heraus Glücksgefühle, Kreativität und Inspirationen zu entwickeln und zu vermitteln. Sie sind Behälter eines Vakuums, angewiesen auf verachtenswürdige Methoden, Energie von außen, durch andere, zu beziehen. Gelingt ihnen das nicht permanent, laufen sie Gefahr, vor Depressionen in sich zusammenzusinken.  Wären diese menschlichen Maschinen nicht so gefährlich, könnten sie einem leid tun.

 

Quellen

Allen meinen Lesern, die sich ein fundiertes und breites Wissen über das Thema Narzissmus aneignen möchten, oder die ‚ihren Narzissten‘ endlich überwinden möchten und substanzielle Hilfe benötigen, empfehle ich entweder spezialisierte Psychotherapeuten und/ oder den folgenden, exzellenten englischsprachigen youtube-Kanal der US-amerikanischen Ärztin Dr. Kathleen Ware. Hier der Link:

https://m.youtube.com/channel/UCC_iKgK3fghn3K5fHoWQv7Q

Anmerkung: meine oben genannten Verhaltensbeispiele narzisstischer Persönlichkeiten bezog ich aus eigenem Erleben mit ihnen. Ich selbst bin zwar weder Ärztin, noch Psychologin oder Therapeutin, habe aber enge Kontakte zu Personen aus diesen Bereichen. Sie unterstützen mich fachlich.

Zusätzlich führe ich laufend zahlreiche interessante Gesprächen mit betroffenen Angehörigen oder ehemaligen Partnern von Narzissten, die mir umfangreiche Inhalte für meine Texte zur Verfügung stellen.

 

 

 

 

A better life without them – Sie haben den Platz in Deinem Leben verwirkt

https://m.youtube.com/watch?v=bsawj6BLpb8

Important basic knowledge about malignant covert narcissism – Grundlagen zum Thema ‚maligner verdeckter Narzissmus‘

Es gibt ein Gefängnis, von dem manche gar nicht wissen, dass sie von Geburt an Insassen sind. Sie haben nie eine andere, eine bessere Realität erfahren.

Es gibt ein Gefängnis, das von außen aussieht, wie eine gepflegte Villa mit parkähnlichem Garten, in dem fröhliche Gesellschaften gegeben werden und Champagner fließt. Im Inneren ist es kalt und  leer.

Es gibt ein Gefängnis, das selbst nach langem Kampf, nach mühsam erstrittener Entlassung den Betroffenen noch lange fassungs- und kraftlos zurückblicken lässt.

Hat man es in die Freiheit geschafft, erscheint einem die Normalität wie das Paradies …

Supportive Leadership

Wie funktioniert das ?

Es bedarf natürlich eigentlich mehr als eines kleinen Aufsatzes, um zu erklären, wie man als Führungskraft seine Mitarbeiter ’supported‘ – die deutsche Übersetzung erscheint mir in diesem Zusammenhang zu schwach und auch nicht sinngemäß. Wie man ihr Potenzial, ihre Kreativität und ihren Enthusiasmus hervorbringt und somit indirekt für Kundenbindung und für Produktivitätssteigerung sorgt.

Ich kann nicht anders, aber in all den Jahren meiner Tätigkeit als Leitende habe ich mich grundsätzlich sehr für die mir anvertrauten Kollegen interessiert. Es waren bis jetzt viele Tausende. Wir kennen uns vor unserem ersten Zusammentreffen nicht, werden firmenseitig zu einem Team zusammengestellt und arbeiten dann sehr intensiv jeweils für einige Tage zusammen an mindestens zwei Projekten.

Es ist mir nicht egal, mit wem ich es zu tun habe. Ich kann nicht anders, als meinen Kollegen auf Augenhöhe zu begegnen, also genau so, wie ich gern von meinem Chef behandelt werden will. Ich möchte auch, dass man mir prinzipiell vertraut und mir etwas zutraut. Ich möchte gesehen werden. Ich möchte, dass mein Chef neugierig darauf ist, was in mir steckt. Ich möchte in vollem Umfang richtig eingeschätzt werden und wenn mir droht, langweilig zu werden, dann möchte ich adäquate neue Aufgaben bekommen, sonst arbeite ich nämlich schlecht, in der grässlichen Routine, die mir zugemutet wird. Ich möchte mich wohl und sicher fühlen, nur dann kann ich unseren Kunden gegenüber frei und kreativ sein, neue Ideen entwickeln und in kritischen Fällen sogar angstfrei mit meinen unkonventionellen Lösungsvorschlägen aufwarten. Ich möchte ebenfalls in vollem Umfang respektiert werden, für das, was ich bin und kann. Dann fallen die Dinge, die ich nicht so gern und deshalb nicht ganz so gut erledige vielleicht nicht so schwer ins Gewicht. Ich möchte nach meiner Meinung gefragt werden, denn das gibt mir das Gefühl, wichtig zu sein. So und nicht anders dürfte es meinen vielen Kollegen gehen und deshalb gestalte ich meine Aufgabe als Führungskraft in meinem Unternehmen wie beschrieben.

Meine Kollegen sind alle wunderbare, flexible, kreative, intelligente und starke Persönlichkeiten von 18 bis ungefähr 65 Jahren. Sie wurden handverlesen. Man kann sie jetzt nicht allein lassen, mit ihren Qualitäten. Man kann sie nicht gängeln. Man darf ihnen nicht mit Sanktionen drohen. Druck erzeugt Gegendruck. Unsere Ansprachen und Vorträge, als ihre Vorgesetzten, sollten wenigstens einigermaßen unterhaltsam, jedenfalls auf keinen Fall langweilig sein. Sie stellen zurecht hohe Ansprüche an ihre Chefs. Wir sind ein international erfolgreiches Unternehmen. Wir müssen selbst einiges bieten, um von ihnen ernst genommen zu werden. Das ist mir bewusst.

Wahrscheinlich braucht man Talent, um empathisch und supportive führen zu können. Man muss imstande sein, das große Ganze zu sehen und zu beurteilen. Manchmal muss man blitzschnell, eher intuitiv, einschreiten oder noch wichtiger, nicht einschreiten, wenn es opportun ist. Man sollte über überdurchschnittliche sprachliche Fähigkeiten verfügen, denn innerhalb einer für niveauvolle Führung absolut notwendigen offenen Kommunikation, geht es oft um extrem differenziert formuliertes Erklären von Sachverhalten oder Feedback. Wir können mit einer zu 100% aggressions- und angstfreien Kommunikation alles klären und dabei respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen. So entsteht dann auch keine passive Aggressivität seitens der Mitarbeiter.

Wir müssen authentisch und integer bleiben. Wer weiß, wieviel Prozent meiner Fehlentscheidungen mich gegenüber meinen Kollegen nur noch menschlicher haben erscheinen lassen. Ich habe sie gern, grundsätzlich von Anfang an. Es entstehen Verbindungen zwischen diesen grossartigen und interessanten Menschen und mir, die wir am Ende unserer Projekte oft zu meinem großen Bedauern wieder lösen müssen. Es ist ein Ressource Management im wahrsten Sinn, was ich betreibe. Wir, in leitenden Funktionen, sollten uns dessen täglich bewusst sein und uns auf neue Möglichkeiten freuen. Unsere Methoden sollten wir intelligent einsetzen. Davon hängt schließlich nicht nur die Produktivität sondern unbedingt auch die wertvolle Selbstgewissheit unserer Mitarbeiter ab. Wir tragen eine große Verantwortung für oft entscheidende Ereignisse in ihren Biographien.

Monsieur Mathieu oder ValYouMe©

… und hiermit ernenne ich Sie zum Assistenten des Chorleiters, Monsieur Pepinot

Der Pflichtfilm für alle Erziehungsberechtigten. Die vielleicht derzeit einzige Berechtigung, für die man keine  Zertifizierung braucht, da die Natur davon ausgeht, man habe die passenden Verhaltensweisen bereits im Programm.

Die Natur hatte nicht bedacht, wie kompliziert das Leben unter den Menschen werden könnte und damit auch die große Aufgabe, junge Menschen zu glücklichen Erwachsenen werden zu lassen. Die Natur hat ebenfalls nicht bedacht, dass bereits kleinste Fehler im Zusammenleben mit Kindern dazu führen können, ihnen Selbstvertrauen, Selbstgewissheit, Zuversicht und Lebensfreude manchmal sogar langfristig zu nehmen.

Um sich behaupten zu können, um genau zu wissen, wer es ist und was für ein Lebensweg sich für es daraus ergeben könnte, ist eine differenzierte Spiegelung des Kindes seitens seines Umfeldes absolut notwendig.

Ich möchte laut schreien, wenn ich im Alltag das dumpfe Desinteresse mancher Eltern an ihren Kindern erkenne und wenn sie ihnen offensichtlich lästig sind. Ich schaffe es nicht, manche verstörende Geschichten, die ich beobachte, zu Ende zu denken. Zu viel weiß ich inzwischen über den Zusammenhang zwischen emotionaler Vernachlässigung und ihren Folgen.

Das großartige Gefühl, willkommen zu sein, in den Arm genommen zu werden, nach seiner Meinung gefragt zu werden, Aufgaben gestellt zu bekommen, die nicht zu einfach zu lösen sind, nicht andauernd für Lächerlichkeiten gelobt zu werden, die jeder irgendwie schaffen kann, zu spüren, dass sich der Erwachsene machmal für das Kind zurück nimmt, zu spüren, dass der Erwachsene für das Kind etwas möglich macht, was einem tiefsten Wunsch des Kindes entspricht, es wie einen Menschen auf Augenhöhe zu behandeln, seine Grenzen zu akzeptieren und zu respektieren, seine Berufswünsche zu unterstützen, es nicht anzulügen sondern einen offenen Umgang mit ihm zu kultivieren, es vor anderen Kindern und Erwachsenen respektvoll zu behandeln, es nicht zu verraten, ihm seinen Wert in regelmäßigen Abständen zu erklären, damit es diesbezüglich nie wieder Zweifel an sich selbst haben wird, ihm zu sagen, wie schön es ist, ihm zu sagen, wie klug es ist, ihm zu sagen, wie warmherzig und liebevoll es ist, ihm zu sagen, dass man es liebt (warum ist das für viele so schwer?), ihm zu sagen, dass es die Gruppe bereichert mit seiner Persönlichkeit und dass es den anderen furchtbar fehlen würde, wäre es nicht da, wenn überhaupt nötig, einen genau passenden Kindergarten/ eine exakt passende Schule für das Kind zu finden, auch wenn der Weg dahin vielleicht mühsamer ist, sich die Lehrer genau anzusehen und auf seine Intuition zu vertrauen, wenn diese Lehrer evt. potenzielle Verursacher größerer Schäden sein könnten, die Gefühle des Kindes genau verstehen zu wollen, seine spezifische Intelligenz zu verstehen, seine Sonderbarkeiten zu verstehen, seine unlesbare Schrift nicht zu verurteilen in der Gewissheit, dass auch diese sich in einem Prozess befindet, überhaupt nicht zu verurteilen, da sich die gesamte kindliche Entwicklung täglich in einem Prozess befindet, als Erwachsener seine Worte sorgfältig zu wählen, denn sie sind die späteren Stimmen des erwachsenen Kindes, die es für immer in sich trägt und täglich hört und die es entweder alles ermutigend bewältigen lassen, was es sich vornimmt, oder es davon abhalten, erfolgreich sein Leben zu führen, sein vielleicht herausragendes Talent zu erkennen und zu fördern, – die Kinder müssen während ihrer gesamten Kindheit möglichst vielschichtige Möglichkeiten bekommen, sich auszuprobieren, darin Erfolge und Misserfolge sehen zu dürfen, sie für sich selbst zu deuten, sie müssen nach vermeintlichen Fehlern angstfrei zurückkommen dürfen, sie müssen spüren, wichtig und von Bedeutung für andere zu sein und vor allem das unerschütterliche Gefühl haben, bedingungslos geliebt zu werden. Das alles lässt ein Kind glücklich sein und bleiben. Es ist im wahren Wortsinn ein einzigartiges Individuum, – einzigartig in der Menschheitsgeschichte!

Auf diese kleine, unvollkommene Liste positiver elterlicher Verhaltensweisen könnte man zumindest aufbauen …

Ein Muss: Les Choristes oder Die Kinder des Monsieur Mathieu, ein französisch- schweizerischer-deutscher Film aus dem Jahr 2004. Er gehört zu den erfolgreichsten französischen Filme der vergangenen Jahre;

Regie: Christophe Barratier
Musik: Bruno Coulais

Clément Mathieu: Gérard Jugnot
Mohange: Jean- Baptiste Maunier
Pépinot: Maxence Perrin

Vier auf einen Streich – die Narzisstenfliegenfalle

So unterschiedlich sie auch sind

Meine Ausbeute der letzten Tage kann sich sehen lassen. Auch wenn der, dem ich am meisten vertraue, mir langsam eine beginnende Paranoia attestiert, ich bleibe dabei. Wie an einem halb ausgerollten und von der hohen Decke hängenden, gelblich glänzenden Fliegenfängerklebeband im Hochsommer, bleiben ganze Kolonien an mir haften. Sterben werden sie allerdings klebenderweise nicht müssen, auch wenn ich damit sicher noch einigen anderen Empathen ihres jeweiligen Umfeldes einen großen Gefallen tun würde. Mir persönlich reicht der Schlussstrich.

Ich bin noch etwas benommen von diesen klaren Entschlüssen und frage mich, warum ich sie erst jetzt, nach vielen Jahren, treffen konnte. Die Gründe sind unterschiedlich. Nicht immer liegt es an einem fehlenden Bewusstsein darüber, mit welch‘ einer Person ich es genau zu tun habe. Im Gegenteil. In einem Fall beispielsweise weiß ich seit langem, dass mir gegenüber eine Neid- und Konkurrenzproblematik vorliegt. Wenn man in einem emotional mißbräuchlichen, hoch manipulativen System aufwächst, ist es sogar schwer, sich als Erwachsener daraus zu lösen. Ich habe Jahr für Jahr verstreichen lassen und mir die Situation angetan. Und das, obwohl anerkannte Ärzte mir rieten, diesen ‚Vertrag‘ endlich aufzulösen. Ein Grund zu bleiben waren wohl Konventionen an sich, die Art der Verbindung und eine Form sozialer Kontrolle seitens des Umfeldes, das mir gegenüber jahrzehntelang fast mantraartig über das Thema Vergebung referierte. Nun habe ich die für mich beste Lösung gefunden. Um zu 100% weiteren Attacken gegen mich und den daraus resultierenden Verletzungen vorzubeugen, muss ich leider gehen.

In einem anderen Fall gab es nach ca. 6 Jahren ein Wiedersehen. Die Umstände damals waren denkbar leicht und heiter. Wir verbrachten gemeinsame Zeit in Rio, sie hatte ihren Schatten dabei und wir genossen alle zusammen diesen unverschämt traumhaften Blick vom Corcovado über die Buchten. Natürlich war unsere Begegnung damals eher oberflächlicher Art. Jetzt, nach diesen Jahren, in denen bei uns beiden dramatische Dinge passiert sind, saßen wir nicht mehr so leicht zusammen. Nun sollte man ja meinen, dass Grenzerfahrungen die Menschen demütig werden lassen. Genau diese Entwicklung musste ich bei der betreffenden Person vermissen. Ich hörte mir nacheinander Details über Episoden an, in denen sie, eiskalt geplant, nur eine Sache im Visier hatte und das war ihr eigener Vorteil. Nach einem langen Abend und einem kurzen Frühstück sah ich mich gezwungen, den Rückwärtsgang einzulegen. Ich fühlte mich, als wäre 24 Stunden lang ein Industriestaubsauger über mich hergefallen. Immer dünner wurde meine Haut und immer größer mein Unbehagen bei jedem ihrer neuen Versuche, aus mir eine brauchbare Information herauszuquetschen. – Ich habe nichts mehr zu geben.

Wieder anders und doch ähnlich, allerdings um einiges subtiler der folgende Fall. Vor über 20 Jahren begann eine freundschaftliche Verbindung deren fundamentaler Bestandteil die Tatsache war, dass sie einige Jahre älter und somit wie selbstverständlich die Dominante war. Von gleicher Augenhöhe konnte man nicht sprechen. Die Essenz dieser Verbindung lag mit Sicherheit in den lebendigen Gesprächen voller Esprit, in gemeinsamen Unternehmungen und in unbestritten witzigen Dialogen. Als ich mich in der mir zugewiesenen Rolle nicht mehr wohlfühlte, ging ich. Dank der Digitalisierung fanden wir uns im Netz wieder. Der Vorschlag, es wieder miteinander zu versuchen, gefiel uns beiden.

Ich kann gar nicht genau sagen, warum es nicht zu einem persönlichen Wiedersehen kam. Ich ahnte wohl, dass auch meine zahlreichen Veröffentlichungen über meine Themen (besonders diejenigen über die beiden Themenkomplexe ‚Hochbegabung‘ und ‚Narzisstische Persönlichkeitsstörungen‘) und der ganz offensichtlich große Wandel, den ich vollzogen hatte, mich nicht davor bewahren würde, erneut diese Rolle von vor 20 Jahren zugewiesen zu bekommen. Anhand kürzerer Bemerkungen innerhalb ihrer Messages konnte ich das erkennen. In meinen Freundschaften gibt es keine Hierarchien. Auch interessant in dem Zusammenhang; die fehlende Offenheit. Ich weiß, wer meine Texte liest. Das zeigt mir die Statistik von WordPress. Wenn jemand, der mit mir im reellen Leben befreundet sein möchte, hunderttausendmal meine Geschichten liest, nicht aber in der Lage ist, sich über den Zeitraum eines langen Jahres auch nur ein einziges Mal (selbst wenn es negativ kritisch gewesen wäre oder überhaupt eine Bezugnahme) dazu zu äußern, dann finde ich das nicht normal.
Zumindest würde ich es anders gestalten und allein das ist meine Referenz.

Und dann die letzte Variante. Sie ist von mir schon so oft thematisiert worden, dass ich Gefahr laufe, meine Leser sterben beim Lesen vor Langeweile.

Ein für alle Mal, exemplarisch für alle männlichen Interessenten, die es vor kurzem versucht haben, aktuell versuchen und in Zukunft versuchen werden, mich zu hypnotisieren:
ich bin nicht daran interessiert, das in Ihnen vorherrschende Vakuum auszufüllen, wenn sich für Sie gerade nichts anderes ergibt, meine Herren.
Hüten Sie sich davor, mich tage- und wochenlang mit Messages und Anrufen zu bombardieren, um mich einzuwickeln. Es wird Ihnen nicht gelingen. Ich werde deshalb kein Dopamin produzieren und dann natürlich auch keine Entzugserscheinungen haben, wenn Sie dann, plangemäß, mit ihrem silent-treatment beginnen. Das soll mich dann verwundern, irritieren und dazu veranlassen, Ihnen hinterher zu telefonieren. Nein, das wird nicht passieren. Im Gegenteil. Ich werde nicht damit aufhören, Ihre Machenschaften schriftlich zu verbreiten, um andere
vor Ihren Methoden zu warnen und zu schützen.

Nun entsage ich also sämtlichen Velociraptoren, in der Hoffnung, zukünftig bevor sie um die Ecke kommen ihr schnarrendes Zischen zu bemerken und mich schneller hinter verchromten Laborkühlschränken oder aufgetürmten Reagenzglashaltern verstecken zu können.

Ich habe keine Zeit zu verschenken.

http://www.narcsite.com

Unterlassung

Emotionale Vernachlässigung

Inzwischen gibt es kompakte Literaturlisten über Bücher, die sich mit einer traumatisierten Generation in Deutschland befassen: Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges geboren wurden. Sie sind Mitte siebzig oder älter und sprechen zum Teil immer noch nur in Fragmenten über das, was sie erlebt haben.

Diese Generation konnte verständlicherweise Emotionalität nur bedingt oder gar nicht an ihre Kinder weitergeben, je nachdem, was ihnen widerfahren ist. Die komplexen Auswirkungen für die nachkommende Generation wurden noch nicht so häufig öffentlich thematisiert. In vielen Fällen haben diese Menschen (heute Anfang bis Mitte 50) selbst Traumata erfahren und zwar durch extrem autoritäre, erfolgsorientierte und/oder desinteressierte Eltern, die in vielen Fällen über die Gefühle ihrer Kinder hinweg gegangen sind und sie über einen langen Zeitraum emotional vernachlässigt haben.

Die emotionale Vernachlässigung eines Kinder zählt zu der Kategorie ‚emotionaler, psychischer Missbrauch‘ und ist in jedem Fall auch klar so zu benennen. Kinder, die nicht genug wärmende Unterstützung, nicht genug Interesse an ihrer individuellen Persönlichkeit erfahren haben, werden langfristig traumatisiert. Ihr emotionales Erleben ist geschädigt, was sich u.a. auf ihre Entscheidungsfindungen auswirkt. Sie leben in einem ‚falschen‘ Leben. Ein enorm wichtiges Thema, was sich sicher in naher Zukunft in den öffentlichen Focus bewegen wird. Mit einem Auszug aus Pete Walker’s ‚Cptsd – Complex Posttraumatic Stress Disorder‘ möchte ich zumindest einen Anfang machen, Aufmerksamkeit dafür zu erregen.

Klicke, um auf emotionalNeglectComplexPTSD.pdf zuzugreifen

Am liebsten würde ich eine Schule gründen

Unter anderem zur kontroversen Diskussion über die verdächtig verbreiteten Verordnungen von Ritalin

Sowohl der youtube Beitrag zum Thema ADHS von Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen und mein Lieblings-Hirnforscher, als auch ein Gespräch mit zwei befreundeten Müttern, bringt mich in Rage. Ihren pubertierenden Söhnen wird seit Jahren Ritalin verschrieben. Angeblich sei das Medikamment die einzige Möglichkeit, die Jungen ‚ruhig zu stellen‘, damit sie den Unterrichtsstoff aufnehmen könnten. Für alle Beteiligten der bequemste Weg.

Übersetzt heißt das natürlich, das Medikamment sei die einzige Möglichkeit, die Jungen zum Funktionieren zu bringen und sie zu beugen. Es wird einmal mehr nur ein Symptom bekämpft.

Kinder und Jugendliche, in den meisten Fällen sind Jungen betroffen, sollten innerhalb ihrer Familien Herausforderungen annehmen und durch gemeinsame Projekte Erfolgserlebnisse oder auch Mißerfolge erfahren, um daran zu wachsen bzw. Frustrationen aushalten zu lernen. So Prof. Hüther. Das leuchtet ein. Nur so kann Sozialisation stattfinden. Sowohl auf dem Land, als auch innerhalb von Organisationen, wie z.B. den Pfadfindern, seien wesentlich weniger Fälle von ADHS zu verzeichnen. Das ist interessant.

Ich kann mir gut vorstellen, dass im Rahmen der Schule die Möglichkeiten sich auszuprobieren stark begrenzt sind. Das trifft besonders auf männliche Schüler zu. G8 ist innerhalb dieser Diskussion ein entscheidender Faktor, – beispielsweise ist für Sport kaum Zeit. Und eben auch generell nicht für außerschulische, den Charakter formende Aktivitäten.

In der Schule können Jungen und Mädchen ihre Individualität kaum zum Ausdruck bringen. Woher sollen sie wissen wer sie sind und was sie besonders gut können? Ich meine damit ‚differenziert besonders gut‘. Was ist zum Beispiel mit verborgenen Führungsqualitäten bei Mädchen? Die werden sich übrigens auf einer gemischten Schule kaum herauskristallisieren. Ebenso wichtig ist es zu erfahren, was genau ihnen nicht liegt. Diese Erkenntnisse lediglich aus Benotungen zu beziehen, ist zu dünn. Sehr gute Benotungen bedeuten oft lediglich, dass die Mädchen und Jungen sich systemkonform verhalten, sich also angepasst haben. Da Mädchen eher dazu neigen sich anzupassen, sind es inzwischen meistens Jungen, die die Schule sogar komplett verweigern. Schul-Absentismus ist allerdings wieder ein Thema für sich.

Ein deutsches Phänomen?

Ich kann mich noch gut erinnern, also lange vor social media, dass man in der Schule von Lehrern und Mitschülern ständig beobachtet und kritisiert wurde. Manchmal kommt es mir vor, als sei Deutschland das Land der zwanghaften Kritiker. Oft ohne den nötigen Informationshintergrund wird man hier klassifiziert, – besonders gern aufgrund von Äußerlichkeiten. Ständig bewertet zu werden, kann krank machen. Dass es aktuell für manche Schüler unerträglich sein muss, kann ich mir gut vorstellen. Ich halte unsere Gesellschaft in diesem Zusammenhang für emotional unterentwickelt. Andere Faktoren stehen im Vordergrund. Materielles, Erfolg, Status. Und dann diese Überhöhung des Ästhetischen…

Viele von uns funktionieren sehr gut. Wir sind extrem produktiv. In anderen Ländern habe ich wesentlich mehr Interesse an der Persönlichkeit des jeweils anderen, mehr Aufgeschlossenheit und Empathie erfahren, als hier. Zum Beispiel innerhalb Skandinaviens. Oder in Italien. Die Schwerpunkte im sozialen Kontext werden anders gesetzt.

Wie soll sich ein junger Mensch da frei entwickeln? Wie soll er sich akzeptiert und getragen fühlen? Wie soll er frei denken und sprechen dürfen, wenn er damit riskiert, verbal gesteinigt oder wegen seines Äußeren ausgegrenzt zu werden. Ich persönlich halte viel von Schuluniformen und reinen Jungen-und Mädchenschulen. Nein, – das ist nicht etwa rückständig. Im Gegenteil. Das ist meine relativ frische Erkenntnis aufgrund belegbarer Fakten.

Meryl Streep, auskunftsfreudig

Ich fand es ziemlich amüsant, als Meryl Streep in einem Interview erzählte, dass sie erst auf einer reinen Mädchenschule angefangen hatte, sich selbst und ihr künstlerisches Potenzial zu entdecken und zu entwickeln. Endlich ohne die kritischen Blicke und Kommentare der Jungen. Neben ihren fortan angstfreien Vorträgen sei sie beispielsweise einmal drei Wochen mit ungewaschenen Haaren herumgelaufen und niemanden hätte es interessiert …

In meinen beiden Schulen dann

Seit vielen Jahren übe ich eine Tätigkeit aus, die mir ermöglicht, meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Jedes Mal, wenn ich zur Arbeit erscheine, treffe ich auf Arbeitskollegen, die ich noch nie vorher gesehen habe. Wir arbeiten dann drei oder vier Tage zusammen. Ich bin ihre Vorgesetzte. Am Ende dieser intensiven gemeinsamen Arbeitszeit weiß ich, mit wem ich es bei jedem einzelnen zu tun gehabt habe. Ich spreche mit ihnen immer auch über private Dinge, was sie z.B. in ihrer Freizeit machen und ob sie weitere berufliche  Pläne haben. Nur so fühlen sie sich in ihrer Individualität wahrgenommen. In jedem anderen Arbeitsumfeld hätte ich ja auch mehr Informationen über meine Mitarbeiter, als die reinen Ergebnisse ihrer Arbeitsleistung. Wenn wir uns verabschieden, habe ich eine bestimmte Idee von jedem Einzelnen, die mir in ihrer Arbeitszeit anvertraut wurde.

Jetzt stellt sich mir folgende Frage, ohne despektierlich oder überheblich gegenüber Lehrern sein zu wollen. Im Gegenteil. Niemals würde ich diesen verantwortungsvollen Einsatz für die Gesellschaft unterschätzen, aber…

Wie kann es sein, selbst wenn ein Klassenlehrer 30 Kinder in seiner Klasse unterrichtet und betreut, dass er keine Details über die Persönlichkeit des einzelnen Kindes kennt? Dass er nicht weiß, wofür sich jedes Kind im speziellen interessiert und was es einmal werden möchte. Dass er oder sie keine Ahnung davon hat, welche Musik der Schüler gern hört, ob er still und stark oder still und eingeschüchtert ist. Hat das Kind ein Haustier und wenn ja, welches? Ob es sich traut, seine Meinung zu sagen oder ob es sich anpasst. Warum weiß ein Lehrer oft über viele Jahre nicht, ob ein Kind familiäre Probleme verschweigt, weil es sich fürchterlich schämt. Oder ob das Kind innerhalb der Klasse gern mehr Verantwortung übernehmen würde. Er oder sie sieht die Kinder an jedem Tag! Ja sicher, es gibt natürlich herausragend positive Ausnahmen unter den Lehrern. Aber ich behaupte, ich machte es anders. Möglicherweise besser. Aus einem einfachen Grund: weil ich mich für jedes einzelne Kind, jeden einzelnen Menschen sehr interessierte und seine Persönlichkeit auf Augenhöhe betrachtete. Erstens, weil ich es als Kind gern selbst so erlebt habe und zweitens weil ich mir natürlich meiner Verantwortung bewusst wäre.

Auf Augenhöhe und
leider nicht selbstverständlich

Wenn es tatsächlich so ist, dass die meisten Lehrer aufgrund von Überlastung ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden können, muss dringend etwas geschehen. Eltern sollten selbstkritisch auch ihr persönliches Engagement hinterfragen und die Erziehung nicht weiter an die Schulen abgeben. Sie sollten ihre Kinder respektvoll behandeln und sehr sensibel auf ihre Empfindungen eingehen. Sie müssen die Persönlichkeit ihrer Kinder genau kennen und sie bewusst auf ihr Leben vorbereiten, – das setzt doch in jedem individuellen Fall ganz andere Maßnahmen voraus. Ich zitiere gern am Schluss noch einmal Prof. Hüther: „Kinder wollen sich beweisen und sich wichtig fühlen“.

Mütter und Väter sollten ihre Kinder ernst nehmen, vom ersten Tag an. Wenn wir unseren Kindern nicht die notwendige Bedeutung und Wertschätzung entgegenbringen, indem wir sie als ebenbürtig ansehen, dann werden sie mit einem Minderwertigkeitsgefühl aufwachsen. Sie brauchen dann sehr lange, wenn sie es überhaupt schaffen, bis sie sich als vollwertiges Individuum in unserer Gesellschaft begreifen und ihre Möglichkeiten auch selbstgewiss und erfolgreich  wahrnehmen.

My beloved country oder Man will uns das freie Denken verbieten

Ich bin ein Kind der frühen 60iger.

Wir respektierten frontalunterrichtende, strenge Lehrer und die von ihnen vermittelten Inhalte. Wir liebten ‚Bildung‘ und sogen sie auf. Der Bildung wegen und ohne großen Plan dahinter, einmal ein maximal produktiver Karrierist zu werden. Wir nahmen uns Zeit, die Klassiker zu lesen und sie zu verstehen, was ebenfalls einiger Zeit bedurfte. Die Erkenntnisse wirkten dann in uns. Statt nur zu funktionieren nahmen wir uns wieder Zeit und debattierten über das Gelesene und reiften daran. Durch diese Langsamkeit plus der Langsamkeit einer fundierten Ausbildung wurden wir zu verantwortungsvoll handelnden und hochqualifizierten Individuen unserer Gesellschaft.

Als junge Frau der gymnasialen Oberstufe war es verpönt, sich einem gängigen Schönheitsideal zu unterwerfen. Es galt als dümmlich. Viele von uns hätte man auf den ersten Blick gar nicht sofort als weiblich identifizieren können, denn à la George Sand fühlten wir uns im Kreise intellektueller männlicher Jugendlicher wohler und erst dann wahrgenommen, wenn wir ein bisschen wenigstens so aussahen wie sie. Nichts lenkte also von dem ab, was wir zu sagen hatten.

Wir hatten zweifellos grosse Freude am freien Denken und daran, zu analysieren.
Also quasi an der Beschäftigung, die über viele Jahrhunderte uns Deutsche ausgemacht hatte und für deren zum Teil herausragende Ergebnisse wir in der Welt bekannt sind.
(Die begrenzte Zeit während des Missbrauches durch die Nationalsozialisten, nach Verkettung dramatischer historischer Extremsituationen, selbstverständlich ausgenommen)

Mein Land hat sich seit einiger Zeit ‚in seiner Aussage‘ verändert. Es gibt sie hier zwar tatsächlich, die blühenden Landschaften und im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern scheinen wir, von aussen betrachtet, perfekt. Alles funktioniert. Die Wirtschaft funktioniert. Wir funktionieren. Die Kinder funktionieren. Die Systeme funktionieren. – Noch. Aber irgendetwas stimmt im Inneren nicht.

Warum nur fühle ich mich nicht mehr wohl? Nichts ist mehr klar.

Mir fehlt die Authentizität und ich fühle mich um die Klarheit betrogen, die ich von diesem/ unserem hochentwickelten Staat einfach fordere. Ein Staat, der sich als führende Wirtschaftsmacht und mit seiner Vorzeige- Demokratie gern zu den Leadern zählen möchte. Die ungewöhnlich hohe Ereignisdichte und die dazugehörige intransparente und oft widersprüchliche Berichterstattung, die mir wenig glaubwürdig erscheinenden Aussagen hochrangiger Politiker, – all das macht mir Angst.

Und es gibt sie wieder: eine Zensur.

Wieder.

Ich wünsche mir seriöse, couragierte und intelligente Vordenker. Starke Charaktere, die den Moment nutzen und es wagen, frei zu sprechen. Aller vermeintlicher correctness zum Trotz. Überholte Kategorien blockieren größeres Denken, – das spüren wir alle. Es wäre die große Stunde weniger brillanter Köpfe.

Einige verlassen allerdings bereits das Land.

Madikwe

… oder warum man unter den perfekten Umständen manchmal innerhalb von 3 Tagen mit weniger als 8 Stunden Schlaf auskommen kann

Gruppenenergetisch betrachtet, hatten wir auf diese Art ein unvergesslich schönes Erlebnis aus dem oberen Extrembereich.

Vielleicht hatte  auch das  mit den morphogenetischen Feldern (Forschungsergebnisse von Dr. Rupert Sheldrake) zu tun, von denen ich das erste Mal etwas gehört hatte. Wegen ihnen musste man sich beispielsweise absolut keine Sorgen um diese kleine einsame Giraffe machen, die ich am liebsten mit in die Lodge genommen hätte. So allein, wie sie da herumstand. Sie war gar nicht einsam. Sie war verbunden mit den anderen.

Vielleicht erzähle ich eines Tages von Wildem Hibiscus, einer meiner Meinung nach grob ungerechten Reduzierung von Gnus auf ihr Äußeres, bestellten Rhinos und Buschpiloten, die einem um die Ohren fliegen …

Geschichten liegen sozusagen auf der Strasse. Allein, mir fehlt die Zeit …